Lymphadenitis mesenterialis

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. August 2017
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Bei der Lymphadenitis mesenterialis handelt es sich um eine Krankheit, die im überwiegenden Teil der Fälle bei Kindern auftritt. Die Erkrankung wird auch mit den synonymen Begriffen Morbus Maßhoff und Lymphadenitis mesenterica bezeichnet. Das Hauptsymptom der Krankheit sind angeschwollene und entzündete Lymphknoten. Betroffen sind in erster Linie die sogenannten mesenterialen Lymphknoten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Lymphadenitis mesenterialis?

Grundsätzlich stellt die Lymphadenitis mesenterialis eine Schwellung der Lymphknoten dar. Zum Anschwellen der Lymphknoten kommt es in der Regel infolge von diversen Infekten. Dabei ist das sogenannte Illeum entzündet. In den meisten Fällen erkranken Patienten im Kindesalter an der Lymphadenitis mesenterialis.

Oftmals sind keine Maßnahmen der Behandlung notwendig, da die Lymphadenitis mesenterialis meist auch ohne Therapie ausheilt. Der Fachbegriff Lymphadenitis steht für einen Entzündungszustand, der die Lymphknoten betrifft. Dabei handelt es sich im überwiegenden Teil der Fälle um eine Folge von Infekten. Mit der Entzündung reagiert der Lymphknoten auf verschiedene Arten von Erregern.

Darüber hinaus bestehen jedoch noch weitere potenzielle Auslöser, die unter Umständen eine Lymphadenitis mesenterialis hervorrufen. Mögliche Ursachen sind zum Beispiel Störungen der Stoffwechselvorgänge, bestimmte Arten von Krebs sowie diverse Arzneimittel, die die Lymphknoten anschwellen lassen.

Ursachen

Die Lymphadenitis mesenterialis wird unmittelbar durch eine Entzündung im Bereich des Illeum ausgelöst. Die Ursache dafür stellen in der Regel Infektionen mit diversen Erregern dar. Mögliche Keime, die unter Umständen eine unspezifische Lymphadenitis mesenterialis hervorrufen, sind zum Beispiel Adenoviren, das Zytomegalievirus oder das sogenannte Epstein-Barr-Virus.

Weitaus seltener sind spezielle Rotaviren für die Entstehung der Lymphadenitis mesenterialis verantwortlich. Wenn es sich um eine spezifische Form der Lymphadenitis mesenterialis handelt, kommen außerdem die Erreger Yersinia enterocolitica und Yersinia pseudotuberculosis als Auslöser in Frage.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Rahmen der Lymphadenitis mesenterialis treten verschiedene Beschwerden und Krankheitsanzeichen in Erscheinung. Diese unterscheiden sich oftmals leicht von Patient zu Patient und variieren auch im Hinblick auf ihren Schweregrad. Grundsätzlich weist die Lymphadenitis mesenterialis gewisse Ähnlichkeiten zur Appendizitis auf.

Aus diesem Grund entstand der synonyme Begriff ‚Pseudoappendizitis‘, mit dem die Lymphadenitis mesenterialis mitunter bezeichnet wird. Typische Symptome sind zum Beispiel Fieber sowie Druckschmerzen im Bereich des unteren Bauches auf der rechten Seite. Darüber hinaus sind in manchen Fällen auch andere Lymphknoten in weiteren Bereichen des Körpers von den Schwellungen betroffen.

Sogar die Tonsillen schwellen im Rahmen der Lymphadenitis mesenterialis mitunter an. Zahlreiche Symptome der Lymphadenitis mesenterialis ähneln denen einer Blinddarmentzündung, sodass diese auch bei der Differenzialdiagnose abzuklären ist.

Spezielle Rektaluntersuchungen weisen unter Umständen relativ deutlich auf eine Appendizitis hin, obwohl tatsächlich eine Lymphadenitis mesenterialis vorliegt. Dabei findet sich zum Beispiel ein typischer rektaler Unterschied in der Temperatur. Vor allem bei der unspezifischen Form der Erkrankung sind die Tonsillen oftmals mitbeteiligt.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Zur Diagnose der Lymphadenitis mesenterialis stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Deren Einsatz erfolgt unter Berücksichtigung der individuellen Symptomatik. Zunächst ist eine gründliche Anamnese wichtig, die der behandelnde Arzt gemeinsam mit dem erkrankten Patienten durchführt.

Da es sich bei den betroffenen Personen zum großen Teil um Kinder handelt, sind die Eltern beziehungsweise Sorgeberechtigten dabei meist abwesend. Nach dem Patientengespräch finden unterschiedliche klinische Untersuchungen statt, über die der Arzt entscheidet. Die verantwortlichen Erreger werden mit dem Stuhl ausgeschieden und sind theoretisch auf diesem Weg feststellbar.

In der Realität ist dieser Nachweis jedoch nur selten erfolgreich. Auch über die erhöhten Antikörpertiter ist eine Diagnose der Lymphadenitis mesenterialis möglich. Mit Hilfe hochauflösender sonografischer Untersuchungen sind die Schwellungen der Lymphknoten bildlich darstellbar. Bei Ultraschalluntersuchungen des Abdomens zeigen sich ebenfalls angeschwollene Lymphknoten.

Im rektalen Bereich bildet sich zudem eine charakteristische Temperaturdifferenz. Im Hinblick auf die Differenzialdiagnose ist die Lymphadenitis mesenterialis vor allem von Morbus Crohn und einer Appendizitis beziehungsweise Entzündung des Blinddarms abzugrenzen.

Komplikationen

In den meisten Fällen führt die Lymphadenitis mesenterialis zu recht hohem Fieber. Die Betroffenen leiden dabei auch an Beschwerden, die einer Grippe relativ stark ähneln. Weiterhin kommt es auch zu Schmerzen im Bereich des Bauches, die vor allem in Form von Druckschmerzen auftreten. Die Lebensqualität des Patienten wird durch diese Schmerzen deutlich verringert.

Ebenso kann es zu einer Blinddarmentzündung kommen, die in der Regel ebenso mit starken Schmerzen verbunden ist. Die Patienten leiden dabei weiterhin auch an einer Müdigkeit und an einer Abgeschlagenheit. Auch die Belastbarkeit des Betroffenen wird durch die Lymphadenitis mesenterialis erheblich verringert und eingeschränkt.

In den meisten Fällen muss die Lymphadenitis mesenterialis nicht direkt behandelt werden, falls sie nicht zu weiteren Symptomen oder Beschwerden führt. Nur in schwerwiegenden Fällen ist dabei ein ärztlicher Eingriff notwendig. Die Betroffenen können auch Antibiotika einnehmen, um die Beschwerden zu lindern.

Weitere Komplikationen treten in der Regel nicht auf. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Lymphadenitis mesenterialis nicht verringert oder eingeschränkt. Bei einer erfolgreichen Behandlung verschwinden die Beschwerden in der Regel vollständig.

Behandlung & Therapie

Grundsätzlich handelt es sich bei der Lymphadenitis mesenterialis um eine Krankheit, die sich in der Regel selbst limitiert. Aus diesem Grund sind therapeutische Maßnahmen so gut wie nicht notwendig. Eine Intervention ist nur in seltenen Ausnahmefällen erforderlich. Eine mögliche Komplikation im Rahmen der Lymphadenitis mesenterialis stellt zum Beispiel die sogenannte Invagination dar.

Dabei ist es in einigen Fällen nötig, einen chirurgischen Eingriff durchzuführen. Unter Umständen werden den Patienten Antibiotika zur Behandlung der Lymphadenitis mesenterialis verschrieben. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn die Krankheit verzögert verläuft oder es sich um Personen mit einer Immunsuppression handelt. Selbst wenn keine therapeutischen Maßnahmen zur Anwendung kommen, ist eine körperliche Schonung der Patienten hilfreich für den Verlauf der Lymphadenitis mesenterialis.

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Vorbeugung

Die Lymphadenitis mesenterialis wird im Regelfall durch bestimmte Arten von Erregern ausgelöst, die eine Infektion des Organismus bewirken. In der Folge entwickeln sich die Schwellungen an den Lymphknoten. Einer Lymphadenitis mesenterialis lässt sich also nur insofern vorbeugen, wie auch präventive Maßnahmen für die entsprechenden Krankheitsauslöser existieren.

Die Lymphadenitis mesenterialis limitiert sich selbst und bedarf nicht in jedem Fall einer Behandlung. Um Komplikationen vorzubeugen, empfiehlt sich die rechtzeitige Konsultation eines Arztes, der den Verlauf der Krankheit bei den meist kindlichen Patienten überwacht.

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Quellen

  • Eppinger, M., Müller, M., et al.: Pädiatrie. Für Studium und Praxis. 2013/14. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2013
  • Gortner, L., Meyer, S., Sitzmann, F.C.: Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Kurz, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2015

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