Lidtumor

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. August 2017
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Der Begriff Lidtumor oder Augenlidtumor umfasst eine ganze Reihe von Hautgeschwulsten an Ober- oder Unterlied der Augen. Diese Tumore können gut- oder bösartig sein.

Inhaltsverzeichnis

Definition Lidtumor

Lidtumore sind Tumore am Augenlied. Bei gutartigen Lidtumoren handelt es sich meistens um Warzen, Hautschwämmchen oder Fettablagerungen.

Bösartige Lidtumore sind meistens Basaliome, auch Basalzellkarzinom genannt. Hierbei handelt es sich um einen besonders aggressiven, schnell wachsenden Tumor, der auch andere Bereiche des Gesichts befallen kann (z.B. Nase oder Ohrmuschel).

Über 90 Prozent aller Lidtumore sind Basaliome. Die restlichen zehn Prozent sind Talgdrüsenkarzinome, Melanome („schwarzer Hautkrebs“) oder Plattenepithelkarzinome.

Lidtumore können Menschen jeden Alters betreffen. Besonders häufig tritt er bei Menschen über 60 Jahren auf. Allerdings stellen Ärzte in den letzten Jahren zunehmend auch Lidtumore bei jüngeren Patienten fest. Besonders häufig entstehen Lidtumore am inneren Lidwinkel und am Unterlied.

Ursachen

Ursache für einen Lidtumor ist vor allem Sonneneinstrahlung. Die UV-Strahlung der Sonne begünstigt die Entstehung von Basaliomen und anderen Hauttumoren.

Damit spielt natürlich auch ein häufiger Solariumbesuch eine Rolle beim Entstehen von Lidtumoren. Auch Vererbung kann eine Ursache sein, vor allem auch beim schwarzen Hautkrebs.

Typische Symptome & Anzeichen

  • sichtbare Veränderungen der Haut am Augenlid, z.B. Knoten oder Hautgeschwulste
  • Ausfall der Wimpern
  • Verwechslungsgefahr mit harmloserem Gerstenkorn oder der Augenlidentzündung

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose eines Lidtumors trifft der Augen- oder Hautarzt meist schon anhand des veränderten Aussehens des Augenliedes. Er fällt also eine Blickdiagnose.

Eine Gewebsbiopsie, also eine Gewebsentnahme sichert die Diagnose ab. Da es unterschiedliche Arten eines Lidtumors gibt, können auch die Symptome unterschiedlich sein. Ein Lidtumor muss den Patienten auch nicht unbedingt beeinträchtigen. Bösartige Krebsgeschwüre am Augenlied wachsen immer weiter. Gutartige Lidtumore dagegen können innerhalb weniger Wochen entstehen und auch wieder ganz spontan verschwinden.

Bösartige Lidtumore verändern sich im Laufe der Zeit oft. Es kann zum Auftreten von Knötchen oder Verfärbungen am Augenlid (z.B. braune oder schwarze Flecken) kommen. Die Hautveränderungen am Augenlid können Schmerzen verursachen, müssen es aber nicht. Neben Knötchenbildung können die Hautveränderungen auch andere Strukturen des Auges betreffen und in die Augenbindehaut oder den Tränenkanal einwachsen. Die Augenwimpern können ebenfalls ausfallen.

Bösartige Lidtumore können zum Verlust des Auges führen. Dann verläuft die Erkrankung anfangs oft schleichend und langsam und häufig sind die ersten Symptome eher uncharakteristisch und werden erst spät entdeckt. Oftmals vermutet der Arzt zunächst eine Entzündung oder einen Ausschlag am Auge.

Wie bei den meisten Krebserkrankungen ist die Heilungschance wesentlich davon abhängig, dass der Tumor möglichst früh entdeckt wird und therapiert werden kann. Kann der bösartige Lidtumor vollständig entfernt werden, ist die Prognose sehr gut. Allerdings kann es in der Nachfolgezeit zu weiteren Hautveränderungen kommen, so dass eine konsequente, regelmäßige Nachkontrolle absolut notwendig ist. Hat der Lidtumor schon gestreut, also sind schon Metastasen im Körper vorhanden, sinken die Heilungschancen.

Komplikationen

Durch einen Lidtumor leiden die Patienten an verschiedenen Beschwerden. In der Regel kommt es dabei zu deutlich sichtbaren Veränderungen, die direkt auf der Haut auftreten. Nicht selten fühlen sich die Patienten durch diese Veränderungen nicht schön und leiden dabei an einem verringerten Selbstwertgefühl oder auch an Minderwertigkeitskomplexen. Ebenso können daraus psychische Beschwerden und sogar Depressionen entstehen.

Nicht selten führt ein Lidtumor auch zum Ausfall der Wimpern, was sich ebenfalls sehr negativ auf das Aussehen auswirkt. Die Augenlider können sich dabei entzünden, was zu starken Schmerzen führen kann. Ebenso ist das gesamte Gesichtsfeld des Patienten durch den Lidtumor eingeschränkt, sodass es zu einer verringerten und vor allem gestörten Sicht kommt. Sollte sich der Tumor ausbreiten, kann es auch in anderen Bereichen des Körpers zu Tumorerkrankungen kommen.

Dadurch wird die Lebenserwartung des Patienten deutlich verringert. In der Regel kann ein Lidtumor chirurgisch entfernt werden. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Allerdings sind die Patienten auch nach der Entfernung noch auf eine Chemotherapie oder auf eine Strahlentherapie angewiesen. Der weitere Verlauf dieser Krankheit hängt daher stark von der Ausprägung des Tumors ab.

Behandlung & Therapie

Ein gutartiger Lidtumor zieht, wenn er nicht wieder von alleine verschwindet, meist eine kosmetische Therapie nach sich. Eine Operation ist auch dann notwendig, wenn der gutartige Lidtumor zu groß wird.

Bösartige Lidtumore müssen meist chirurgisch behandelt werden. Ein Chirurg schneidet den Tumor aus dem Augenlied heraus. Je nach Tumorart kann der Arzt auch eine Strahlentherapie oder eine Laserbehandlung anordnen.

Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Kryotherapie, bei der das betroffene Hautgebiet vereist wird. Auch eine Chemotherapie kann notwendig sein.

Die beste Behandlungsart muss der Arzt festlegen und richtet sich nicht nur nach der Tumorart, sondern auch nach seiner Lage, dem Grad der Ausbreitung und dem Alter des Patienten.

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Vorbeugung

Die beste Vorbeugung ist die Vermeidung einer intensiven Sonnenbestrahlung. Vor allem Sonnenbrände schaden der Haut massiv und begünstigen nachgewiesener Maßen die Entstehung von Hautkrebs, somit auch von Lidtumoren.

Das Gleiche gilt für die unsachgemäße und zu häufige Nutzung von Solarien und Sonnenbänken. Die Nutzung von Sonnenschutzcremes mit ausreichend hohem Lichtschutzfaktor ist unerlässlich. Eine regelmäßige Untersuchung der Haut auf Veränderungen durch einen Hautarzt ist die beste Möglichkeit, einen Lidtumor frühzeitig zu erkennen.

Bücher über Hautkrebs

Quellen

  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006
  • Plötz, G., Ring, J., Hein, R.: Häufige Hauttumoren in der Praxis. Springer, Berlin 2012
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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