Lipide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
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Lipide nehmen im menschlichen Körper eine Vielzahl von Aufgaben wahr. Sie sind lebenswichtig und müssen in einem möglichst optimalen Verhältnis mit der Nahrung aufgenommen werden. Einige Lipide kann der Körper selbst bilden.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Lipide?

Oft heißt es vereinfachend: Lipide sind Fette. Tatsächlich sind Fette (Neutralfette bzw. Triglyceride) auch die bekanntesten Lipide. Zur Gruppe der Lipide zählende Substanzen sind aber auch die Fettsäuren, die eine große Rolle in der gesunden Ernährung spielen, sowie Wachse, Sterolester oder Phospholipide.

Eine wichtige Untergruppe der Lipide sind die Lipoide (fettähnliche Stoffe), die auch als zusammengesetzte Lipide bezeichnet werden. Lipide und Lipoide haben eine große Bedeutung im menschlichen Stoffwechsel, denn sie sind an zahlreichen Vorgängen beteiligt und teilweise essentiell (also lebensnotwendig und mit der Nahrung aufzunehmen).

Auch Blutfette sind übrigens Lipide. Chemisch bestehen Lipide aus den Grundelementen Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, sie können tierischen wie auch pflanzlichen Ursprungs sein. Kennzeichnend für Lipide ist, dass sie nur sehr schwach wasserlöslich sind, aber in verschiedenen Lösungsmitteln gut gelöst werden können.

Medizinische & gesundheitliche Funktionen, Aufgaben & Bedeutungen

Lipide, speziell die Fette, sind mit ihrem hohen Kaloriengehalt von 9,3 Kilokalorien pro Gramm wichtige Energielieferanten und dienen in Form von Depotfett als langfristiger Energiespeicher.

Sie sind Bestandteil der Zellmembran und sorgen für Schutz vor äußeren Einflüssen und Kälte. Eine wichtige Aufgabe der Lipide ist, die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K für den Körper verfügbar zu machen. Nahrungsmittel mit den genannten Vitaminen (z. B. Möhren) sollten also stets mit etwas Öl zubereitet werden. Außerdem versorgen Lipide den Körper mit Cholesterin und Lezithin, und sie sind Aroma- und Geschmackslieferanten.

Lipoide, die fettähnlichen Stoffe, dienen als Emulgatoren oder „Lösungsvermittler“ zwischen fett- und wasserlöslichen Substanzen und sorgen unter anderem für einen reibungslosen Transport in Blut und Lymphe. Zu den bekanntesten Lipoiden gehört das Cholesterin, das zur Bildung von Hormonen, Gallensäuren und Vitamin D benötigt wird. Cholesterin gehört zu den Lipiden bzw. Lipoiden, die der Körper selbst herstellt, es wird aber zusätzlich auch über die Nahrung aufgenommen (fettes Fleisch, Eigelb).

Eine zentrale Rolle spielen die Fettsäuren: Sie sind an unzähligen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Man unterscheidet gesättigte, einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren. Gesättigte Fettsäuren – etwa in Butter, Schmalz, Kokosfett oder Palmkernöl – benötigt der Körper nicht. Ungesättigte Fettsäuren hingegen sind von biologischer Bedeutung, einige der mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind essentiell. Sie sind unter anderem für die Verdauung und Aufnahme (Resorption) der ebenfalls zu den Lipiden zählenden Triclyceriden bzw. Nahrungsfetten zuständig.

Krankheiten, Beschwerden & Störungen

Ist der Lipid- bzw. Fettstoffwechsel gestört, kann es zu gesundheitlichen Problemen kommen. Fehlernährung und Bewegungsmangel sind die häufigsten Ursachen für zu viel Depotfett, welches Übergewicht bis hin zu krankhafter Adipositas erzeugt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder koronare Herzkrankheit, aber auch Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck, sind die häufige Folge. Auch wird die Entstehung der Arteriosklerose begünstigt. Eine große Zahl von Erkrankungen beruht inzwischen auf einem gestörten Fettstoffwechsel, also auf zu hohen Blutfetten. Hier können die Gesamtblutfette, die Tryglizeride oder das Cholesterin erhöht sein, und die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen sind entsprechend darauf anzupassen.

Basismaßnahme ist immer die Optimierung des Gewichtes, da meist Übergewicht vorliegt. Eine fettreduzierte vollwertige Ernährung, die Steigerung der körperlichen Aktivität und Stressabbau sind weitere Maßnahmen. Bei der Ernährung kommt es nicht nur auf die Fettmenge, sondern vor allem auf die Qualität des verwendeten Fettes an: Vor allem die ungesättigten Fettsäuren sollten zu Gunsten der gesättigten Fettsäuren verstärkt in den Speiseplan wandern (etwa Oliven-, Raps-, Lein- und Walnussöl).

Da Lipide auch an der Verwertung und Bildung vieler Stoffe im Körper beteiligt sind, kann eine Störung des Lipidstoffwechsels sich außerdem negativ auf das Hormonsystem, das Zusammenspiel von Enzymen oder die Vitaminverwertung auswirken. Auch daraus können dann zahlreiche weitere gesundheitliche Störungen resultieren. Eine gesunde Lebensweise hingegen kann die Wirkung der Lipide im Organismus positiv unterstützen.

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