Lobuläres Karzinom in situ

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 17. August 2017
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Ein lobuläres Karzinom in situ, kurz LCIS, ist eine Wucherung der Brustdrüse, welche sich auf die Milchgänge ausbreiten kann. Das lobuläre Karzinom in situ gehört zu den nicht invasiven Karzinomen. In situ bedeutet an Ort und Stelle, das heißt, dass es nicht in umgebendes Gewebe einwächst. Ein lobuläres Karzinom in situ ist jedoch ein Risikofaktor für die Entstehung von Brustkrebs. Die Erkrankung ist zu unterscheiden vom duktalem Karzinom in situ.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das lobuläre Karzinom in situ?

Ein lobuläres Karzinom in situ ist eine Frühform bzw. ein sog. Risikomarker des Brustkrebses. Das LCIS - lobuläre Carcinoma in situ (lat. Bezeichnung) - ist ein nicht invasives Karzinom, das vorwiegend im Bereich der Brustdrüse und Milchgänge auftritt.

Obwohl es selten auftritt, kann sich ein lobuläres Karzinom in situ in ein invasives Karzinom entwickeln. Das lobuläre Karzinom in situ tritt oftmals multizentrisch auf, das heißt, es ist in verschiedenen Bereichen der Brust angesiedelt.

Das LCIS kann jedoch auch in beiden Brüsten gleichzeitig auftreten. Ein lobuläres Karzinom in situ wird meist eher zufällig entdeckt. Da das LCIS keinen Mikrokalk bildet, kann es bei einer Mammographie nicht erkannt werden.

Ursachen

Die Ursachen für ein lobuläres Karzinom in situ sind nicht bekannt. Jedoch tritt ein LCIS häufig in Familien auf, in denen es Fälle von Brustkrebs gibt. Es konnte auch beobachtet werden, dass mehr Frauen betroffen waren, die sehr spät erst in die Wechseljahre gekommen sind. Allerdings konnte dies bis dato nicht wissenschaftlich belegt werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Beim lobulärem Karzinom in situ gibt es in der Regel keine auffälligen Symptome. Zur Schmerzen in der Brust, Knoten oder gar blutiger Sekretion aus der Brustwarze kommt es in der Regel nicht.

Diagnose & Verlauf

Ein lobuläres Karzinom in situ wird meist zufällig entdeckt. Das lobuläre Karzinom in situ bildet keinen Mikrokalk, deshalb kann es mithilfe einer Mammographie auch nicht bildlich dargestellt werden. Des Weiteren ist ein lobuläres Karzinom in situ weder sichtbar, noch kann es von außen ertastet werden.

Meist wird es im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen wie z. B. einem Mamma-Screening und anschließender Biopsie entdeckt. Diagnostiziert wird ein lobuläres Karzinom in situ durch einen Pathologen. Bei einer Biopsie wird Gewebe der Brustdrüse entnommen, welches im Anschluss histologisch untersucht wird.

Der Verlauf ist - wie bei allen Karzinomen - vorsichtig zu bewerten. Solange ein lobuläres Karzinom in situ vorliegt, sprich ein nicht invasives Karzinom, liegen keine Gründe vor, die für eine kürzere Lebensdauer oder für eine Verschlechterung der Gesundheit sprechen. Da das LCIS keine Symptome hervorruft, führen die Betroffenen in der Regel ein völlig normales Leben.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei dieser Erkrankung nicht zu besonderen Symptomen oder zu Schmerzen. Aus diesem Grund wird diese Beschwerde auch erst relativ spät und meistens auch nur zufällig diagnostiziert. Da es sich dabei um eine Krebserkrankung handelt, hängt der weitere Verlauf der Krankheit sehr stark von der Ausprägung des Tumors ab.

Falls dieser schon Metastasen gebildet hat, kommt es in der Rege nicht mehr zu einem positiven Krankheitsverlauf und damit zu einer deutlich verringerten Lebenserwartung des Patienten. Nur in seltenen Fällen führt die Krankheit zu Schmerzen an den Brüsten oder an den Brustwarzen. Diese können dabei auch blutig sein oder ein Sekret ausstoßen. In der Regel sind die Beschwerden allerdings relativ selten.

In der Regel kann dieser Tumor relativ gut behandelt werden, wenn die Behandlung schon frühzeitig beginnt. Der Erfolgt hängt allerdings auch stark vom gesundheitlichen Zustand des Patienten ab. Weitere Beschwerden oder Komplikationen treten in der Regel nicht auf. Ohne Behandlung kann es dabei auch zu Brustkrebs kommen. In der Regel sind die Patienten auch auf eine psychische Behandlung angewiesen.

Behandlung & Therapie

Nicht alle Knoten in der Brust, deuten auf Brustkrebs hin. Dennoch sollten sie in der Mammographie abgeklärt werden.

Die Behandlung eines lobuläres Karzinoms in situ beginnt mit einer Biopsie. In der Regel wird danach eine Hormontherapie eingeleitet, um das Risiko zu senken, dass sich daraus ein invasives Karzinom entwickelt.

Vor einigen Jahren wurde noch prophylaktisch eine beidseitige Mastektomie (Entfernung der Brust) vorgenommen. Dies geschah, um einem evtl. auftretenden Brustkrebs vorzubeugen. Heute weiß man, dass sich ein lobuläres Karzinom in situ nur sehr selten in ein invasives Karzinom, sprich Brustkrebs, verwandelt. Die Mastektomie wird nur den Betroffenen empfohlen, welche ein hohes Risiko haben, an Brustkrebs zu erkranken.

Wurde ein lobuläres Karzinom in situ diagnostiziert, so sollten engmaschige histologische und mammographische Kontrolluntersuchungen erfolgen. Des Weiteren sollte auch eine psychologische Betreuung erfolgen. Das Wort Karzinom hat im umgangssprachlichen Gebrauch die Bedeutung „Krebs“ und ruft in den meisten Betroffenen Entsetzen und Verzweiflung hervor. Aufgrund dessen ist eine Gesprächstherapie mit einem geschulten Therapeuten sehr empfehlenswert.

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Vorbeugung

Es können keine Maßnahmen getroffen werden, um einem lobulären Karzinom in situ vorzubeugen. An dieser Stelle können nur allgemeine Maßnahmen getroffen werden, wie z. B. eine ausgewogene und gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht.

Aktuell existieren keine bildgebenden Verfahren, um ein lobuläres Karzinom in situ darzustellen. Des Weiteren finden sich auch in Blutuntersuchungen keine Tumormarker, die einen Hinweis auf diese Erkrankung geben könnten.

Frauen mit einem hohen Risikofaktor für Brustkrebs, sollten regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen als auch das Mamma-Screening in Anspruch nehmen. Wurde ein lobuläres Karzinom in situ entdeckt, so können in diesem Fall vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, um nicht an Brustkrebs zu erkranken.

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Quellen

  • Heywang-Köbrunner, S.H., Schreer, I.: Bildgebende Mammadiagnostik. Thieme, Stuttgart 2015
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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