Liposarkom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 5. Oktober 2017
Startseite » Krankheiten » Liposarkom

Bei einem Liposarkom handelt es sich um einen bösartigen Tumor im Weichteilgewebe. Er weist dabei feingewebliche Merkmale von Fettzellvorstufen und Fettzellen auf.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Liposarkom?

Erstmals trat das Liposarkom im Jahre 1857 auf und wurde durch Rudolf Virchow beschrieben. Der Tumor tritt im Durchschnitt etwa im Alter von 50 bis 70 Jahren auf, kann aber durchaus auch bei Kindern und jungen Erwachsenen beobachtet werden.

Männer sind von einem Liposarkom meist etwas häufiger betroffen, als Frauen, die Rate ist jedoch eher als gering einzustufen. In der Regel ist das Liposarkom erst im fortgeschrittenen Stadium auffällig und zeigt sich dann als eher langsam wachsende, tief liegende tumoröse Gewebsmasse. Der Tumor tritt klassicherweise meist im Körperstamm sowie an der Wirbelsäule und im Brustkorb auf, kann aber auch den hinteren Bauchraum befallen.

Auch an Armen und Beinen kann sich das Liposarkom entwickeln. Metastasen des Tumors sind in der Regel in der Lunge zu finden, können aber auch das Bauchfell, das Zwerchfell und den Herzbeutel befallen.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung eines Liposarkoms sind weitestgehend unbekannt. Mittlerweile wurde jedoch festgestellt, dass es einen Zusammenhang zwischen vorausgegangenen Verletzungen oder auch ionisierender Strahlung (z. B. aus einer bereits erfolgten Strahlenbehandlung) gibt.

Der gutartige Fettgewebstumor, das so genannte Lipom, ist generell keine Vorläufererkrankung, kann aber in Einzelfällen durchaus zur Ausbildung eines Liposarkoms führen.

Auch genetische Ursachen sind mittlerweile in der Diskussion, allerdings kann diese Theorie nicht eindeutig bestätigt werden. Unabhängig von den möglichen Ursachen sind die meisten Liposarkome allerdings auf eine spontane Entstehung zurückzuführen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose eines Liposarkoms erfolgt mittels bildgebender Verfahren wie Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) sowie der Angiographie oder auch der Szintigraphie.

Mit diesen diagnostischen Hilfsmitteln kann vorläufig zumindest eingeschätzt werden, wie weit sich der Tumor bereits im Gewebe ausgebreitet hat. Um jedoch eine sichere Diagnose stellen zu können, wird eine Biopsie mit anschließender histologischer Untersuchung durch einen versierten Pathologen notwendig. Erste Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Gewichtsverlust sowie Übelkeit und Erbrechen können erste Anzeichen für eine Erkrankung sein, sind aber keine eindeutigen Hinweise.

Oft zeigt sich beim Patientien vor allem an Armen und Beinen eine Schwellung, welche dann dazu führt, dass weitere Untersuchungen eingeleitet werden. Generell wird das Liposarkom jedoch recht spät erkannt. Ein Liposarkom ist grundsätzlich heilbar. Die Heilung hängt jedoch in der Regel von der Größe und dem Stadíum des Tumors ab. Auch die mögliche Ausbildung von Metastasen spielt dabei eine Rolle. Bei guten Voraussetzungen ist die Rückfallquote allerdings eher gering.

Komplikationen

Die Betroffenen leiden bei einem Liposarkom an starken Wucherungen. Diese können dabei an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten und zu ästhetischen Beschwerden führen. Nicht selten leiden die Patienten daher an einem verringerten Selbstwertgefühl oder an Depressionen und Minderwertigkeitskomplexen. Ebenso kommt es zu einer deutlichen Abgeschlagenheit und Müdigkeit des Betroffenen.

Die Patienten verlieren weiterhin auch an Gewicht und leiden an Erbrechen oder an einer Übelkeit. Nicht selten kommt es dabei zu einem Gewichtsverlust oder zu verschiedenen Mangelerscheinungen. Ebenso können an den betroffenen Stellen auch Schwellungen auftreten. Die Diagnose der Krankheit erfolgt in den meisten Fällen erst relativ spät, sodass auch mit der Behandlung in der Regel erst spät begonnen werden kann.

Die Behandlung dieser Krankheit erfolgt dabei mit Hilfe einer Strahlentherapie. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Allerdings kann hierbei nicht garantiert werden, dass die Behandlung auch tatsächlich zu einem positiven Krankheitsverlauf führt. Nicht selten führt das Liposarkom zu einer deutlich verringerten Lebenserwartung des Patienten. Auch bei der Chemotherapie kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen. Der weitere Verlauf hängt auch davon ab, ob sich Metastasen im Körper ausgebildet haben.

Behandlung & Therapie

Nach abgeschlossener Befundherhebung und Diagnose kann die Behandlung des Liposarkoms beginnen. Die Ausgestaltung der Behandlung richtet sich dabei nach dem Stadium des Tumors.

Hier gilt: Je früher es zu einer Erkennung der Krankheit gekommen ist, umso erfolgreicher kann die Therapie letztendlich auch verlaufen. Bei hochdifferenzierten Tumoren ohne eine Ausbildung von Metastasen ist ausschließlich eine operative Entfernung des tumorösen Gewebes möglich. Wichtig dabei ist, dass ein gebührender Sicherheitsabstand eingehalten und das Gewebe vollständig entfernt wird, da ansonsten die Rückfallwahrscheinlichkeit hoch ist.

Wenn das Liposarkom jedoch sehr groß und zudem auch in andere Organe gewachsen ist, kann nur noch eine Strahlentherapie helfen. Mithilfe der Strahlentherapie wird versucht, dass bestehende Gewebe zu verkleinern, um im Anschluss eine operative Entfernung des tumorösen Gewebes anzustreben. Auch nach einer bereits durchgeführten Operation kann eine Strahlenbehandlung notwendig werden, wenn die Entfernung des Tumors ohne den notwendigen Sicherheitsabstand vorgenommen werden musste.

Das letzte und für den Patienten anstrengendste Mittel der Wahl zur Behandlung eines Liposarkoms ist die Chemotherapie. Sie kommt erst dann zum Einsatz, wenn die Krankheit sich im fortgeschrittenen Stadium befindet und sich bereits Metastasen ausgebildet haben. Sie wird dabei nicht nur zur allgemeinen Behandlung des Tumors angewandt, sondern lindert in der Regel auch die krankheitstypischen Beschwerden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Ratschläge zur Vorbeugung Liposarkoms können von Medizinern leider nicht gegeben werden. Grund dafür ist, dass nach wie vor eine große Unklarheit über die Entstehung und die Ursachen des Tumors besteht.

Das können Sie selbst tun

Ein Liposarkom sollte auf jeden Fall ärztlich behandelt werden. Begleitend zur medizinischen Therapie können einige Hausmittel und Selbsthilfe-Maßnahmen zum Einsatz kommen.

Zunächst gilt es Ruhe zu bewahren und nach den Anweisungen des zuständigen Arztes richten. Ein Liposarkom kann heutzutage gut behandelt werden und sollte den Alltag und die Gedanken nicht vollständig dominieren. Ablenkung – sei es durch einen Kinobesuch oder sportliche Betätigung – ist das wirksamste Mittel, um eine Krebserkrankung seelisch gut zu überstehen. Dennoch hat ein Tumor meistens Auswirkungen auf die psychische Verfassung. Betroffene sollten sich deshalb um eine psychologische Beratung bemühen. Auch das Gespräch mit anderen Betroffenen, zum Beispiel im Rahmen einer Selbsthilfegruppe, hilft im Umgang mit einem Liposarkom und anderen Krebserkrankungen.

Bewegung an der frischen Luft hilft dabei Stress abzubauen und kann auch den Heilungsverlauf positiv unterstützen. Nachdem die Behandlung abgeschlossen ist, sollte der Betroffene sorgfältig auf mögliche Warnzeichen achten. Dadurch lässt sich eine erneute Erkrankung frühzeitig erkennen und behandeln. Begleitend dazu sollte ein gesunder und ausgewogener Lebensstil gepflegt werden, denn die Vermeidung von Umweltgiften, Stress und Co. beugt Tumoren effektiv vor.

Bücher über Krebs & Krebserkrankungen

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: