Lungenkrebs Behandlung und Vorbeugung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Juli 2017
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Neben den allgemeinen Vorsorgeuntersuchungen sollten sich nicht nur Raucher, sondern auch Nichtraucher regelmäßig vom Arzt auf ihre Lungenfunktion hin untersuchen lassen. Neben eventuell bisher unterkannten Erkrankungen, werden auch eine ganze Reihe anderer Lungenerkrankungen entdeckt, unter anderem in zunehmendem Maße Lungenkrebs. Es ist heute so, dass bei Männern über 40 Jahren schon mehr Lungengeschwüre und Lungengeschwülste als andere Lungenkrankheiten gefunden werden.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen für Lungenkrebs

Obwohl die Ursachen der Krebsentstehung noch nicht vollständig bekannt sind, wissen wir, dass es viele Fakotren gibt, die Lungenkrebs auslösen oder seine Entstehung begünstigen. Erst wenn sie alle erforscht und wie die Bausteine eines Mosaikbildes richtig zusammengesetzt sind, wird man die Krebsentwicklung bis ins einzelne überblicken können. Über einen Faktor sind sich jedoch alle Mediziner der Welt einig: Das Rauchen, besonders das Zigarettenrauchen, begünstigt die Entstehung von Lungenkrebs.

Nicht das Nikotin ist in diesem Fall der schädliche Wirkstoff, der die Krebsentstehung fördert, sondern die Teerprodukte, die durch einen Schwelprozess beim langsamen Verbrennen der Zigarette entstehen. Aus diesen Tabakteeprodukten konnte man Stoffe isolieren, die die Fähigkeit haben, im Tierexperiment Lungenkrebs zu erzeugen. Mit diesen Produkten teert der Raucher gewissermaßen durch das Inahlieren des Zigarettenrauches täglich seine Bronchien und entzündet zusätzlich diese noch dazu.

Die chronische und sich ständig wiederholende Entzündung und Reizung der Bronchialschleimhaut kann nach einer Latenzzeit von etwa zwanzig Jahren eine Krebserkankung verursachen. Am häufigsten erkranken Patienten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, aber auch jüngere Menschen sind vor dem Lungenkrebs nicht sicher. Die Beobachtung, dass Frauen nicht so häufig an Lungenkrebs erkranken, ist nicht durch den Geschlechterunterschied zu erklören, sondern spiegelt wider, dass Männer mehr rauchen als Frauen, obwohl die Frauen mitlerweile fast ebensoviel Rauchen wie die Männer.

Neben dem Rauchen muss aber noch ein weiterer Faktor, der die Lungenkrebsentstehung begünstigt, unbedingt erwähnt werden. Gemeint ist die Verunreinigung der Luft unserer modernen Industriestädte und Industriegroßanlagen. Ein bekanntes Beispiel ist die starke Verschmutzung der Luft im Ruhrgebiet, auch wenn die Luft dort in den letzten Jahren um einiges sauberer geworden ist. Zur Verunreinigung der Atemluft tragen auch die Abgase der Autos stark bei, die eben in den Ballungszentren besonders stark ausgeprägt sind.

Symptome & Anzeichen

Von Lungenkrebs befallene Lungenbläschen (Alveolen) im Ausschnitt gekennzeichnet. Klicken, um zu vergrößern.

Ein Krebsgeschwür entwickelt sich stets aus der Schleimhaut der Bronchien und wird aus diesem Grund auch Bronchialkrebs genannt. Werden die großen Bronchien betroffen, sprechen wir von einem zentralen Lungenkrebs, entsteht er in der Peripherie, so sprechen wir von einem peripheren Lungenkrebs. Die Einteilung in diese beiden Gruppen ist für die Früherfassung des Lungenkrebses von großer Bedeutung. In der Lunge befinden sich keine schmerzleitenden Nerven, es ist also kein Alarmsystem vorhanden, das zum Beispiel durch Schmerzen auf Veränderungen in der Lunge aufmerksam macht. Diese "stummen" peripheren Geschwüre sind es besonders, die durch die Röntgenuntersuchung oder zufällig bei anderen prophylaktischen Untersuchungen entdeckt werden.

Anders ist es mit dem Lungenkrebs, der sich in den großen Bronchien entwickelt. Hier befinden sich Hustenreflexzentren. Der wachsende Lungenkrebs führt zu einer Reizung dieser Zentren, es kommt zu einem hartnäckigen Husten, der sich zum Beispiel im Gegensatz zur Bronchitis durch Hustenmedikamente nicht beeinflussen lößt. Außerdem können Auswurf, Blutbeimengungen im Auswurf, häufig auftretende grippale Infekte oder wiederholte Erkrankungen an Lungenentzündung, wichtige Hinweiszeichen sein.

Untersuchung & Behandlung

Wie ist nun der Gang der Untersuchung, wenn bei einem Mann durch die Röntgenuntersuchung eine Lungenverschattung im rechten Oberlappen festgestellt wurde und mit den Untersuchungsmethoden, wie sie in einer ambulanten Einrichtung zur Verfügung stehen, nicht herausgefunden werden konnte, welche Erkrankung diesen Verschattungsbezirk hervorruft? Eine Röntgenuntersuchung kann nämlich nicht immer genaue Aussagen über die Natur einer Verschattung machen. Das Röntgenbild liefert nur ein schwarzweißes Schattenbild der Lunge und des Krankheitsprozesses. Es läßt sich mit einer angeleuchteten Leinwand vergleiehen, hinter die verschiedene Geldstücke gleicher Größe gehalten werden.

Man sieht dann nur gleich große runde Schattenbilder, kann aber nicht den Wert der einzelnen Geldstücke erkennen. Um jedoch die Ursache der Verschattung herauszufinden, muss sich der Patient zu einer Spezialuntersuchung in einem Krankenhaus begeben. Wie es Instrumente gibt, mit denen man in die Blase oder in den Magen blicken kann, gibt es auch eines, mit dem in die Bronchien hineinsehen kann, das Bronchoskop.

Die flexible Bronchoskopie ist eine Routineuntersuchung, die heute nicht mehr mit einer Kurznarkose oder lokalen Betäubung durchgeführt wird und etwa zehn Minuten dauert. Mit dem Bronchoskop kann man die großen Bronchien direkt betrachten und außerdem mit Optiken in ihre Aufzweigungen hineinblicken. Auf diese Weise lässt sich feststellen, ob zum Beispiel entzündliche Veränderungen der Bronchialschleimhaut oder geschwürartige Wucherungen in den Bronchien bestehen.

Der Arzt entnimmt mit einer feinen Zange ein kleines Gewebsstück aus der verdächtigen Stelle. Die mikroskopische Untersuchung diese Probe gibt dann Auskunft, ob nun wirklich ein Lungenkrebs vorliegt. Es können nämlich in der Lunge und den Bronchien neben dem Lungenkrebs als bösartige Tumore auch gutartige Neubildungen vorkommen.

Man kann jedoch mit dem Bronchoskop über die großen Bronchien und ihre Aufzweigungen nicht hinaussehen, da die nächstfolgenden Aufzweigungen zu fein sind. Mit einer weiteren Untersuchungsmethode, der Bronchografie, lassen sich die peripheren Abschnitte des Bronchialbaumes sichtbar machen. Dazu nutzt man die Tatsache, dass bestimmte chemische Substanzen (Kontrastmittel) die Röntgenstrahlen nicht durchlassen, im Röntgenbild also eine Verschattung bewirken. Durch einen Gummikatheter wird das Kontrastmittel in die Bronchien der kranken Lungenseite gefüllt, damit die kleinen Bronchien deutlich auf dem Röntgenschirm hervortreten.

Infogramm zu den verschiedenen Lungenerkrankungen und deren Merkmale, Anatomie und Lage. Klicken, um zu vergrößern.

Jetzt kann man bei dem Patienten an Hand der Bronchografie erkennen, welcher Bronchus in die Verschottung hineinführt Nun setzt man das dritte wichtige Untersuchungsverfahren der Bronchologie ein. Dazu wird vom Bronchoskop aus über den, mittels der Bronchografie, festgestellten Zuführungsbronchus ein feiner Gummikatheter zum Herd vorgeschoben. Auch bei dieser Untersuchung braucht der Arzt die Röntgenstrahlen. Mit Hilfe der Durchleuchtung kann er feststellen, ob der Katheter den richtigen Weg zum Krankheitsherd nimmt. Hat der Katheter den Herd erreicht, wird er an eine Saugpumpe angeschlossen. So kann man winzige Gewebsbröckelchen vom Krankheitsherd absaugen, die gefärbt und unter dem Mikroskop feingeweblich untersucht werden.

Diese Methode, die der Arzt Katheterbiopsie nennt, erlaubt also eine Gewebsentnahme aus der Lungenperipherie. Man behutzt dabei die Bronchien als natürlichen Zugangsweg und erspart dem Patienten einen diagnostischen operativen Eingriff. Bei einem betroffenen Patienten konnte also durch die bronchologischen Untersuchungen ein Lungenkrebs festgestellt werden. Er war durch die Röntgenuntersuchung so rechtzeitig entdeckt und der Patient so schnell zur stationären Beobachtung eingewiesen worden, dass die Geschwüre durch eine sofort eingeleitete Operation radikal entfernt werden konnten.

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Differentialdiagnose

Aber nicht jeder Patient, der bronchologisch untersucht wird, hat einen Lungenkrebs. In den meisten Fällen stellt sich heraus, daß andere Lungenerkrankungen vorliegen. Auch hier hat die bronchologische Untersuchung schon oft geholfen, schnell den richtigen Behandlungsweg zu finden. Aus den Ursachen für die Krebsentstehung, die wir anfangs genannt haben, lassen sich gleichzeitig einige Annahmen ableiten, durch deren Weiterführung eine abnehmende Zahl von Lungenkrebserkrankungen erreicht werden kann.

Weil wir genau wissen, durch welche Stoffe in verunreinigter Luft eine Krebsentwicklung begünstigt wird, unternehmen Arbeitsmediziner wie Gesetzgeber große Anstrengungen, um die Anwesenheit dieser Stoffe in der Luft auf ein vertretbares Maß zu senken. Diese Bemühungen kennzeichnen eine Form der gesellschaftlichen Verantwortung für den Gesundheitsschutz.

Wenn die Gesellschaft mit großem, ständig steigendem Finanzaufwand die allgemeine Gefährdung herabsetzt, dann sollte auch der einzelne einen entsprechenden Beitrag, der ihm sogar Einsparungen bringt, leisten und auf das Rauchen, insbesondere von Zigaretten, verzichten. Wer glaubt, seine Zigarette nicht entbehren zu können, sollte sie wenigstens ausdrücken, wenn sie zu zwei Dritteln aufgeraucht ist, denn im letzten Drittel sammeln sich besonders viel Tabakteerprodukte an. Die weitverbreitete Meinung, eine Filterzigarette halte diese Teerprodukte zurück, ist falsch.

Zu den vorbeugenden Maßnahmen gehört auch, dass jeder an den in seinem Interesse sinnvollen Vorsorgeuntersuchungen teilnimmt. Falls der Arzt eine stationäre Behandlung anordnet, sollte man dies beherzigen, auch wenn man sich völlig gesund fühlt, aber auch nicht "durchdrehen", denn erstens verbirgt sich nicht hinter jedem Schatten auf dem Röntgenbild Lungenkrebs und zweitens wurde bereits darauf hingewiesen, dass fast jede Art von Krebs heilbar ist, wenn sie rechtzeitig erkannt wird.

Im Fall des Lungenkrebses bedeutet das, sofort den Arzt aufzusuchen, wenn sich ein hartnäckiger Husten einstellt, der auch nach der Anwendung von Medikamenten nicht zurückgeht, oder Blut im Sputum bemerkt wird.

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