Lymphangiosa carcinomatosa

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Die Lymphangiosa carcinomatosa ist die Metastasierung von Krebszellen über die Lymphwege. Die pulmonale Form des Phänomens gilt aus klinischer Sicht als relevanteste Variante. In diesem Stadium gilt der Krebs in der Regel nicht mehr als heilbar.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lymphangiosa carcinomatosa?

Unter dem Sammelbegriff Krebs werden unterschiedlichste maligne Gewebeneubildungen zusammengefasst. Im Gegensatz zu benignen Neubildungen breiten sich maligne Tumorformen mit hoher Geschwindigkeit aus und sind aufgrund von hohen Zellteilungsraten durch rasantes Wachstum gekennzeichnet. Bösartige Krebszellen infiltrieren invasiv gesundes Gewebe und zerstören damit Organe und andere Gewebe.

Gleich nach Erkrankungen des Herzkreislaufsystems bilden bösartige Krebserkrankungen die häufigste Todesursache. Maligne Tumorzellen können sich entlang der verschiedensten Körpergewebe ausbreiten. Die Lymphangiosis carcinomatosa ist eine Ausbreitung von Krebs entlang der Lymphwege.

In der Regel tritt die Erscheinung in der Haut auf. Bei einigen Krebserkrankungen wird das Phänomen aber auch in Organen wie der Lunge beobachtet. Die Lymphangiosis carcinomatosa ist selbst nur das Symptom. Die übergeordnete Primärerkrankung ist Krebs unterschiedlichster Art.

Ursachen

Die Ursache für eine Lymphangiosis carcinomatosa können verschiedene Krebsarten sein. Das Phänomen tritt im Rahmen einer Metastasierung auf. Dabei siedeln sich Tochtergeschwulste eines Primär-Geschwulstes in entferntere Gewebe ab. Voraussetzung jeder Metastasierung ist die Invasivität der Krebserkrankung, also Gewebe durchbricht und so Systeme wie die Lymph- und Blutbahnen erreicht.

Schon kleine Tumore gewisser Malignität können metastasieren. Lymphangiosis carcinomatosa ist so letztlich ein Symptom für invasiv maligne Tumore, die mit ihren Zellen nach der Infiltration der Lymphgefäße an einer anderen Körperstelle Tochtergeschwulste bilden. Klinisch spielt vor allem die Form pulmonale Lymphangiosis carcinomatosa eine Rolle.

Dabei handelt es sich um eine Lungen-Metastasierung, bei der die bösartigen Zellen die Lunge über die Lymphbahnen erreichen. Die Primärursache dieser Metastasen kann zum Beispiel ein Mammakarzinom sein. Allerdings können auch Tumore wie das Prostatakarzinom, das Bronchialkarzinom oder das Pankreaskarzinom über die Lymphwege in die Lungen streuen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome von Patienten mit Lymphangiosis carcinomatosa hängen vom Kontext ab, so vor allem vom besiedelten Organ. Für die pulmonale Form gilt Luftknappheit im Sinne von Dyspnoe als Leitsymptom. Eine restriktive Ventilationsstörung entsteht aus der Lungenbesiedelung. Alle Formen der Lymphangiosis carcinomatose können außerdem zu Schwellungen des Lymphsystems führen oder Verhärtungen in den Lymphknoten hervorrufen.

Derartige Symptome sind an und für sich aber relativ unspezifisch und deuten lediglich die Aktivität des Immunsystems an, wie sie auch bei Infektionen vorliegt. Abgeschlagenheit, Müdigkeit und körperlich verminderte Leistungsfähigkeit sind ebenso unspezifische Symptome, sie bei vielen anderen Erkrankungen vorliegen können.

Grundsätzlich kommt es bei Lymphangiosis cacinomatosa häufig zu einem sogenannten Lymphstau. Der Abfluss der Lymphe ist durch die Infiltration also nicht mehr gewährleistet. Dadurch entsteht oft ein Flüssigkeitsstau in den Lymphbahnen. In der Regel ist dieses Phänomen schmerzlos und äußert sich ausschließlich in Form einer Schwellung.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Zeitpunkt der Diagnose spielt für bösartigen Krebs eine entscheidende Rolle. Nicht umsonst wird die Krebsvorsorge seit der jüngsten Vergangenheit ausgiebig empfohlen. Solange Krebs lokal begrenzt ist, bestehen bessere Heilungschancen. Sobald eine Lamphangiosis cacinomatosa eingetreten ist, verschlechtern sich die Heilungsaussichten.

Grundsätzlich gilt das für jede Metastasierung. Das klinische Bild der Lamphangiosis carcinomatosa ist durch rötliche oder blaue, relativ flächige Infiltration charakterisiert. Lymphangiosis carcinomatosa betrifft entweder die Haut oder Organe und Gewebe wie die Lunge. Die Diagnose wird vom Arzt in der Regel radiologisch gestellt.

Mikroskopische Invasionen von Lymphkapillaren lassen sich durch die Untersuchung eines Resektionspräparats diagnostizieren. Im Rahmen der Diagnostik kommt der TNM-Klassifikation eine bedeutende Rolle zu. Prognosen werden bei malignen Tumorerkrankungen meist in Zehnjahres-Überlebensraten angegeben.

Komplikationen

In der Regel führt die Lymphangiosa carcinomatosa zum Tode des Patienten. Die genaue Lebenserwartung kann dabei in der Regel nicht vorausgesagt werden. In den meisten Fällen kann allerdings keine Behandlung mehr stattfinden, sodass die Lebenserwartung des Betroffenen durch diese Krankheit deutlich verringert ist. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an einer starken Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit.

Die Belastbarkeit der Betroffenen ist durch die Krebserkrankung deutlich verringert, sodass körperlich anstrengende Aktivitäten in der Regel nicht mehr möglich sind. Der weitere Verlauf der Lymphangiosa carcinomatosa hängt allerdings auch sehr stark vom Tumor ab, welcher für die Metastasen verantwortlich ist. Weiterhin kann es auch zu einer Atemnot kommen, die die Lebensqualität erheblich verringern kann.

Eine kausale Behandlung der Lymphangiosa carcinomatosa ist leider nicht möglich. In vielen Fällen sind die Betroffenen und die Angehörigen auf eine psychologische Behandlung angewiesen, falls sie an Depressionen oder an anderen psychischen Verstimmungen leiden. Die einzelnen Beschwerden und Symptome können in vielen Fällen eingeschränkt werden. Eine vollständige Heilung ist allerdings nicht möglich.

Behandlung & Therapie

Die Therapie einer Lymphangiosis carcinomatose hängt von den Umständen ab. Beispielhaft soll hier auf die pulmonale Form des Phänomens eingegangen werden. Grundsätzlich sind alle Behandlungsschritte zur Therapie einer Lymphangiosis carcinomatosa an den einzelnen Symptomen orientiert. Im Fokus der Behandlung steht meist eine Linderung der Symptome und damit eine Verbesserung der Lebensqualität.

Eine ursächliche Behandlung ist in diesem Stadium meist nicht mehr von Erfolg gekrönt. Bei der pulmonalen Form wird daher vor allem die Luftknappheit symptomatisch behandelt. Zu diesem Zweck kommen höherdosierte Glucocorticoide wie Cortison zum Einsatz. Darüber hinaus stehen zur symptomatischen Behandlung der Luftknappheit Schleifendiuretika zur Verfügung.

Letztgenannte Medikamente entwässern vor allem die Lunge. Außerdem kommt im Einzelfall zuweilen Theophyllin zum Einsatz. Zugleich wird mit der Gabe von Zytostatika meist an der primären Tumorerkrankung angesetzt, um eine Besserung der Beschwerden zu erzielen. Obwohl die Erkrankung in diesem Stadium nicht mehr als heilbar gilt, kann sie doch hinausgezögert werden, um wertvolle Zeit zu gewinnen.

Darüber hinaus wurde in Zusammenhang mit Endstadium-Tumorerkrankungen bereits von bislang nicht näher geklärten „Wundern“ berichtet. Um die Lebensqualität des Patienten zu verbessern, lässt er sich von der ungünstigen Prognose idealerweise nicht den Lebensmut nehmen. Um die psychische Situation der Betroffenen zu verbessern, kann eine supportive Psychotherapie helfen.

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Vorbeugung

Der Lymphangiosis carcinomatosa lässt sich in gewissem Maß vorbeugen. Mittlerweile stehen zahlreiche Präventionsmaßnahmen und Früherkennungsmaßnahmen für Krebs zur Verfügung. Darüber hinaus stehen viele ursächliche Faktoren von Krebserkrankungen heutzutage fest.

Die exogenen Ursachenfaktoren lassen sich durch gezielte Präventionsmaßnahmen aus dem eigenen Leben verbannen. Da Krebs allerdings auch endogene Ursachenfaktoren hat, kann zwar noch immer eine Krebserkrankung eintreten. Durch Früherkennungsuntersuchungen wird eine solche aber oft erkannt, bevor eine Lymphangiosis carcinomatosa eingetreten ist.

Das können Sie selbst tun

Im Stadium einer Lymphangiosa carcinomatosa gibt es nur noch eingeschränkte Möglichkeiten zur Selbsthilfe, was die Prognose der Erkrankung betrifft. Eine Heilung ist nicht mehr möglich. Allerdings können intensive symptomatische Therapien zur Lebensverlängerung beitragen. Einen größeren Einfluss hat der Patient selber jedoch auf seine Lebensqualität während der Erkrankung oder zu deren Prophylaxe.

Da die Lymphangiosa carcinomatosa eine Komplikation von Brustkrebs oder verschiedener anderer Karzinome darstellt, kann die Krebsvorsorge eine wesentliche Rolle bei der Verhinderung der Erkrankung darstellen. Speziell bei der Vorbeugung von Brustkrebs gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Selbsthilfe. Die medizinischen Fachgesellschaften empfehlen den Frauen die Selbstuntersuchung ihrer Brust zur Früherkennung von Krebs. Die Selbstuntersuchung sollte fünf bis sieben Tage nach dem Einsetzen der Regelblutung oder kurz nach deren Ende durchgeführt werden. Auch die Teilnahme an einem Früherkennungsprogramm ab dem 30. Lebensjahr wird empfohlen.

Bei auffälligen Veränderungen in und an der Brust sollten so schnell wie möglich spezialisierte Behandlungszentren für Brusterkrankungen aufgesucht werden. So kann entweder eine Lymphangiosa carcinomatosa ausgeschlossen oder nach deren frühzeitiger Diagnose durch schnelles Einsetzen der Behandlung die 5-Jahres-Überlebensrate erhöht werden. Aber auch im Rahmen einer Lymphangiosa carcinomatosa kann der betroffene Patient durch Eigeninitiative noch zu einer besseren Lebensqualität beitragen. So können unter anderem die Betroffenen durch die Inanspruchnahme einer unterstützenden Psychotherapie ihre psychische Situation verbessern.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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