Luxation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Luxation

Eine Luxation, umgangssprachlich auch Verrenkung oder Auskugeln genannt, ist eine meist infolge eines Sturzes oder einer abrupten Überlastung auftretende Verletzung der Gelenke. Dabei kommt es zu einem meist vollständigen Kontaktverlust der das Gelenk bildenden Knochen. Besonders häufig betroffen sind hierbei die Schulter- und Ellbogengelenke.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Luxation?

Unter einer Luxation verstehen Mediziner eine Verletzung der Gelenke, bei der die gelenkbildenden Knochenenden meist vollständig den sonst vorhandenen Kontakt zueinander verlieren (dies wird Dislokation genannt).

Dieser Zustand wird allgemein auch als Ausrenkung oder Auskugeln des jeweiligen Gelenks bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine meist vorübergehende Fehlstellung der Knochen, die medizinisch behandelt werden muss. Grundsätzlich können von einer Luxation nahezu alle im Körper befindlichen Gelenke betroffen sein.

Besonders häufig treten aber Luxationen des Schulter-, Ellbogen- und Kniegelenks auf. Auch ausgekugelte Finger- oder Kiefergelenke sind keine Seltenheit. Eine Luxation ist eine schwere Verletzung des betroffenen Gelenks und kann besonders während des Wachstums zu Knochenbrüchen führen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Luxation liegen in den meisten Fällen in einer indirekten Gewalteinwirkung auf das betroffene Gelenk. Dabei kann es sich unter anderem um einen Sturz etwa auf den Arm/die Schulter handeln.

Auch bei manchen Sportarten kann es zu sogenannten Überstreckverletzungen kommen, die eine Luxation beispielsweise der Fingergelenke zur Folge haben. Ein ruckartiges und heftiges Ziehen an Fingern, Armen oder Beinen kann ebenfalls dazu führen, dass ein Gelenk entsprechend verletzt wird.

War ein Gelenk bereits mehrfach von einer Luxation betroffen, kann es unter Umständen im Vergleich zu anderen Gelenken instabil bleiben - in Folge treten auch ohne Gewalteinwirkung gelegentlich sogenannte habituelle Luxationen auf.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine Luxation kann vom behandelnden Arzt oftmals bereits aufgrund der vorliegenden optischen Deformierung des betroffenen Gelenks diagnostiziert werden. Dabei steht der Gelenkkopf oftmals deutlich hervor. Unter Umständen kommt es zu Schwellungen und Blutergüssen.

Eine Luxation ist dazu meist von Schmerzen begleitet, was zu einer Schonhaltung führt. Sind die Symptome nicht eindeutig, kann eine Röntgenaufnahme der jeweiligen Körperregion bei der Diagnose helfen.

Bleibt eine Luxation unbehandelt, kann es zu einer dauerhaften Gelenkinstabilität und den bereits erwähnten habituellen Luxationen oder auch häufiger auftretenden Knochenbrüchen im Bereich der Gelenke kommen. Als Spätfolge droht Arthrose oder eine dauerhafte Fehlstellung des Gelenks.

Komplikationen

In erster Linie führt eine Luxation zu relativ starken Schmerzen an den Gelenken. Die Gelenke selbst sind dabei angeschwollen und können auch Blutergüsse aufweisen. In der Regel hängt der weitere Verlauf dieser Beschwerde stark von der Ursache der Luxation und der betroffenen Stelle ab, sodass ein allgemeiner Verlauf der Krankheit nicht prognostiziert werden kann. In vielen Fällen sind die Gelenkflächen nach der Luxation in einer falschen Position, sodass es zu Einschränkungen in der Bewegung und im Alltag des Patienten kommt.

In der Regel ist die Diagnose der Ausrenkung relativ einfach und schnell, da das Gelenk sichtbar hervorsteht. Daher ist auch eine frühzeitige Behandlung dieser Beschwerde möglich. Es kommt dabei allerdings nicht zu einer Selbstheilung. Sollte die Luxation nicht richtig behandelt werden, kann sich auch eine Arthrose ausbilden.

Nicht selten kann es durch die Luxation auch zur Einklemmung von Nerven kommen, sodass die Patienten an Lähmungen oder an anderen Gefühlsstörungen leiden und damit im Alltag eingeschränkt sind. Die Behandlung findet dabei durch einen operativen Eingriff statt und führt in den meisten Fällen zu einem Erfolg. Komplikationen treten dabei nicht ein. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Luxation nicht beeinflusst.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Arzt eine Luxation diagnostiziert, kann er eine entsprechende Behandlung einleiten. In erster Linie muss die Fehlstellung der gelenkbildenden Knochen korrigiert werden.

Umgangssprachlich wird dieser Vorgang auch als "Einrenken" bezeichnet. Er sollte nur von einem Fachmann durchgeführt werden, da eine zu starke Gewalteinwirkung oder eine ruckartige falsche Bewegung das Gelenk selbst oder umliegende Nerven oder Gefäße beschädigen kann. Unter Umständen muss dieser nicht schmerzfreie Eingriff in Narkose stattfinden.

Anschließend sollte das betroffene Gelenk ruhiggestellt werden. Eine Röntgenaufnahme gibt Aufschluss darüber, ob die Reposition (das Einrenken) erfolgreich war und ob eventuell weitere Verletzungen bestehen. Kann das Gelenk nicht wie erwartet wieder in seine ursprüngliche Position gebracht werden, muss ein operativer Eingriff stattfinden, der dies korrigiert. Eine Operation wird oft auch dann notwendig, wenn die Luxation gleichzeitig von einem Knochenbruch begleitet wird.

Im Anschluss an eine Luxation sollte das Gelenk über mehrere Wochen bzw. sogar Monate nicht übermäßig belastet werden. Eine komplette Immobilisierung über einen längeren Zeitraum ist allerdings nicht anzuraten. Ist die Verletzung beim Sport aufgetreten, ist es oft nötig, das Training vorübergehend einzustellen, um eine vollständige Wiederherstellung der Gelenkstabilität zu gewährleisten. Entsprechende krankengymnastische Übungen können den Heilungsprozess unterstützen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Da eine Luxation meist infolge einer akuten Gewalteinwirkung auftritt, kann ihr nur schwer vorgebeugt werden. Besteht allerdings bereits eine bekannte Anfälligkeit bestimmter Gelenke, ist es ratsam, diese nicht übermäßig zu belasten. Tritt eine Luxation auf, sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass die wichtige Gelenkstabilität nach der traumatischen Verletzung wieder vollständig hergestellt werden kann.

Das können Sie selbst tun

Selbsthilfemaßnahmen im Zusammenhang mit einer Luxation bestehen im Schonen des betroffenen Gelenks und gegebenenfalls im Einleiten schmerzstillender Maßnahmen. So ist es für Betroffene angeraten, dass sie den ärztlichen Anweisungen folgen und eine Ruhestellung des Gelenks ermöglichen. Tatsächlich ist die beste Selbsthilfemaßnahme beim Vorliegen einer Verrenkung eine mehrwöchige Schonung des Bereichs nach dem Wiedereinrenken.

Es ist im Falle des akuten Auftretens einer Luxation nicht angeraten, als Laie ein Wiedereinrenken zu versuchen. Die Möglichkeiten, hierbei Schäden am Gelenk oder umgebenden Gewebe zu verursachen, sind mannigfaltig. Ausnahmen stellen hier immer wieder luxierte Kniescheiben dar: Diese können nach fachlicher Einweisung oftmals selbst wieder reponiert werden.

Insgesamt sollte einer auftretenden Luxation rasch mittels einer Kühlung begegnet werden, insofern Schmerzen und Schwellungen auftreten. Zum Vermeiden einer weiteren Anschwellung sollte versucht werden, die entsprechende Stelle hoch zu lagern oder zu halten. Das Kühlmittel darf dabei nicht direkt auf der Haut aufliegen. Auch ein Fixieren der verrenkten Stelle mittels einer behilfsmäßigen Bandage oder ähnlichem ist bis zur ärztlichen Untersuchung und Behandlung sinnvoll. Eine chronische Luxation bei Gelenken ist nicht mittels Selbsthilfemaßnahmen korrigierbar. Hier kann nur schmerzstillend eingewirkt werden.

Bücher über Knochenbrüche, Verletzungen & Unfälle

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Grifka, J., Krämer, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Heidelberg 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: