Lungenabszess

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2017
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Die Lunge gehört zu den lebenswichtigen Organen des Menschen. Die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit und des Leistungsvermögen des Atmungsorgans durch ein Lungenabszess kann umfangreiche Folgeerkrankungen nach sich ziehen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Lungenabszess?

Bei einem Lungenabszess unterscheiden die Mediziner verschiedene Verlaufsformen, bei der sich neben dem eigentlichen Lungenabszess eine Pneumonie ausbilden kann. Im anderen Fall verläuft ein Lungenabszess ohne Pneumonie. Die Bezeichnung Pneumonie steht für die Lungenentzündung.

Im Rahmen der Definition des Lungenabszesses geht es um einen sogenannten nekrotischen Abszess, der im gut durchbluteten Lungengewebe wächst. Die Gefahr für die Gesundheit, welche von einem Lungenabszess ausgeht, ist auf dessen nekrotisches Wachstum gegründet. Bei einer Nekrose wird Gewebe zerstört, es stirbt ab.

Ein Abszess ist dadurch gekennzeichnet, dass sich in diesem Mengen von Eiter sammeln, ohne dass sich dieser Hohlraum von selbst öffnet. Die Eiteransammlungen können bei einem Lungenabszess somit nicht von selbst austreten.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung eines Lungenabszesses basieren in der Mehrheit auf Lungenentzündungen, welche durch eingeatmete Partikel ausgelöst werden.

Zu diesen Partikeln gehören auch krankheitserregende Keime sowie überwiegend Flüssigkeiten. Bei den Erregern ergeben mikrobiologische Untersuchungen, dass es sich um Kombinationen von Bakterienstämmen handelt, die eine sogenannte aerobe oder anerobe Lebensform darstellen. Aerob bedeutet, dass die Bakterien Sauerstoff benötigen, um sich zu vermehren. Anearobe Keime wachsen ohne Sauerstoff.

Als weitere ursächliche Faktoren, welche einen Lungenabszess nach sich ziehen können, sind Lungenentzündungen als Folgeerkrankungen nach einem Verschluss oder einer Verengung der Lungenarterie sowie die Bronchiektase (Vergrößerung einer Bronchie).

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Infogramm zu den verschiedenen Lungenerkrankungen und deren Merkmale, Anatomie und Lage. Klicken, um zu vergrößern.

In Bezug auf den Verlauf des Lungenabszesses treten spezifische Symptome auf, die sich in einer Entwicklung von Fieber, welches sich in einem Bereich von 37,5 °C bis 38 °C bewegt und eher als erhöhte Temperatur zu betrachten ist.

Darüber hinaus husten die von einem Lungenabszess betroffenen Patienten stark und entwickeln unter Umständen eine Kurzatmigkeit. Durch die Verteilung der krankheitsauslösenden und Eiter produzierenden Mikroben kommt es beim Lungenabszess zur Absonderung von eitrigem Sputum beim Husten. Dieser entsteht dann, wenn sich der Lungenabszess in der Nähe des Bronchialbaums befindet.

Komplikationen bei einem Lungenabszess sind eine Blutvergiftung, der Erguss von Eiter in die Pleura sowie ein Verschluss der Lungenarterie. Diese Aspekte sind diagnostisch relevant, um einen Lungenabszess entdecken zu können.

Röntgenologische Untersuchungen sind ebenfalls hilfreich. Diese werden durch eine Lungen-Computertomografie und eine mikrobiologische Untersuchung von Sputum sowie eine sogenannte Bronchoskopie erweitert. Da sich die Erreger eines Lungenabszesses in einem gewissen Stadium im Blut der Patientinnen oder Patienten befinden, kann ein Bluttest ebenfalls Ergebnisse bringen.

Komplikationen

Ein Lungenabszess kann schwerwiegende Folgen haben. Eine typische Komplikation ist zum Beispiel die Bildung von Fistelgängen, die im weiteren Verlauf zum Durchbruch ins Lungengewebe führt. Dadurch kann es zu einer Blutvergiftungen und anderen lebensgefährlichen Begleitsymptomen kommen. Ähnlich schwerwiegend verläuft ein Pleura-Empyem, also ein Durchbruch des Abszesses in den Pleuraspalt.

Dadurch kann es in der Folge ebenfalls zu einer Sepsis und mitunter auch zum vollständigen Lungenversagen kommen. Zuvor treten meist Atembeschwerden auf, die unbehandelt zum Ersticken führen können. Selten kann ein Lungenabszess auch zu einer sogenannten Gangrän führen, bei der ganze Lungenabschnitte absterben.

Diese Komplikation tritt vor allem bei verschleppten Lungenabszessen oder chronischen Erkrankungen der Lunge auf. Ein unerkannter Lungenabszess kann streuen und zu schweren körperlichen und psychischen Folgeerkrankungen führen. Je nach Schwere der Erkrankung kann dies in der Folge unter anderem zum Organversagen, verschiedensten Funktionsstörungen und schließlich zum Tod des Patienten führen.

Bei der Behandlung eines Lungenabszess kann es in Folge der Operation zu Nachblutungen, Blutungen, überschießender Narbenbildung und vorübergehenden Funktionsstörungen kommen. Die verordneten Arzneimittel können allergische Reaktionen und Unverträglichkeiten hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Um einen Lungenabszess zu behandeln, setzen die Mediziner bewährte Therapien ein, die sowohl auf Medikamenten als auch operativen Eingriffen beruhen. Die chirurgischen Eingriffe werden bei einem Lungenabszess dann in Erwägung gezogen, wenn der Abszess trotz Verabreichung von Antibiotika keinen Rückgang zeigt.

Die Einnahme von Antibiotika wird in diesem Zusammenhang als Langzeiteinnahme bezeichnet und umfasst bei einem Lungenabszess eine Dauer, die mindestens 6 Wochen umfasst. Nicht jedes antibiotisch wirkendes Arzneimittel erweist sich für die Behandlung des Lungenabszesses als sinnvoll. Um einen Resistenzaufbau des Organismus zu vermeiden, werden bei einem Lungenabszess gezielt Wirkstoffe wie Clindamycin verordnet.

Diese Substanzen können die beim Lungenabszess auftretenden Mischformen der Bakterien an deren Vermehrung und Ausbreitung hindern. Ergänzt werden kann die Therapie durch das Inhalieren und Medikamenten, welche einen Auswurf des Schleimes fördern.

In einigen Fällen kommt es auch zum Zerplatzen des Lungenabszesses, wobei der Eiter nicht unbedingt aus der Lunge abgeführt wird. Kommt es dadurch zu Komplikationen, werden diese bei einem Lungenabszess durch weiterführende Maßnahmen behandelt.

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Vorbeugung

Als vorbeugende Maßnahmen gegen einen Lungenabszess werden insbesondere eine ausreichende Mundhygiene sowie eine für die Gesundheit positive Lebensweise und die Stärkung des Immunsystems empfohlen. Innerhalb dieser Faktoren sollte der Genuss von Tabakwaren und Alkohol vermieden werden. Die Erreger, welche für einen Lungenabszess verantwortlich sind, können nicht übertragen werden. Eine normale Hygiene und Desinfektion der Hände und der Flächen ist daher ausreichend.

Das können Sie selbst tun

Zur Reduzierung des allgemeinen Gesundheitsrisikos sollten Betroffene auf den Konsum von Nikotin verzichten. Weder aktiv noch passiv sollte geraucht werden. Das entlastet die Lunge und verringert das Krankheitsrisiko in einem erheblichen Maß. Da bei einem Lungenabszess das Eingreifen einer medizinischen Versorgung notwendig ist, hat der Erkrankte nur wenige Möglichkeiten, um selbst etwas zur Verbesserung seiner Situation beizutragen.

Neben der Vorsorge ist es hilfreich, wenn er körperliche Belastungen vermeidet und seinen Alltag entsprechend umstrukturiert. Damit aufgrund der Atemnot keine Angst entsteht, sollte Ruhe bewahrt werden. Aufregungen sind emotional wie körperlich zu vermeiden. Zur mentalen Entspannung haben sich verschiedene Verfahren bewährt, die der Patient eigenverantwortlich und mit wenig Mühe selbst durchführen kann. Zu ihnen gehören Techniken wie Yoga oder Meditation. Stress ist grundsätzlich so gering wie möglich zu halten. Hilfreich ist ein Austausch mit Angehörigen, damit eine Rücksichtnahme stattfinden kann, die zu einer Verbesserung des Wohlbefindens beträgt.

Zur Stärkung des Immunsystems ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig und hilfreich. Der Genuss von Alkohol ist zu vermeiden, da es im Zusammenspiel mit den verabreichten Medikamenten zu Komplikationen kommen kann. Die Versorgung des Organismus mit ausreichendem Sauerstoff ist bei Lungenproblemen wichtig. Daher empfiehlt sich ein täglicher Aufenthalt an der frischen Luft.

Bücher über Lungenerkrankungen

Quellen

  • Bungeroth, U.: BASICS Pneumologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Schaberg, T. et al.: Pneumonien. Thieme, Stuttgart 2001

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