Levomepromazin

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Levomepromazin ist ein Wirkstoff, der eine viel weiteres Anwendungsspektrum bietet, als die meisten Menschen vermuten oder wissen. Es gehört zwar in erster Linie zu den Neuroleptika, besitzt aber Wirkeigenschaften, welche die Anwendung auch in anderen medizinischen Bereichen erlaubt. Das betrifft vor allem die Nebenwirkungen dieses Wirkstoffes, jedoch ist deren Nutzen noch nicht

Inhaltsverzeichnis

Was ist Levomepromazin?

Levomepromazin gehört von seiner Struktur her zu den Phenothiazinen. Chemisch gesehen handelt es sich hier um eine sogenannte „trizyklische Verbindung“. Der mittlere Ring dieser Verbindung ist ein Heterozyklus, der ein Stickstoff – und ebenso Schwefelatom besitzt.

Phenothiazin, welches die Wirkstoffgruppe des Levomepromazin ist, ist die Basis für verschiedene Medikamente, die in erster Linie als Neuroleptika eingesetzt werden. Phenothiazine können verschiedene Strukturen aufweisen, daher werden sie in drei Gruppen eingeteilt:

1. die Aliphatische Phenothiazine,

2. Piperidine und

3. die Piperazine.

Levomepromazin ist ein niederpotentes Neuroleptikum. Wie alle anderen relevanten Phenothiazin- Derivate weist auch das Levomepromazin eine besondere Eigenschaft auf, welche sich in der Medizin neben der ursprünglichen Anwendung zu Nutze gemacht wird.

Normalerweise macht Levomepromazin – sollte der Patient oder die Patientin nicht paradox auf die Einnahme reagieren – sehr müde. Daher wird Levomepromazin auch gerne als Medikation zum Schlafanstoß bei Ein- und Durchschlafstörungen, aber auch zur Beruhigung verordnet.

Pharmakologische Wirkung

Levomepromazin ist ein Phenothiazin vom trizyklischen Typ und gehört medizinisch gesehen zu den Neuroleptika mit niedriger Potenz. Sie blockieren die Dopaminrezeptoren des Anwenders. Diese befinden sich sowohl im präsynaptischen und postsynaptischen Bereich als auch umittelbar an den Zellkörpern.

Jedoch ist nicht nur ein einziger Dopaminrezeptor vorhanden, sondern eine ganze Gruppe verschiedener Rezeptoren, die sich um die Verarbeitung der Dopamin- abhängigen Impulse kümmern. Grob werden diese Dopaminrezeptoren in D1 – und D2 Rezeptoren unterteilt. Levomepromazin enfaltet seine Wirkung hauptsächlich an den D2-Rezeptoren und wird daher als Dopaminantagonist bezeichnet. Es spricht vor allem die postsynaptischen Rezeptoren in der mesolymbischen Großhirnrinde an, indem sie diese blockiert und somit die Wirkung des körpereigenen Botenstoffes Dopamin dämpft.

Levomepromazin ist ein niederpotentes Neuroleptikum mit nur leicht antipsychotischer Wirkung. Die jedoch stark sedierende Komponente wird bei der Anwendung als therapeutischen Effekt genutzt. Die schwache Wirkung gegen Psychosen lässt sich auch nicht durch höhere Dosierungen erzielen. Dies kummuliert nur die in diesem Fall unerwünschten Nebenwirkungen, da durch die höhere Dosierung auch jene Rezeptoren stimuliert werden, welche ursprünglich gar nicht angesprochen werden sollten.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Levomepromazin gehört zwar in erster Linie zu den Neuroleptika, besitzt aber Wirkeigenschaften, welche die Anwendung auch in anderen medizinischen Bereichen erlaubt.

Levomepromazin gehört zu den Phenothiazinen und ist ein niederpotentes Neuroleptikum. Es findet seine Anwendung hauptsächlich als Medikation zur Behandlung von Angststörungen, Unruhezuständen und bei Erregungszuständen.

Ebenso wird es bei Schlafstörungen als schlafanstoßendes Medikament verordnet, da es eine stark sedierende Komponente hat. Weiterhin findet es als Begleitmedikation bei chronischen Schmerzen seine Anwendung. Neuroleptika finden sich hauptsächlich in der Schizophrenie-Therapie wieder, da sie die Eigenschaft besitzen, antipsychotisch und sedativ zu wirken.

Allerdings ist bei Levomepromazin die antipsychotische Wirkung zu schwach ausgeprägt, was es als alleinige Medikation bei der Behandlung von Psychosen ungeeignet macht. Für solche Krankheitsbilder gibt es Neuroleptika mit stärker antipsychotischer Wirkung. Neuroleptika werden aufgrund ihrer verschiedenen Wirkmechanismen in zwei Generationen eingeteilt. Levomepromazin wird zusammen mit Promethazin zur 1. Generation gezählt.

Levomepromazin dürfte als Medikament mit dem Handelsnamen „Neurocil“ bekannt sein. Promethazin wird meist unter dem Namen Atosil® vertrieben. Auch wenn beide Medikamente zu den niederpotenten Neuroleptika der 1. Generation zählen, finden sie in der Medizin keine ausschliesslich äquivalente Anwendung, da sich die beiden Medikamente in bestimmten Wirkmechanismen unterscheiden.

Levomepromazin wird neben der Behandlung von psychischen Erkrankungen und deren Auswirkungen nicht nur als Schlafmittel, sondern auch bei der Therapie von chronischen und akuten Allergien verwendet, da es, wie das Promethazin auch, nicht zur den niederpotenten Neuroleptika zählt, sondern auch zu den Antihistaminika. Daher kann es in bestimmter Dosierung als Mittel gegen Übelkeit eingesetzt werden.

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Risiken & Nebenwirkungen

Levomepromazin verfügt auch in therapeutischen Dosen wie die meisten Medikamente leider nicht nur über positive und ausdrücklich erwünschte Wirkungen.

Es muss auch bedacht werden, dass die Rezeptoren, welche mit diesem Medikament gezielt angesprochen und beeinflusst werden sollen, bei jedem Menschen eine individuelle Sensibilität aufweisen. Dies gilt ganz besonders bei der Anwendung von Medikamenten, die Einfluss auf Abläufe und chemische Prozesse im Gehirn haben. Unerwünschte Wirkungen können besonders hier fatale Auswirkungen auf die Vitalfunktionen und das Verhalten des Anwenders haben. Ein großes Risiko birgt die Gefahr, dass der Patient oder die Patientin paradox auf Levomepromazin reagiert.

Das bedeutet, eine bereits vorhandene Unruhe, Angst oder Erregung wird massiv erhöht oder erst überhaupt hervorgerufen, wenn es beispielsweise aufgrund seiner antiimetischen Wirkung gegen Übelkeit oder bei Allergien als Antihistaminikum eingesetzt wird. Die Gefahr von Nebenwirkungen steigt natürlich auch je nach Höhe der Dosierung. Eine Überdosierung, unabhängig davon ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt, kann weitreichende Folgen haben.

Unruhezustände und Erregung dürften noch die harmloseren Konsequenzen sein. Schon eine leichte Überdosierung kann den Anwender, je nach Empfindlichkeit seiner Rezeptoren, intensivstationspflichtig machen, da beispielsweise auch massive Herzrhythmusstörungen und Atemdepression ausgelöst werden können. Wie bei jedem anderen Medikament besteht natürlich auch das Risiko der absoluten Unverträglichkeit, was allergische Reaktionen bis hin zum allergischen Schock verursachen kann.

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