Lower Urinary Tract Symptoms

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 24. Oktober 2016
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Lower Urinary Tract Symptoms, also Beschwerden des unteren Harntrakts, sind verbreitete urologische Beschwerden unter Männern über 50 Jahren. Ursächlich kann zum Beispiel eine gutartige Vergrößerung der Prostata oder eine Veränderung der Harnwege sein. Die Behandlung richtet sich nach der primären Ursache.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Lower Urinary Tract Symptoms?

Zum unteren Harntrakt zählen verschiedene Strukturen. Neben der Harnblase zählt vor allem die Harnröhre zum unteren Harntrakt. Im englischen umgreift der Begriff „lower urinary tract“ die beiden Harntrakt-Strukturen. Beschwerden des unteren Harntrakts betreffen vor allem ältere Männer. Die Symptomatik aus Harnröhren- und Harnblasensymptomen wird mit dem Begriff Lower Urinary Tract Symptoms zusammengefasst.

Diese Symptome des unteren Harntrakts oder auch Symptomatik der unteren Harnwege kann sowohl bei der Harnsammlung, als auch bei der Entleerung der Harnblase auftreten. Die Symptome des unteren Harntrakts sind eine Volkskrankheit. In der Gruppe der Männer über 50 Jahren leiden bis zu 30 Prozent an therapiebedürftigen Symptomen der unteren Harntrakt-Strukturen.

Blasenentleerungsstörungen sind dabei die häufigsten. Lower Urinary Tract Symptoms begrenzen sich nicht auf die menschliche Rasse, sondern sind auch im Tierreich verbreitet. Bei Katzen werden dieselben Symptome beispielsweise als Feline Lower Urinary Tract Disease bezeichnet.

Ursachen

Lower Urinary Tract Symptoms können auf unterschiedlichste Ursachen zurückgehen. Altersphysiologisch stellen sich für Männer ab einem Alter von 50 Jahren Veränderungen des Harntrakts ein. Eine verbreitete Veränderung ist die Hyperplasie der Prostata, die sich in einer Größenzunahme des Organs äußert und auf Organe und anatomische Strukturen in der unmittelbaren Nachbarschaft drückt.

Die Prostatahyperplasie gilt als verbreiteteste Ursache für Lower Urinary Tract Symptoms. Theoretisch kann allerdings auch eine Entzündung zu den Symptomen führen. Im Extremfall handelt es sich beim Auslöser der Symptome um einen Tumor im Bereich der Harnblase oder an der Prostata.

Auch anatomische Umbildungen der Harnwege sind als Ursachen denkbar, so zum Beispiel die Verengung im Bereich des Blasenhalses. Diese Verengung kann bei normal großer oder hyperplastischer Prostata vorliegen. Die Ursachenforschung ist bei Lower Urinary Tract Symptoms entsprechend aufwendig und erfordert ausgiebige Untersuchungen beim Urologen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Zu den Lower Urinary Tract Symptoms zählt insbesondere plötzlicher Harndrang mit Dranginkontinenz. Viele Patienten erleben eine verzögert eintretende Blasenentleerung, obwohl sie von starkem Harndrang heimgesucht werden. Ihr Harndrang setzt oft derart unerwartet und plötzlich ein, dass die Betroffenen die Toilette kaum rechtzeitig erreichen.

Zum eigentlichen Wasserlassen müssen viele der Betroffenen außergewöhnlich stark pressen. Trotz aller Bemühungen bleibt ihr Harnstrahl in vielen Fällen ungewöhnlich schwach. Die Blasenentleerung der Patienten dauert so oft länger als gewohnt. Darüber hinaus haben die meisten Betroffenen nicht das Gefühl, dass die Blase ausreichend entleert wurde.

Ein permanentes Restharnempfinden bleibt nach jedem Miktionsgang bestehen. In den meisten Fällen besteht kurz nach einer Miktion erneuter Harndrang. Diese Symptome können mit Mikitionsstörungen wie nachtröpfelndem Urin vergesellschaftet sein. Welche der genannten Symptome im Einzelfall tatsächlich vorliegen, variiert von Fall zu Fall. Die Lower Urinary Tract Symptoms können abhängig von der primären Ursache viele weitere Symptome beinhalten. Es handelt sich also nicht um ein einheitliches Krankheitsbild.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der Urologe stellt die Diagnose der Lower Urinary Tract Symptome nach einer ausführlichen Anamnese. Im Rahmen der Diagnostik ist die Ursachenforschung der mitunter entscheidendste Faktor. Die urologische Standarduntersuchung kann einen Aufschluss über mögliche Prostatahyperplasien geben. Die Klärung der Ursache ist für eine wirkungsvolle Therapie allesentscheidend.

Behandlung & Therapie

Patienten mit Lower Urinary Tract Symptoms werden in der Regel ursächlich behandelt. Jede ursächliche Behandlung hat die Beseitigung des Auslösers zum Ziel. Sobald die Ursache aufgehoben wird, gehen auch die Symptome zurück. Abhängig von der primären Ursache der Symptome stehen unterschiedliche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung.

In der Regel umgreift die Therapie konservativ medikamentöse Verfahren. Da die häufigste Ursache für Lower Urinary Tract Symptoms eine benigne, also gutartige Prostatahyperplasie ist, kommen bei der ursächlichen Behandlung meist 5-Alpha-Reduktasehemmer, Medikamente wie Alphablocker oder die Wirkstoffe von PDE-5-Hemmern zum Einsatz.

Lässt sich medikamentös keine Besserung der Symptome erzielen, so können invasive Behandlungsverfahren in Betracht gezogen werden. Bei solcherlei invasiven Verfahren handelt es sich in der Regel um eine Operation zur Entfernung des überschüssigen Prostatagewebes. Falls eine bösartige Veränderung der Prostata vorliegt, ist eine idealerweise vollständige Entfernung des Tumors erforderlich. Über kombinierte Maßnahmen wie Chemotherapie und Bestrahlungstherapie entscheidet vor allem die Bösartigkeit des Gewebes.

Bei Blasentumoren gilt ein ähnliches Vorgehen. Entzündliche Veränderungen des unteren Harntrakts werden meist mit Antibiotika zum Abheilen gebracht. Am häufigsten handelt es sich bei Entzündungen um Reaktionen, die von verschleppten Bakterien des eigenen Körpers hervorgerufen werden. Falls Verengungen der Harnwege vorliegen, werden diese Verengungen durch operative Einschnitte erweitert.

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Vorbeugung

Lower Urinary Tract Symptoms sind eine Volkskrankheit. Fast jeder dritte Mann erkrankt in seinem Leben daran. Dieser Zusammenhang ist auf die altersphysiologischen Veränderungen der Harnwege zurückzuführen. Den einzelnen Symptomen lässt sich daher nur in Maßen vorbeugen. Im Mittelpunkt der möglichen Vorbeugemaßnahmen steht im Zusammenhang mit der Prostatahyperplasie zum Beispiel die Ernährung.

Der Verzehr von Gemüse soll der Erscheinung zum Beispiel in gewissem Maß vorbeugen können. Außerdem senkt körperliche Bewegung das Risiko für die Entwicklung von Prostatasymptomen. Übergewicht erhöht das Risiko der Erkrankung und sollte daher soweit wie möglich reduziert werden.

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