Lidödem

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. Oktober 2017
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Das Lidödem, auch Lidekzem genannt, ist eine Anschwellung eines oder beider Augenlider, dem ganz unterschiedliche Ursachen zugrunde liegen können. Grundsätzlich kann ein Lidödem in jedem Alter plötzlich und akut auftreten, es werden aber durchaus auch chronische Verläufe berichtet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Lidödem?

Deshalb gibt es Patienten, die bereits mehrere Mediziner aufgesucht haben, um ihr Lidödem dauerhaft zu heilen.

Das Lidödem ist definiert als eine allergische Reaktion auf verschiedene Umweltfaktoren. Weil unmittelbar das Auge betreffend, wird das Lidödem zumeist von Augenärzten, im weiteren Verlauf aber auch von Allergologen oder Naturheilkundlern behandelt.

Es handelt sich beim Lidödem um die Erkrankung eines der am empfindlichsten Bereiche des Körpers. Entsprechend hoch ist bei chronischen Verläufen der Leidensdruck von Patienten, die vielleicht schon seit Jahren davon betroffen sein können.

Ursachen

Wie bei allen allergologischen Erkrankungen und Symptomen, so muss auch beim Lidödem vor Ausbruch der Krankheitserscheinungen eine Sensibilisierung mit einem sogenannten Allergen stattgefunden haben.

Das Immunsystem bildet daraufhin spezifische Antikörper gegen die allergieauslösende Substanz und bei entsprechender Disposition und erneuter Exposition mit dem Allergen kommt es dann zu dem Krankheitssymptom eines Lidödems.

Allergene, die vor allem für die Entstehung eines Lidödems verantwortlich zeichnen, sind Kosmetika wie Make-Up oder auch Haarfärbemittel. Es sind aber längst nicht nur Stoffe, die direkt an der Augenpartie Verwendung finden, welche als Auslöser infrage kommen, denn Untersuchungen zeigen, dass ein Mensch durchschnittlich mehr als einhundert Mal pro Tag seine Augen unwillkürlich mit den Händen berührt.

Somit können auch eine Vielzahl sogenannter Kontaktallergene aus der Umwelt zur Entstehung eines Lidödems beitragen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Gesichtshaut im Allgemeinen und die Haut am Augenlid im Besonderen ist sehr empfindlich. Verschiedene Waschmittel, Therapeutika, Körperpflegemittel und Reinigungsmittel kommen besonders dann, wenn sie übertrieben und exzessiv eingesetzt werden, als Verursacher eines Lidödems infrage.

Auch Patienten, die unter einer sogenannten Neurodermitis leiden, sind überdurchschnittlich von einem Lidödem betroffen, hier scheint es also direkte Zusammenhänge zu geben. Man nimmt an, dass Neurodermitiker durch die allgemein besonders trockene Haut für die Entstehung eines Lidödems besonders prädestiniert sind.

Denn trockene Haut um die Augenpartie herum erzeugt einen zusätzlichen Juckreiz und so ist die Zahl der unwillkürlichen Berührungen der Augenpartie mit den Händen bei Menschen mit Neurodermitis nochmals um ein Vielfaches höher. Wenn dann noch zusätzlich eine Kontaktallergie besteht, kann sich der Zustand des Lidekzems fulminant verschlimmern, sodass unter Umständen sogar ein stationärer Aufenthalt erforderlich sein könnte.

In der Regel wird das Lidödem allerdings mit den verschiedenartigsten ambulanten Maßnahmen therapiert. Beim Lidödem sollte immer ein Facharzt konsultiert werden, ein Übergreifen der Entzündung auf den Augapfel ist mit der Zeit leider nicht ausgeschlossen.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einem Lidödem nicht zu besonderen Komplikationen und auch nicht zu einem schwerwiegenden Verlauf. Die Betroffenen leiden dabei vor allem an geschwollenen Augen. Dabei kann es auch zu Sehbeschwerden kommen, sodass das Gesichtsfeld der Betroffenen aufgrund des Lidödems deutlich eingeschränkt ist. Vor allem bei Kindern kann das Lidödem zu Einschränkungen in der Entwicklung führen.

Nicht selten leiden Patienten an plötzlichen Sehbeschwerden, an Depressionen oder an Angstzuständen. Weiterhin kommt es auch zu einer trockenen Haut und zu einem Juckreiz, der sich auf der Haut ausbreitet. Vor allem bei Allergien kann es zu erheblichen Einschränkungen im Alltag und zu einer Verringerung der Lebensqualität kommen. Im schlimmsten Falle kann die Entzündung auch auf den Augapfel übergehen, sodass die Betroffenen dabei vollständig erblinden können.

Die Behandlung dieser Krankheit richtet sich in der Regel nach der Grundursache. Damit können die Beschwerden relativ gut eingeschränkt werden. Auf jeden Fall muss der Betroffene den Kontakt mit dem auslösenden Stoff vermeiden. Weiterhin können in akuten Notfällen auch Medikamente eingesetzt werden. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird durch das Lidödem in der Regel nicht verringert.

Behandlung & Therapie

Die Therapie des Lidödems richtet sich immer streng nach den zugrunde liegenden Ursachen, die auch für erfahrene Therapeuten nicht immer leicht herauszufinden sind. Ist der auslösende Faktor für ein Lidödem bekannt, so besteht die Therapie vor allem in der zukünftigen Vermeidung dieses allergieauslösenden Stoffes. Verschiedene Blut- und Hautuntersuchungen können Aufschluss über eine allergieauslösende Substanz als Verursacher eines Lidödems geben.

Viele Patienten schildern, dass die Schwellungen des Augenlides gerade morgens nach dem Erwachen am schlimmsten sind. Um schnell und effektiv Abhilfe zu verschaffen, haben sich gekühlte Kompressen in Form von mit schwarzem Tee getränkten Auflagen oder sogenannte Cold-Packs, aber auch das Auflegen von Gurkenscheiben bewährt. Alle therapeutischen Maßnahmen zielen dabei auf die Kühlung der Lidschwellung ab. Zur oralen Therapie wird der Arzt darüber hinaus verschiedene antiallergische Medikamente, sogenannte Antihistaminika, verordnen.

Welche Dosierung hier gewählt werden muss, hängt immer von der Stärke der Symptomausprägung ab. Langjährig bestehende Lidödeme können gegebenenfalls auch operativ angegangen werden, durch solch eine kosmetische Operation wird allerdings die Ursache selbstverständlich nicht beseitigt.

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Vorbeugung

Zur Prophylaxe von Lidödemen empfehlen Fachleute vor allem in den Abendstunden Zigarettenrauch und Alkohol zu vermeiden. Besonders bei Lidschwellungen, die nicht allergischer Natur sind, empfiehlt sich zur Vorbeugung die Anwendung spezieller Schminktechniken mit eher dunklen Farben zum Abdecken.

Das können Sie selbst tun

Welche Maßnahmen der Patient bei einem Lidödem selbst ergreifen kann, hängt immer von den zugrunde liegenden Ursachen ab. Grundsätzlich sollte versucht werden, den Stoff, der die Allergie ausgelöst hat, zukünftig zu meiden. Ein Allergietest gibt Aufschluss über die auslösenden Substanz. Der Patient sollte sich nach der Diagnose einen Allergie-Ausweis ausstellen lassen, damit Ersthelfer schnell reagieren können, falls es einmal zu einem anaphylaktischen Schock kommen sollte.

Das Lidödem selbst kann mit Hilfe klassischer Hausmittel behandelt werden. Bewährt hat sich zum Beispiel Kühlung, etwa in Form von gekühlten Kompressen oder Auflagen mit schwarzem Tee. Zur oralen Therapie bieten sich neben den vom Arzt verordneten Antihistaminika auch Globuli aus der Homöopathie ab. Die Verwendung alternativer Heilmittel sollte zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden.

Bei chronischen Lidödemen ist meist eine Operation erforderlich. Nach dem Eingriff sind Schonung und Ruhe angezeigt. Das betroffene Augenlid sollte in ersten Tagen nach der Operation keinen größeren Belastungen wie Kälte oder Wind ausgesetzt werden. Kühlung und schmerzstillende Mittel aus der Natur helfen auch bei der Nachsorge und können die ärztliche Folgebehandlung gut unterstützen.

Bücher über Augenentzündung & Augenkrankheiten

Quellen

  • Augustin, A.J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2007
  • Burk, A. et al.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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