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Listeriose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Peter Hoffmann (Facharzt für Allgemeinmedizin)

Listeriose ist eine Infektionskrankheit, die hauptsächlich durch verseuchte Nahrungsmittel verursacht wird. Für gesunde Menschen ist Listeriose eher harmlos, für Schwangere, geschwächte oder alte Menschen kann die Infektion gefährlich werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Listeriose?

Listeriose wird durch so genannte Listerien übertragen. Das sind Bakterien der Gattung Listeria, die sehr anspruchslos und daher weit verbreitet sind. Sie kommen überwiegend bei Wildtieren, aber auch bei Haustieren vor.

Eine Listerienart kann aber auch den Menschen betreffen: Listeria monocytogenes. Diese Bakterienart ist hoch ansteckend und auf der ganzen Welt verbreitet. Erstmals entdeckt wurde die Listeriose im Jahr 1923 bei Meerschweinchen und Kaninchen auf einer Versuchstierfarm in Cambridge.

1929 wurde der erste Listeriose-Fall beim Menschen dokumentiert. Benannt wurde die Listeriose nach dem britischen Chirurgen Joseph Baron Lister (1827-1912). Laut dem Infektionsschutzgesetz ist die Listeriose seit dem Jahr 2001 eine meldepflichtige Krankheit, egal ob sie beim Menschen oder beim Tier auftritt.

Ursachen für Listeriose

Die beim Menschen auftretende Listeriose wird durch die so gut wie überall vorkommenden Bakterien der Art Listeria monocytogenes ausgelöst. Es handelt sich hierbei um stäbchenförmige, nicht-sporenbildende Bakterien, die bei einer Temperatur von über 25 Grad Celsius Geißeln ausbilden und somit beweglich sind.

Das heimtückische an dieser Bakterienart ist, dass sie sich auch bei kälteren Temperaturen vermehren kann und somit auch im Kühlschrank überlebt. Die Listeriose-Erreger finden sich fast überall - auf Pflanzen, in der Erde, im Wasser. So gelangen sie auch in die Futtermittel der Tiere.

Der Übertragungsweg auf den Menschen kann bei einer Listeriose auf verschiedene Weise erfolgen: Am häufigsten gelangt Listeria monocytogenes über kontaminierte Nahrungsmittel in den menschlichen Körper, aber auch über den Kontakt mit infizierten Tieren oder mit verunreinigtem Boden kann eine Listeriose-Infektion stattfinden.

Typische Symptome und Anzeichen bei Listeriose

Diagnose und Verlauf bei Listeriose

Eine Diagnose der Listeriose gestaltet sich als äußerst schwierig. Sie ist im Körper des Menschen nur schwer zweifelsfrei festzustellen. Was sich klinisch nachweisen lässt ist ein deutlicher Anstieg der weißen Blutkörperchen (Leukozyten).

Allein anhand der Symptome lässt sich die Listeriose nicht eindeutig bestimmen. Für einen exakten Nachweis der Infektionskrankheit ist ein Erregernachweis nötig. Hierbei werden die Listerien entweder im Blut, in der Rückenmarks- oder Hirnflüssigkeit oder in anderen Körperflüssigkeiten nachgewiesen. Eine Antikörperbestimmung ist bei einer Listeriose allerdings nicht aussagekräftig, da im Grunde jeder Mensch schon des Öfteren mit Listerien in Berührung gekommen ist und somit auch in einem gesunden Körper Antikörper gegen Listerien zu finden sind.

Bei gesunden Menschen verläuft eine Listeriose im Normalfall völlig unbemerkt und ohne erkennbare Symptome. Bei immungeschwächten Menschen sowie bei Schwangeren und Neugeborenen treten Krankheitszeichen auf wie zum Beispiel hohes Fieber, starker Kopfschmerz, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Schwere Komplikationen wie beispielsweise eine Blutvergiftung, eine Hirnhautentzündung oder eine Gehirnentzündung können mit einer Listeriose einhergehen.

Behandlung und Therapie von Listeriose

Listeriose ist zwar therapierbar, allerdings ist die größte Problematik hierbei das rechtzeitige Erkennen der Krankheit. Meist erfolgt die Diagnose der Listeriose viel zu spät, so dass eine Behandlung mit Antibiotika nicht mehr anschlägt.

Bei einer rechtzeitigen Diagnose helfen gegen den Erreger Listeria monocytogenes gängige Antibiotika wie zum Beispiel Amoxicillin, Gentamicin, Ampicillin oder Erythromycin. Oft wird zusätzlich ein Aminoglykosid eingesetzt, alternativ auch Cotrimoxazol. Bei einer Listeriose ist die Gefahr eines Rückfalls relativ hoch, deshalb ist es besonders wichtig, das Antibiotikum mindestens drei Wochen am Stück einzunehmen. Nur so können auch wirklich alle Listerien im Körper abgetötet werden.

Das größte Problem bei einer Listeriose ist, dass vor allem wenn immunschwache Patienten behandelt werden sollen, oftmals eine Behandlung mit Antibiotika sehr belastend für den Körper ist. Somit ist eine Unterstützung durch eine körpereigene Immunreaktion nicht immer gewährleistet und die Therapie der Listeriose gestaltet sich schwieriger als bei immunstarken Menschen.

Bei einer massiven Listeriose, die mit einer Gehirnentzündung oder einem Hirnabszess einhergeht, wird eine Antibiotika-Behandlung von sechs Wochen empfohlen, bei einer Endokarditis (Entzündung der Herzinnenhaut) sind es vier bis sechs Wochen.

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Vorbeugung von Listeriose

Einer Listeriose lässt sich nicht wie bei vielen anderen Infektionskrankheiten durch eine Impfung vorbeugen. Bislang existiert kein wirksamer Impfstoff gegen Listeriose. Deshalb ist als wichtigste prophylaktische Maßnahme die Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln anzusehen. Menschen mit erhöhtem Krankheitsrisiko sollten Lebensmittel wie zum Beispiel rohes Fleisch und Fisch, Rohmilch und Rohmilcherzeugnisse meiden. Als sicherste Maßnahme gegen eine Listeriose-Infektion gilt das ausreichende Erhitzen der Lebensmittel.

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Weitere Infos

Quellen: Herold, G.: Innere Medizin, Köln 2013; Andreae, S.: Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, Stuttgart 2008; Ruß A., Endres S.: Arzneimittel pocket plus 2013, Grünwald 2012, Greten H., Rinninger F.: Innere Medizin, Stuttgart 2010.

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