Lincomycin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 31. Mai 2017
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Lincomycin ist ein Antibiotikum, das in Deutschland lediglich zum Einsatz in der Veterinärmedizin zugelassen ist. Es ist vor allem gegen grampositive Bakterien wirksam. In den USA und in Kanada ist es auch für die Behandlung von Menschen zugelassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Lincomycin?

Lincomycin (chemische Summenformel: C18H34N2O6S) ist ein zur Klasse der Antibiotika zählender Arzneistoff. In Deutschland ist Lincomycin lediglich in der Veterinärmedizin zugelassen. In den USA hingegen wird der Stoff auch beim Menschen angewendet.

Lincomycin zählt zu den Lincosamiden, die alle antibiotisch wirksam sind. Die molare Masse des Stoffes beträgt 406,54 g/mol. Gewonnen wird der Arzneistoff durch Isolierung aus dem Bakterium Streptomyces lincolnensis.

Chemisch betrachtet setzt Lincomycin sich aus Propylprolin und dem Aminozucker Methylthiolincosamid, die über eine Amidbindung verbunden sind, zusammen. Arzneilich wird im Normalfall Lincomycinhydrochlorid Monohydrat verwendet. Lincomycin ist vor allem gegen grampositive Bakterien wirksam.

Lincomycin liegt in Form eines weißen bis gebrochen weißen kristallinen Pulvers vor und riecht nur schwach. In Wasser ist der Arzneistoff löslich. Insgesamt ist der Stoff leicht basisch. Die Injektionslösung ist farblos bis schwach gelb. Der Schmelzpunkt des Hydrochlorid-Monohydrats liegt bei etwa 145 bis 147 Grad Celsius. Der des Monohydrochlorids bei etwa 155 bis 157 Grad Celsius.

Pharmakologische Wirkung auf Körper & Organe

Das Wirkspektrum und die Wirkweise gleichen der von Clindamycin, das in Deutschland auch für den Einsatz bei Menschen zugelassen ist. Es ist jedoch weniger potent.

Die Wirkung des Lincomycins beruht, wie bei den Makroliden, auf einer Hemmung der Proteinbiosynthese durch Bindung an die 50-S-Untereinheit der bakteriellen Ribosomen.

Grampositive Erreger sind besonders empfindlich gegenüber Lincomycin. Aus diesem Grund ist der Stoff zum Beispiel gut gegen Streptokokken und Staphylokokken wirksam. Je nach Dosierung und Empfindlichkeit des Erregers ist die Wirkung des Stoffes entweder bakteriostatisch oder bakterizid.

Der Wirkstoff reichert sich in den Makrophagen, den "Fresszellen" des Immunsystems an und wird mit diesen zum Ort der Wirkung befördert. Die Metabolisierung des Lincomycins erfolgt ausschließlich in der Leber. Ausgeschieden wird der Stoff über den Kot.

Im Liquor wird keine ausreichende Konzentration erreicht, um eine Wirkung zu entfalten.

Medizinische Anwendung & Verwendung zur Behandlung & Vorbeugung

Bei Betrachtung der medizinischen Verwendung fällt zunächst auf, dass Lincomycin in Deutschland nicht zum Einsatz am Menschen zugelassen ist. Humanmedizinisch findet in Deutschland also keine Verwendung des Stoffes statt. In den USA hingegen wird Lincomycin auch in der Humanmedizin verwendet.

Es lässt sich feststellen, dass der Stoff das gleiche Wirkspektrum wie die Makrolide und der ebenfalls zur Gruppe der Lincosamide zählende Stoff Clindamycin abdeckt, jedoch weniger potent ist als Clindamycin und weniger verträglich als die Vertreter der Makrolide.

In der Veterinärmedizin wird Lincomycin gegen alle dem Wirkstoff gegenüber empfindlichen Bakterien eingesetzt. Generell findet der Einsatz bei diversen bakteriellen Infektionen von Haus- und Nutztieren statt, wobei die Wirksamkeit bei Atemwegsinfektionen am besten ist. In der tierärztlichen Praxis ist Lincomycin ein häufig verordnetes Antibiotikum.

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Risiken & Nebenwirkungen

Von großer Bedeutung ist die Applikationsart des Lincomycins. Bei Pflanzenfressern darf es nicht peroral verabreicht werden, da dies zu tödlichen Nebenwirkungen führen kann. Pferde, Wiederkäuer, Meerschweinchen, Kaninchen und Hamster können Lincomycin aus diesem Grund nur parenteral appliziert bekommen. Erfolgt bei diesen Tieren eine perorale Gabe, kann es zu tödlichen Entzündung des Dickdarms durch gegen Lincomycin resistente Clostridien kommen.

Wird Lincomycin intramuskulär appliziert, kann es zu einer schmerzhaften Schwellung an der Injektionsstelle kommen. Bei der intravenösen Gabe ist zu beachten, dass diese, wenn sie zu schnell durchgeführt wird, eine Thrombophlebitis, einen Blutdruckabfall und einen Herzstillstand auslösen kann.

Bei peroraler Applikation kann es zu einer Magen-Darm-Entzündung mit Erbrechen und blutigem Durchfall kommen.

Bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff darf dieser nicht verabreicht werden.

In Deutschland ist Lincomycin nicht zur Behandlung von Menschen zugelassen.

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