Leriche-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 14. November 2017
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Beim Leriche-Syndrom handelt es sich um eine Gefäßerkrankung, bei der es zum Verschluss der Bauchaorta unterhalb des Abgangs der Nierenarterien kommt. Man unterscheidet eine chronische und eine akute Form des Leriche-Syndroms. Die akute Variante stellt eine lebensbedrohliche Komplikation dar und erfordert eine gefäßchirurgische Notoperation.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Leriche-Syndrom?

Laut ICD-10-Kriterien ist das Leriche-Syndrom definiert als Atherosklerose bzw. Embolie oder Thrombose der Bauchaorta (Aorta abdominalis) distal des Abgangs der Nierenarterien.

Da der Verschluss kurz vor der Aufgabelung der Aorta in die Beckengefäße erfolgt, spricht man auch vom Aortenbifurkationssyndrom. Benannt wurde das Krankheitsbild nach dem französischen Chirurgen René Leriche (1979-1955). Durch den arteriellen Verschluss kommt es zur Minderperfusion der unteren Körperhälfte.

Bildet sich die Gefäßverengung schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg aus, so entsteht meist ein arterieller Umgehungskreislauf, der zwar mit Minderdurchblutung einhergeht, aber nicht akut lebensbedrohlich ist. Ein akutes Leriche-Syndrom stellt hingegen eine gefährliche Notfallsituation dar.

Ursachen

Verantwortlich für ein chronisches Leriche-Syndrom ist meist Arteriosklerose, d. h. eine degenerative Verdickung der Gefäßwand durch Fetteinlagerung, Kalk und Bindegewebswucherung. Seltener liegt die Ursache in einer Gefäßentzündung (Vaskulitis).

Ein akuter Verschluss entsteht durch ein Blutgerinnsel, das sich entweder in der Bauchaorta bildet oder (weitaus häufiger) hierhin verschleppt wird. Betroffen sind häufig Herzerkrankte, bei denen ein Embolus aus dem Herzen verschleppt wird. Insbesondere Patienten mit künstlicher Herzklappe oder Herzrhythmusstörungen sind gefährdet.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Anzeichen für ein chronisches Leriche-Syndrom sind schnelles Ermüden der Beine, schwache bis fehlende Leistenpulse, Potenzstörungen, Schmerzen und Kältegefühle in den Beinen sowie blasse oder bläuliche Hautveränderungen.

Auch Blasen- und Darmfunktionen können gestört sein. Zur Diagnostik des akuten Leriche-Syndrom werden die sogenannten 6 P-Symptome nach Pratt herangezogen: pain (Schmerz), pulselessness (Pulslosigkeit), pallor (Blässe), parasthesia (Empfindungsstörung), paralysis (Lähmung), prostration (Schock). Typisch sind plötzlich auftretende Schmerzen in beiden Beinen und beidseitig fehlende Bein- und Fußpulse.

Wegen der spinalen Ischämie können auch neurologische Komplikationen auftreten. Apparativ kann die Diagnose durch Ultraschalldopplermessung, farbkodierte Duplexsonografie und/ oder Kernspin-Angiografie gesichert werden.

Komplikationen

In der Regel kommt es bei Lupus vulgaris zu Einschränkungen und Beschwerden, die vor allem auf der Haut auftreten. Die Betroffenen leiden dabei an Bläschen und an kleinen Knoten, die direkt auf der Haut erscheinen. Nicht selten führen die Beschwerden zu einem verringerten Selbstwertgefühl oder auch zu Minderwertigkeitskomplexen und damit zu depressiven Verstimmungen.

Die Beschwerden selbst sind allerdings nicht mit Schmerzen verbunden, sodass die Betroffenen in der Regel nicht an anderen Beschwerden leiden. Da die Knoten auch an den Händen und Füßen auftreten können, kann es dabei eventuell zu Einschränkungen im Alltag der Betroffenen kommen. Weiterhin können auch Warzen auf der Haut entstehen, die relativ groß sind. Diese sind allerdings ebenfalls nicht mit weiteren Komplikationen verbunden, sodass viele Patienten mit den Beschwerden ihr gesamtes Leben lang leben.

Im weiteren Verlauf kann es durch die Krankheit auch zu Beschwerden an den Knorpeln kommen, wenn sich diese ausbreiten. Bei der Behandlung selbst treten allerdings keine weiteren Komplikationen ein. Die Beschwerden können mit Hilfe von Medikamenten gut gelindert und eingeschränkt werden. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch Lupus vulgaris nicht verringert oder beeinflusst.

Behandlung & Therapie

<script type="text/javascript" src="http://pagead2.googlesyndication.com/pagead/show_ads.js"> </script> </p></div></html> Für die Wahl der Therapie muss zwischen chronischem und akutem Leriche-Syndrom differenziert werden. Beide Formen werden gefäßchirurgisch behandelt. Ist ein chronischer arteriosklerotischer Aortenverschluss noch inkomplett, kommt ein Abtragen von Gefäßwandablagerungen mithilfe eines Katheters oder das Aufdehnen und Abstützen der Gefäßwand mittels eines Stents infrage.

Am häufigsten wird beim chronischen Leriche-Syndrom eine Y-Prothese als Bypass von der Bauchaorta zu den Leistenarterien eingebracht. Diese Operation erfordert einen großen Bauchschnitt; da die Patienten mit chronischem Leriche-Syndrom aber optimal vorbereitet in die OP gehen, ist die Prognose dennoch gut. Eine akute Ischämie der unteren Körperhälfte hingegen erfordert einen Noteingriff. Das Zeitfenster für eine erfolgreiche Behandlung beträgt etwa 6 Stunden ab dem Einsetzen der Ischämie.

Meist wird zunächst versucht, das noch frische und weiche Gerinnsel mit einem Embolektomiekatheter zu entfernen. Gelingt dies nicht, muss auch hier ein Y-förmiger Bypass eingesetzt werden. Weil sich der Patient aber meist schon im schlechten Allgemeinzustand befindet, birgt diese Operation ein hohes Risiko.

Zusätzlich können auch nach erfolgreicher Wiederherstellung der Durchblutung Postischämie-Komplikationen auftreten. Postoperativ erfolgt eine Thromboseprophylaxe und eine regelmäßige Kontrolle. Bei etwa 3 % der Bypass-Empfänger kommt es innerhalb der ersten 30 Tage nach der Operation zu einer Verstopfung der Prothese. In der Literatur wird die Letalität des akuten Leriche-Syndroms mit 30 - 50 % angegeben.

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Vorbeugung

Unter dem chronischen Leriche-Syndrom leiden v. a. Männer ab dem 5.- 6. Lebensjahrzehnt, die starke Raucher sind, unter Stress, Übergewicht und Bluthochdruck leiden, sich schlecht ernähren und wenig bewegen. Vorbeugen kann man durch all jene Maßnahmen, die generell Arteriosklerose entgegenwirken: durch Verzicht auf Zigaretten, gesunde Ernährung (unter besonderer Berücksichtigung gesunder Fette) sowie Ausdauersport und Entspannung. Es empfiehlt sich, Hinweise auf Durchblutungsstörungen der unteren Körperhälfte, z. B. Erektionsstörungen oder schwache und kalte Beine, ernst zu nehmen und frühzeitig abklären zu lassen, um eine Aortenstenose zu behandeln, bevor sie bedrohlich wird.

Das können Sie selbst tun

Das Leriche-Syndrom entsteht durch eine Verengung der Arterien, wobei Blutgerinnsel eine mögliche Ursache darstellen. Es wird von verschiedenen Symptomen begleitet. Die Selbsthilfe setzt bei den Begleitsymptomen an.

Eine Schmerzlinderung per se ist ohne Medikamente kaum möglich. Betroffenen wird aber empfohlen, sich zu schonen und Überanstrengungen zu vermeiden. Gegen eine mögliche Pulslosigkeit, sowie eine drohende Lähmung bietet sich vor allem Bewegung als Präventionsmaßnahme an. Durch eine routinierte Mobilisation wird der Blutkreislauf angeregt und die Durchblutung funktioniert besser. Das erhöht die Sensibilität der Haut, so dass die Empfindungsstörung bekämpft werden kann. Außerdem wird die Muskulatur regelmäßig aktiviert, was einem Erschlaffen und einer drohenden Dysfunktion vorbeugt.

Auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist dafür unerlässlich. Diese kann für Patienten in Verbindung mit einer Inkontinenz aber zu einer Belastung werden. Aus diesem Grund bieten sich Windeln an, um so einer psychischen Belastung durch öffentliche Wahrnehmung der Inkontinenz vorzubeugen. Auch natürliche, kontinenzsteigernde Mittel, wie etwa Kürbiskernextrakt, können Abhilfe schaffen. Dem Verlust der Libido kann ebenfalls mit einer Ernährungsumstellung entgegengetreten werden. Vor allem Männer sind von Erektionsstörungen betroffen. Wassermelonen wirken dabei wie ein natürliches Aphrodisiakum.

Bücher über Durchblutungsstörungen

Quellen

  • Luther, B. (Hrsg.): Kompaktwissen Gefäßchirurgie. Springer, Berlin 2011
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012

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