Livedovaskulopathie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. August 2017
Startseite » Krankheiten » Livedovaskulopathie

Bei der Livedovaskulopathie handelt es sich um eine Krankheit, die sich in Störungen der Blutgerinnung in kleinen, dermalen Blutkapillaren äußert. Durch die Livedovaskulopathie stirbt das betroffene Gewebe ab, was mit erheblichen Schmerzen einhergeht. Zudem bilden sich Nekrosen auf den an der Livedovaskulopathie erkrankten Hautstellen. Die pathologischen Veränderungen hinterlassen irreversible Narben auf der Haut.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Livedovaskulopathie?

Prinzipiell kommt die Livedovaskulopathie sehr selten vor. Synonyme Krankheitsbegriffe sind zum Beispiel Atrophie blanche oder Livedo-Vaskulitis. Die Livedovaskulopathie bildet sich in erster Linie durch Gerinnungsstörungen im Bereich der Haut.

Die Livedovaskulopathie stellt eine chronische Erkrankung der Blutgefäße dar, die sich im Inneren der Haut befinden. Betroffen sind winzige Kapillaren in den oberen Bereichen der Haut. Bedingt durch die Livedovaskulopathie entwickeln sich Verschlüsse der Blutgefäße. In der Folge werden die oberen Hautregionen nicht mit ausreichend Blut versorgt.

Dadurch geht das betroffene Hautgewebe unter, was in der medizinischen Fachsprache als Hautinfarkt bezeichnet wird. Durch die Livedovaskulopathie ergeben sich offene Hautwunden, die mit intensiven Schmerzen verbunden sind. Die entstehenden Ulzera heilen nur schwer ab. Im überwiegenden Teil der Fälle wird die Livedovaskulopathie erst relativ spät diagnostiziert. Grundsätzlich sind die bisherigen Behandlungsmöglichkeiten jedoch vergleichsweise erfolgreich.

Ursachen

Der Entstehungsmechanismus der Livedovaskulopathie ist zum überwiegenden Teil geklärt, allerdings sind noch nicht alle zu Grunde liegenden Ursachen erforscht. Im Bereich der Haut befinden sich zahlreiche winzige Blutgefäße, die die Haut mit Blut, Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Bedingt durch aktuell noch unbekannte Faktoren erhöht sich in den entsprechenden Bereichen die Neigung des Blutes zur Gerinnung.

Dieses Phänomen wird in der Medizin als gesteigerte Thrombophilie bezeichnet. Die oberen Hautregionen werden nur von einer geringen Anzahl an Blutgefäßen versorgt. Der Verschluss von Gefäßen resultiert daher rasch in einer Unterversorgung der Hautbereiche, die in der Folge absterben (medizinischer Fachterminus Nekrose). Kennzeichnend für die Livedovaskulopathie ist, dass die pathologischen Entwicklungen vor allem in den warmen Monaten des Jahres ablaufen.

Einige Forscher vermuten, dass eine erniedrigte Konzentration von Wasser im menschlichen Blut die Neigung zu Gerinnungen erhöht. Denn die Blutviskosität ist bei hohen Lufttemperaturen gesteigert. Zudem tritt die Livedovaskulopathie bei weiblichen Patienten circa dreimal häufiger auf als bei männlichen. Die genauen Ursachen für diesen hohen Geschlechtsunterschied sind aktuell noch nicht erforscht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Livedovaskulopathie zeichnet sich hauptsächlich durch eine charakteristische Kombination von drei Leitbeschwerden aus: Zunächst zeigen sich bei den betroffenen Patienten sogenannte Livedo-racemosa-Zeichnungen. Diese deuten bereits darauf hin, dass die jeweilige Person eine besondere Anfälligkeit für die Entwicklung einer Livedovaskulopathie besitzt.

Ein weiteres wichtiges Anzeichen der Livedovaskulopathie besteht in Ulzera, die sich in offenen Hautwunden äußern. Dabei handelt es sich um ein akutes Symptom der Livedovaskulopathie. Schließlich entwickelt sich die erkrankte Hautstelle zu einer sogenannten Atrophie blanche, die die Narbe auf der Haut bezeichnet. Die Narbe als Überbleibsel der akuten Phase der Livedovaskulopathie verbleibt stets sichtbar auf der Hautstelle.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Eine Diagnosestellung der Livedovaskulopathie fußt in der Regel auf den klinischen Anzeichen der Krankheit. Patienten mit Verdacht auf eine Livedovaskulopathie konsultieren ihren Dermatologen. Eine Anamnese wird vor den klinischen Untersuchungen obligatorisch durchgeführt.

Im Anschluss daran kommt eine erste Sichtuntersuchung zum Einsatz, bei der der behandelnde Arzt den betroffenen Bereich genauer untersucht und dabei zum Beispiel spezielle Lupen verwendet. Möglich sind darüber hinaus Gewebeproben, die im Labor analysiert werden. Anhand der Beschreibungen des Patienten über die vorliegenden Beschwerden sowie das klinische Krankheitsbild ist eine relativ sichere Diagnose der Livedovaskulopathie möglich.

Komplikationen

In der Regel leiden die Patienten durch die Livedovaskulopathie an sehr starken Schmerzen. Diese Schmerzen können dabei stechend und brennend sein und verringern erheblich die Lebensqualität des Patienten. Auch der gesamte Alltag des Betroffenen wird durch die Livedovaskulopathie deutlich eingeschränkt und verringert, sodass gewöhnliche Tätigkeiten für den Betroffenen in der Regel nicht mehr möglich sind.

Nicht selten hinterlässt diese Erkrankung auch große Narben, die in der Regel irreversibel sind und daher auch nicht verheilen. Durch die Narben kommt es beim Patienten zu einer verringerten Ästhetik und damit möglicherweise zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl. Nicht selten können die Schmerzen auch in der Nacht auftreten und dabei zu Schlafbeschwerden oder auch zu Depressionen führen.

Die Behandlung der Livedovaskulopathie kann mit Hilfe von Injektionen erfolgen und hängt nicht mit besonderen Komplikationen zusammen. In den meisten Fällen werden die Beschwerden durch diese Injektionen relativ gut eingeschränkt und behandelt, sodass der Betroffene wieder ein gewöhnliches Leben führen kann. Allerdings können damit auch weitere Ausbrüche dieser Krankheit nicht vermieden werden, sodass der Betroffene möglicherweise auf eine erneute Behandlung angewiesen ist. Die Lebenserwartung wird durch diese Krankheit allerdings nicht verringert oder eingeschränkt.

Behandlung & Therapie

Die Möglichkeiten der Therapie der Livedovaskulopathie sind vergleichsweise gut entwickelt. Grundsätzlich liegt der Fokus der behandlungstechnischen Maßnahmen darin, die Neigung des Blutes zur Gerinnung zu reduzieren. Zu diesem Zweck kommt in der Regel zunächst eine medikamentöse Therapie zum Einsatz.

Dabei erhält der Patient üblicherweise arzneiliche Wirkstoffe, die auch zur Prävention von Thrombosen verwendet werden. Oftmals verschreibt der Arzt den an der Livedovaskulopathie erkrankten Personen deshalb Heparine, die meist in der Form von Injektionen verabreicht werden. Die Verwendung weiterer Medikamente zur Behandlung der Livedovaskulopathie wird in zahlreichen Forschungsstudien untersucht.

Im Rahmen einer solchen Studie zeigte der Wirkstoff Rivaroxaban gute Wirksamkeit. Eine Behandlung mit diesem Arzneimittel erfordert eine sensible Abstimmung zwischen Patient und Arzt bezüglich der Dosierung sowie der Einnahmedauer. Die Gefahr von potenziellen Blutungen ist gründlich abzuwägen.

Die Prognose der Livedovaskulopathie steht vergleichsweise positiv. Wenn entsprechende behandlungstechnische Maßnahmen ergriffen werden, ist eine gute Kontrolle der Livedovaskulopathie möglich. In diesem Zusammenhang spielt die Gabe von Blutgerinnungshemmern eine essenzielle Rolle. In der Folge verringern sich für die betroffenen Patienten üblicherweise auch die Schmerzen.

Jedoch besteht das Risiko, dass die Livedovaskulopathie immer wieder ausbricht. Aus diesem Grund ist eine langfristige ärztliche Betreuung der erkrankten Personen in einem spezialisierten Zentrum sinnvoll.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Aktuell gibt es noch kaum gesicherte Kenntnisse bezüglich wirkungsvoller Maßnahmen zur Prävention der Livedovaskulopathie. Wie bei vielen anderen Krankheiten auch empfiehlt sich für Risikogruppen jedoch das Einstellen des Tabakkonsums. Denn Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht aus diesem Grund womöglich die Neigung zu Blutgerinnungen.

Bücher über Durchblutungsstörungen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Bob, A., Bob, K.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2009
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: