Luftröhrenkrebs

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Luftröhrenkrebs

Als Luftröhrenkrebs wird ein Tumor im Bereich der Trachea (Luftröhre) bezeichnet, der zu den sogenannten Kopf- und Hals-Tumoren gehört. Bei Luftröhrenkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor. Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei rund 5 Prozent.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Luftröhrenkrebs?

Ein Tracheakarzinom (auch Trachealkarzinom genannt), also Luftröhrenkrebs, ist eine sehr selten auftretende Tumor-Art, die in die Kategorie der Kopf- und Hals-Tumore eingeordnet wird. In der Regel treten epidermoide Tumore auf; in weiterer Folge kann sich ein Adenokarzinom bilden. Beim Luftröhrenkrebs handelt es sich selten um einen primären Tumor; in der Regel ist der Luftröhrenkrebs ein sekundärer Tumor, der durch eine bereits bestehenden Krebserkrankung ausgelöst wurde (Streuung).

Ursachen

Ein Tracheakarzinom kann durch verschiedene Gründe entstehen. Vor allem Raucher sind gefährdet, daran zu erkranken. Tabak und krebserregende Inhaltsstoffe begünstigen, so die Forscher, die Entstehung von Luftröhrenkrebs. Auch der übermäßige Konsum von hochprozentigem Alkohol kann mitunter als Auslöser in Frage kommen. Weitere schädliche Stoffe sind Auto-Abgase, Asbest, radioaktive Substanzen oder auch Arsen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

In der Regel handelt es sich um keinen Primärtumor, sodass der Luftröhrenkrebs oft durch die Streuung eines anderen Tumors entsteht. Die klinischen Beschwerden, die im Rahmen der Krebserkrankung auftreten, sind unterschiedlich und vielfältig. Einerseits klagen die Patienten über ein häufiges Husten, andererseits auch über einen blutigen Auswurf oder einer Schwerfälligkeit beim Atmen.

Des Weiteren kann der Tumor einen Einfluss auf die Stimmbildung haben und für Schluckbehinderungen sorgen. Patienten verlieren in der Regel Gewicht, haben immer wieder Fieber und sind häufig müde. Des Weiteren leiden die Betroffenen an Übelkeit und Appetitlosigkeit; mitunter klagen die Patienten über Hautveränderungen und starken Juckreiz.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnostik spielt - vor allem für die Therapie - eine wesentliche Rolle. Der Tumor muss auf seinen histologischen Typ, auf seine Größe und auch auf die Ausbreitung bestimmt werden. Zu Beginn sucht der Mediziner das Gespräch mit dem Patienten und holt Informationen über bereits ergangene Krebserkrankungen ein. In weiterer Folge werden der Rachen, die Nasen- und Mundhöhle und der Kehlkopf untersucht.

Es folgen Blutuntersuchungen und Röntgenaufnahmen, wobei diese in zwei Ebenen - vorne und seitlich - durchgeführt werden. Um sicher zu sein, ob ein Tumor vorliegt oder nicht, werden des Weiteren eine Magnetresonanztomographie (MRT) und eine Computertomographie(MRT) angeordnet, sodass es zu einer besseren Darstellung der Weichteile kommt. Auch der Auswurf wird untersucht; so kann der Mediziner feststellen, ob infektiöse Veränderungen oder bestehende Entzündungen vorliegen.

Besteht der Verdacht auf Luftröhrenkrebs, werden endoskopische Verfahren - wie etwa eine Bronchoskopie - durchgeführt. Am Ende soll der Mediziner wissen, wie groß der Tumor ist und ob er bereits gestreut hat. Bei Krebsleiden wird die sogenannte fünf-Jahres-Überlebensrate ("5- JÜR") herangezogen.

Dabei handelt es sich um einen prognostischen Wert. Patienten, die an Lungenkrebs erkrankt sind und Metastasen in der Luftröhre haben, sodass es zu einem Luftröhrenkrebs gekommen ist, haben eine fünf-Jahres-Überlebensrate von gerade einmal fünf Prozent. Natürlich spielen auch das Stadium und das Ausmaß des Tumors eine wesentliche Rolle. Die Prognosen verbessern sich, wenn der Tumor in einem frühen Krankheitsstadium diagnostiziert wird.

Komplikationen

Eine so schwere Erkrankung wie Luftröhrenkrebs ist mit verschiedenen Komplikationen verbunden. Viele betroffene Menschen leiden unter starken Einschränkungen im Bezug auf die tägliche Nahrungsaufnahme. In besonders schlimmen Fällen müssen diejenigen mit Luftröhrenkrebs sogar künstlich ernährt werden. Diese Komplikation löst wiederum einen weiteren Umstand aus.

Viele Menschen, die unter Luftröhrenkrebs leiden, haben daher Probleme mit starkem Untergewicht. Generell gilt: Bei der schweren Krankheit Luftröhrenkrebs ist eine ärztliche Behandlung zwingend erforderlich. Die Überlebenschancen ohne eine Behandlung stehen bei nahezu Null. Dennoch sind schwere und auch leichtere Komplikationen bei einer ärztlichen und medikamentösen Behandlung nicht zu vermeiden. Schmerzen bei der Nahrungsaufnahme sind vorprogrammiert und auch zahlreiche Nebenwirkungen, die durch die dauerhafte Einnahme verschiedener Medikamente hervorgerufen werden können.

Zu den gerade genannten Nebenwirkungen zählen permanente Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, eine erhöhte Temperatur oder auch Gliederschmerzen. Allgemein gilt daher: Bei der Krankheit Luftröhrenkrebs sind diverse Komplikationen leider nicht zu vermeiden. Wer jedoch beim Auftreten diverse Komplikationen einen Arzt aufsucht, der kann die bestehenden Komplikationen lindern bzw. auch teilweise gänzlich ausmerzen und beseitigen.

Behandlung & Therapie

Die Therapien sind ausgesprochen umfangreich und interdisziplinär. Das heißt, dass Ärzte aus verschiedenen Bereichen - so etwa aus der Chirurgie, der Inneren Medizin, der Krebsheilkunde und auch aus der Psychotherapie - herangezogen werden, die sich in weiterer Folge um die optimale Behandlung und Versorgung kümmern. Welche Therapie am Ende durchgeführt wird, hängt natürlich von der Art und der Größe des Tumors ab.

Zudem muss festgestellt werden, in welchem Stadium sich der Tumor befindet, ob bereits andere Krebserkrankungen vorliegen oder ob der Luftröhrentumor bereits gestreut hat. Zu Beginn werden Strahlen- und/oder auch Chemotherapien angeraten. In vielen Fällen liegt eine Metastasierung - also eine Streuung der Krebszellen - vor, dass nur selten eine Operation den gewünschten Erfolg bringt. In der Regel befassen sich die Mediziner daher mit der palliativen Versorgung des Erkrankten.

Dem Patienten sollen einerseits die Schmerzen genommen werden, wobei andererseits darauf geachtet wird, dass die Lebensqualität verbessert oder zumindest erhalten bleibt. Die Ärzte bemühen sich dahingehend, dass die Atemwege offenbleiben, sodass der Patient keine Atemnot hat oder Probleme beim Atmen bekommt. Damit das Offenhalten der Atemwege gewährleistet werden kann, wird der Tumor operativ - mit einem Laser - verkleinert.

In wenigen Fällen ist, wenn eine Verkleinerung des Tumors nicht mehr möglich ist, ein Luftröhrenschnitt erforderlich. Chemotherapien haben natürlich auch Nebenwirkungen, sodass Patienten unter dem ANE-Syndrom leiden können. Dabei kommt es zu Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen (Anorexia, Nausea und Emesis). Die Patienten werden dahingehend behandelt, dass die Nebenwirkungen gering gehalten werden; vorwiegend gibt es Medikamente gegen die Übelkeit und Schmerzmittel.

Wichtig ist, dass der Patient auch psychotherapeutisch begleitet wird. Da die Krankheit für extrem viel Stress sorgt und viele Patienten mit dem Druck nicht umgehen können, benötigen sie daher Zuspruch und Unterstützung im täglichen Leben.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Stellt der Mediziner die Diagnose Luftröhrenkrebs, kann es sich um einen primären oder sekundären Tumor handeln. In der Regel ist der Luftröhrenkrebs das Ergebnis eines bereits vorhandenen Tumors (Lungenkarzinom). Da Luftröhrenkrebs durch einen übermäßigen Tabak- und Alkoholkonsum und durch verschiedene Stoffe (Aspekt, Arsen und dergleichen) begünstigt wird, sollten derartige Produkte vermieden werden.

Das können Sie selbst tun

Bei der Behandlung des Luftröhrenkrebses kommt der Ernährung eine besondere Bedeutung zu, da der Tumor oft starke Schluckbeschwerden verursacht und die Nahrungsaufnahme erschwert.

Die Betroffenen sollten deshalb, am besten noch vor Behandlungsbeginn, einen Ernährungsberater hinzuziehen, um ihr Gewicht zu stabilisieren. Wenn die Schluckbeschwerden der Grund für eine Unterernährung oder eine Fehlernährung sind, ist häufig der Umstieg auf Sondennahrung erforderlich. Dazu ist ein kleiner operativer Eingriff nötig, bei dem eine Sonde von der Bauchdecke in den Magen gelegt wird. Obwohl der Eingriff weitestgehend ungefährlich ist, empfinden das viele Patienten als unangenehm. Sofern die Schluckbeschwerden die Aufnahme flüssiger Nahrung durch den Schlund noch erlauben, können sich die Betroffenen von einem Ernährungsberater Rezepte für Brei und Smoothies zusammenstellen lassen. Die Smoothies sind sehr schmackhaft und bestehen aus fein gemahlenen Nüssen und Samen, die sehr viel Energie spenden, sowie aus grünem Gemüse und hochwertigem Leinöl. Meist wird noch ein Nahrungsergänzungsmittel zugesetzt, um einem Vitamin- oder Mineralstoffmangel vorzubeugen.

Neben der Ernährung spielt auch die Psyche eine große Rolle. Für viele Patienten ist die Diagnose Krebs zunächst ein Schock, den sie verarbeiten müssen. Dazu kann die Mitgliedschaft in einer Selbsthilfegruppe beitragen. Patienten sollten sich aber nicht scheuen, die Hilfe eines Psychotherapeuten in Anspruch zu nehmen, wenn sie sich seelisch stark belastet fühlen.

Bücher über Lungenkrebs

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: