Lidschlag

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Januar 2017
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Der Lidschlag setzt in einer Minute mehrere Male ein. Obwohl er in der Regel nur selten bewusst wahrgenommen wird, ist seine Funktion für die allgemeine Gesundheit des Auges relevant. Störungen können unangenehme Beschwerden hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Lidschlag?

Bei dem Lidschlag handelt es sich um das unbewusst ablaufende Schließen und Öffnen des Augenlids. Das Öffnen erfolgt sofort nach dem Schließen, sodass die Handlung normalerweise nicht wahrgenommen wird. Es erfolgt meistens unwillkürlich, kann jedoch auch gesteuert werden.

Der Lidschlag sorgt für eine gleichmäßige Verteilung der Tränenflüssigkeit und für das Abtragen von Schmutzpartikeln über den Tränenkanal. Bei der Bewegung des Lidschlags werden Ober- und Unterlid beansprucht, der obere Teil leistet beim Menschen jedoch die meiste Arbeit. Die schließende Phase kann in drei Abschnitte differenziert werden: Beschleunigung, konstante Geschwindigkeit, Beschleunigung. Ein Lidschlag weist unterschiedliche zeitliche Längen auf. Normalerweise variiert er zwischen 50 und 125 Millisekunden. Liegt eine starke Müdigkeit vor, verlangsamt sich in der Regel auch der Lidschlag.

Ausschlaggebend für die generelle Beweglichkeit der Lider und die Handlung an sich sind unterschiedliche Muskeln. Insgesamt blinzeln Menschen ungefähr alle vier bis sechs Sekunden. Unter verschiedenen Umweltbedingungen variiert auch die Häufigkeit des Lidschlags.

Funktion & Aufgabe

Der Lidschlag weist elementare Aufgaben auf. So sorgt er für die Verteilung des Tränenfilms. Tränen werden meistens erst dann wahrgenommen, wenn sie in einem sehr traurigen oder manchmal auch glücklichen Moment aus dem Auge dringen. Dabei wird die Flüssigkeit über Tränendrüsen konstant produziert und dient der Gesundheit des Auges. Der Film sorgt für eine Trennung von Hornhaut und Augenlid. Ohne die gleichmäßige Verteilung durch den Lidschlag könnte das Öffnen und Schließen der Augen nicht reibungslos ablaufen, stattdessen käme es zu unangenehmen Beschwerden wie Trockenheit und Schmerzen.

Während durch die Tränendrüsen ausreichend Flüssigkeit zur Verfügung steht, ist der Lidschlag dafür verantwortlich, dass keine trockenen Stellen auftreten. Der Tränenfilm schützt das Auge vor Windstößen, Bakterien und Viren. Sobald Fremdkörper ins Auge gelangt sind, wird vermehrt Tränenflüssigkeit produziert und durch heftiges Blinzeln verteilt. Auf diese Weise sollen die Eindringlinge aus dem Auge gespült werden.

Über Lidschlag und Tränenflüssigkeit kann die Hornhaut zudem mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt werden. Weil das Gewebe keine Verbindungen zu Blutgefäßen aufweist, ist die Ernährung über den Tränenfilm von Bedeutung. Lücken im Tränenfilm durch eine suboptimale Verteilung sind für eine schlechte Sicht verantwortlich.

Bei dem Lidschlag handelt es sich um das unbewusst ablaufende Schließen und Öffnen des Augenlids.

Der transparente Tränenfilm auf der Hornhaut ist zudem für die Brechung des Lichts wichtig. Die Sicht wiederum basiert auf Lichtwellen und deren Brechungen. Können Lücken beobachtet werden, hilft meistens selbst das Aufsetzen einer Brille nicht weiter, weil keine optimale Lichtbrechung stattfinden kann. Der Lidschlag soll somit vor allem die Distribution des Tränenfilms übernehmen. Dieser ist für das einwandfreie Ablaufen des Sehprozesses unersetzlich.

Stehen Bedrohungen wie starker Wind oder fliegender Sand bevor, findet eine direkte Schutzfunktion des Lidschlags statt. Das Schließen des Auges kann die empfindliche Hornhaut so vor Verletzungen oder Eindringlingen bewahren. Störungen des Lidschlags resultieren in unterschiedlichen Erscheinungen. Konnte eine Erkrankung diagnostiziert werden, sollte die passende Therapie erfolgen.

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Krankheiten & Beschwerden

Wird die Funktion des Lidschlags eingeschränkt, drohen unangenehme Konsequenzen. Somit sollte ein Arzt aufgesucht werden, sobald sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Seltenes Blinzeln sorgt für eine Austrocknung des Tränenfilms. Es wird zwar neue Tränenflüssigkeit gebildet, diese durch den mangelnden Lidschlag aber nicht verteilt. Betroffene verspüren brennende Augen und ein Jucken. Der Lidschlag kann in einem solchen Moment unangenehm sein, weil das schützende Gleitmittel fehlt und es stattdessen zu Reizungen kommt.

Arbeiten am Computer oder Handy führen oft dazu, dass der Lidschlag verhältnismäßig selten stattfindet. Das Auge ist vor Eindringlingen weniger geschützt und wird in der Regel als trocken wahrgenommen. Weiterhin können Störungen des Lidschlags in einem übermäßig häufigen Blinzeln resultieren. So sind sie zum Beispiel Teil einer Tic-Störung. Dabei treten solche Angewohnheiten vor allem bei Kindern auf. Ärzte schätzen, dass etwa 30 Prozent der 8 bis 14 jährigen unter Tic-Störungen leiden. Diese verschwinden jedoch mit zunehmendem Alter oft.

Im Falle eines häufigen Blinzelns handelt es sich um einen motorischen Tic. Die schnelle Bewegung erfolgt ohne einen weitergehenden Sinn. Patienten gelingt es normalerweise nicht, die Handlung zu unterdrücken. Ein Tic kann primär oder sekundär entstehen. Bei einem primären Tic liegt die Ursache in einer physischen Komponente, sekundäre Tics offenbaren sich nach einer anderen Krankheit. Beispiele sind hier Traumata, Gehirnentzündungen oder Kohlenmonoxid-Vergiftungen. Treten mehrere motorische Tics auf sowie mindestens ein vokaler Tic, wird vom Tourette-Syndrom gesprochen. Die Heilung einer solchen Erkrankung ist nicht möglich.

Sehr häufiges oder sogar dauerhaftes Blinzeln tritt zudem bei einigen Patienten auf, die unter Dystonie leiden. Dystonie äußert sich durch unwillkürliche Muskelanspannungen, die über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen und nicht eigenständig gelöst werden können. Der Auslöser liegt im zentralen Nervensystem. Die Störung findet nicht in dem Muskel selber statt, sondern wird über die zuständigen Hirnareale gesteuert. Der häufige Lidschlag ist bei Dystonie somit eine neurologische Störung. Es kommt zu regelmäßigen Kontraktionen, die dafür sorgen, dass sich das Augenlid schließt und öffnet, ohne dass die betroffene Person den Vorgang kontrollieren kann.

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