Lungentransplantation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Die Lunge stellt ein lebenswichtiges Organ dar, welches für den Gasaustausch im Körper verantwortlich ist. Bestimmte Krankheiten und Beschwerden können die Funktion jedoch so irreparabel einschränken, dass eine Transplantation mit einem Spenderorgan notwendig wird. Eine Lungentransplantation birgt zahlreiche Chancen und Vorteile, aber auch Risiken, die nicht ignoriert werden sollten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Lungentransplantation?

Bei der Lunge handelt es sich um ein komplexes Organ. Sie kann in den linken und rechten Lungenflügel differenziert werden. Abhängig von der Art der Beschwerden und dem Grad der Beschädigung, werden bei einer Transplantation ein Flügel, beide Flügel oder einzelne Lungenlappen ersetzt.

Ziel ist es, das nicht mehr funktionstüchtige Gewebe gegen ein gesundes Organ auszutauschen, damit die lebenswichtigen Abläufe weiterhin stattfinden und das Leben des Patienten gerettet werden können. Bevor eine Lungentransplantation zum Einsatz kommt, muss die Erkrankung jedoch bereits weit fortgeschritten und nicht mehr durch Medikamente und andere Therapien behandelbar sein. Zum einen ist der Anteil von Spenderorganen knapp, zum anderen überwiegen in weniger schweren Fällen die Risiken einer Lungentransplantation.

Grundlage ist eine feststellbare Atemnot des Patienten sowie eine Lebenserwartung, die ohne Spenderorgan unter 18 Monaten liegt. Verursacht werden die Schäden an dem Gewebe durch verschiedene Krankheiten. Zu diesen gehören beispielsweise die idiopathische Lungenfibrose, eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung oder die pulmonale Hypertonie. Eine Lungentransplantation gilt jedoch bei jeder Krankheit als letzter Ausweg.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bevor die Transplantation erfolgen kann, haben viele Patienten oft bereits einen langen Leidensweg hinter sich, der vor allem aus der Warteliste besteht. Wer eine der limitierten Spenderlungen erhält und wer nicht, hängt von zahlreichen Faktoren und Tests ab. Zu diesen gehört zum Beispiel das Alter des Patienten sowie der allgemeine Gesundheitszustand. Wurde die Transplantation bewilligt, kommt es vor der Operation zunächst zur Vorbereitungszeit.

Ziel dieser Phase ist es, das individuelle Risiko der betroffenen Person so klein zu gestalten, wie möglich. Dazu wird der Thoraxbereich durch Röntgenaufnahmen und ein CT untersucht. Es kommt zu Lungenfunktionstests sowie Untersuchungen des Herzens. Um das Vorliegen von Tumoren und Infekten auszuschließen, erfolgt zudem eine Laboruntersuchung des Bluts. Die Vorbereitungszeit wird durch ein psychologisches Gutachten abgeschlossen, stellt eine Transplantation eine emotionale Belastung dar. Aufgrund der Unterlagen wird schließlich entschieden, innerhalb welchen Zeitraums die Operation erfolgen sollte. Konnte ein passendes Spenderorgan gefunden werden, wird der Eingriff unverzüglich eingeleitet.

In den meisten Fällen kommt es zur Transplantation beider Lungenflügel. Die Operation von nur einem kann eine schwere Infektion verursachen. Um das Gewebe zu entnehmen wird zunächst ein Schnitt am Thorax vollzogen. Durch die Öffnung kann der erkrankte Teil entfernt und das gesunde Organ eingesetzt werden. Zuerst verbinden die Ärzte Lungenbronchien und Lungenvenen, anschließend die Lungenarterien. Ist es dem Blut wieder möglich zu zirkulieren, so nimmt die neue Lunge ihre Funktion auf. Konnte die Transplantation erfolgreich abgeschlossen werden, wird das Gewebe vernäht.

Abhängig von der Art der Beschwerden und dem Grad der Beschädigung, werden bei einer Transplantation ein Flügel, beide Flügel oder einzelne Lungenlappen ersetzt. Ziel der Operation ist es, den gestörten Gasaustausch wieder einwandfrei ablaufen zu lassen.

Nach Abschluss der Operation muss der Patient zunächst auf der Intensivstation verweilen. In der Regel wird eine Verlagerung auf eine andere Station innerhalb einer Woche angestrebt. Bei etwa 15 Prozent aller Lungentransplantationen treten jedoch Komplikationen auf, die einen längeren Aufenthalt auf der Intensivstation notwendig machen. Die Transplantation wird von einem 3 wöchigen Klinikaufenthalt mit Rehabilitationsmaßnahmen begleitet. Patienten müssen Medikamente einnehmen, die den Organismus davon abhalten, die neue Lunge abzustoßen.

Ziel der Operation ist es, den gestörten Gasaustausch wieder einwandfrei ablaufen zu lassen. Konnte der Eingriff erfolgreich abgeschlossen werden, gelingt es dem Körper wieder, die Zellen optimal mit Sauerstoff zu versorgen und gleichzeitig die anfallenden Abfallprodukte auszuscheiden.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Wie bei jeder Operation entstehen auch bei einer Lungentransplantation gesundheitliche Risiken. Diese werden bereits durch die Narkose verursacht. So können Beschwerden wie eine Thrombose oder Infektionen nicht ausgeschlossen werden. Unsaubere Nahtstellen können zu undichten Stellen und Einblutungen ins Gewebe führen.

Untersuchungen haben zudem ergeben, dass etwa 30 Prozent aller Patienten im Laufe ihres Lebens mit der neuen Lunge mindestens einmal einen akuten Abstoßungsprozess ihres Körpers wahrnehmen. Bei diesem kommt es zu einer Entzündung, weil der Organismus das neue Gewebe nicht als körpereigene Zellen anerkennt. Stattdessen produziert er Antikörper, um den vermeintlichen Fremdkörper zu zerstören. Diese greifen die Lunge an, es entwickelt sich eine Entzündung. Patienten bemerken die Reaktion durch Fieber, einen trockenen Mund, eine eingeschränkte Funktion des Organs, Müdigkeit und Atemnot.

Durch die Behandlung mit Antibiotika und Immunsuppressiva lässt sich das Phänomen häufig eliminieren. Besonders im ersten Jahr nach der Operation klagen Patienten zudem vermehrt über Infektionen mit Viren, Pilzen und Bakterien. Ausschlaggebend für das häufige Auftreten ist das geschwächte Immunsystem. Auf diese Weise können Erreger vereinfacht in den Körper dringen und dort Krankheiten auslösen.

Durch eine Lungentransplantation können Atemwegskomplikationen entstehen. Diese beruhen oft auf verengten Atemwegen, welche wiederum auf den Nahtstellen basieren. Mittlerweile existieren jedoch medizinische Verfahren, die das Auftreten solcher Beschwerden reduziert haben. Zu diesen gehören beispielsweise Stents, die der Körper nach einiger Zeit abbaut, oder kleinen Ballons. Damit die zahlreichen eventuellen Risiken frühzeitig erkannt werden können, sind die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen unausweichlich. In diesen wird Patienten Blut abgenommen, die Funktion der Lunge getestet sowie das äußere Erscheinungsbild der Bronchien betrachtet.

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