Lepra

Die auch als Aussatz bekannte Krankheit Lepra zählt zu den bakteriellen Infektionskrankheiten. Sie ist hochansteckend und verläuft nicht selten unbehandelt tödlich. Durch rechtzeitige Erkennung und Behandlung mit Antibiotika ist die Lepra jedoch heutzutage heilbar. In Deutschland tritt die Lepra aufgrund von sehr guten hygienischen Bedingungen nur noch sehr selten auf. In tropischen Ländern, wie Indien, finden sich jedoch noch häufiger Lepraerkrankte.

Inhaltsverzeichnis

Definition Lepra

Die Lepra wird wegen des weltweiten geografischen Vorkommens als Krankheit der armen Menschen bezeichnet. Sie ist auf Grund des Lebensraumes der Krankheitsüberträger vorwiegend in warmen Klimazonen zu beobachten.

Grundsätzlich ist die Lepra eine Infektionskrankheit. Sie kann demzufolge durch Ansteckung übertragen werden und ist mit den heutigen modernen medizinischen Methoden ursächlich und symptomatisch gut behandelbar.

Da die Lepra gleichzeitig viele Menschen befallen kann und weltweit etwa 12 Millionen Patienten von Lepra betroffen sind, gehört die Erkrankung zur Kategorie der Epidemien. Die Erkrankung ist begrenzt auf bestimmte Hautbereiche des Menschen. Die Erreger der Lepra lösen die typischen Symptome vorwiegend an den Nervenbahnen und Nervenenden, den Schleimhäuten und der Haut des Menschen aus.

Ursache für Lepra

Die Ursache der Lepra liegt in einem krankheitsauslösenden Erreger, der in der Bakteriologie als Bakterium Mycobakterium leprae bezeichnet wird. Dieser Erreger ist mit dem Tuberkel Bakterium, dem Erreger der Tuberkulose verwandt. Die Menschen infizieren sich durch den stetigen Kontakt mit bereits erkrankten Personen. Angenommen wird, dass eine Schwächung des Immunsystems durch mangelhafte Ernährung, unzureichende hygienische Zustände und die eingeschränkte existenzielle Versorgung den Organismus für das Ausbrechen der Erkrankung empfänglich macht.

Das von infizierten Patienten ausgeschiedenen Sekret der Nase und die eitrigen Hautirritationen enthalten eine massive Menge an Lepra Bakterien. Der Kontakt ist aus diesem Grund enorm ansteckend. Offene Wunden auf der Hautoberfläche und die Aufnahme von Tröpfchen durch die Atemwege ermöglichen eine fast unbegrenzte Übertragung des Erregers der Lepra.

Symptome bei Lepra

Die Symptome und Beschwerden bei Lepra sind sehr unterschiedlich und mannigfaltig. Am sichtbarsten sind natürlich die Symptome rund um das Gesicht. Eines der ersten Symptome zeichnet sich in Form von Taubheitsgefühlen im Sinne von taktilen Gefühlsstörungen aus. Im weiteren Verlauf kommt es zu typischen Hautflecken, die je nach Hauttyp dunkler oder heller in Erscheinung treten können.

Typische Symptome der lepromatösen Lepra sind bakteriell infizierte Knoten durch Leprome in der Haut. Hierbei kommt es dann zu den bekannten Verstümmelungen und Narben oder ganzen Verlusten von einzelnen Körperteilen. In späteren Stadien können auch innere Organe von der Krankheit befallen sein, sodass es ohne Behandlung zu einer Verkrüppelung des Betroffenen kommt. Diese werden häufig auch von Lähmungserscheinungen begleitet.

Bei der tuberkulösen Lepra sind die Beschwerden und Krankheitsmerkmale eher örtlich begrenzt. Häufig entstehen Verfärbungen der Haut in Form von Flecken. Auch hier kommt es im späteren Verlauf zur Lähmung. Im Gegensatz zur lepromatösen Lepra kann diese Form von selbst abheilen.

Krankheitsverlauf Lepra

Beim Krankheitsverlauf der Lepra wird zwischen der tuberkuloiden und der lepromatösen Form abgegrenzt. Die durch die Verstümmelungen so schreckensvoll gewordene Erkrankung zeigt dieses charakteristische Bild ausschließlich bei der tuberkuloiden Verlaufsform. Durch die Beeinträchtigung der Nervenbahnen besitzen die Betroffenen keinen Tastsinn in den Fingerspitzen. Außerdem werden die endständigen Glieder nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt. Durch die Schmerzunemfindlichkeit treten an den Gliedern zahlreiche Verletzungen auf, die zu den Verstümmelungserscheinungen führen.

Im Unterschied zur tuberkoloiden Lepra ist der lepromatöse Krankheitsverlauf wesentlich schwerwiegender. Die Haut und die Schleimhäute zeigen massive Erkrankungssymptome. Es treten knotenähnliche Verhärtungen auf, durch die Beeinträchtigung der Nervenfunktionen werden die Extremitäten teilweise gelähmt. Im weiteren Verlauf der Lepra treten die knotenartigen Geschwulstausprägungen im Gesicht, auf dem Rücken, den Händen und den Füßen aus. Die Patienten leiden unter reduzierter Schweißbildung, schubweise hohem Fieber und magern rapide ab. Haarausfall ist außerdem eine Folge der Erkrankung der Haut- und Nervenversorgungssysteme.

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Behandlung von Lepra

Die medizinische Basistherapie zur Bekämpfung der Lepra stellt der Einsatz von hoch dosierten und wirksamen Arzneimitteln dar. Diese werden nicht einzeln verabreicht, sondern zur Erhöhung der therapeutischen Wirksamkeit meist in Kombination. Eingesetzt werden von den Medizinern fast ausschließlich Antibiotika. Diese sollen die Teilung und damit die Vermehrung der Erreger stoppen oder reduzieren. Um eine tuberkuloide Lepra zu behandeln, ist es notwendig, dass die Therapie mindestens über 6 Monate verlaufen muss.

Für die aggressivere und schwere Form muss die Therapie über 2 Jahre fortgeführt werden, um Heilungserfolge zu erzielen. Um bei nicht ausreichender Heilung die Behandlung fortsetzen zu können, werden von der pharmazeutischen Industrie sogenannte Reserve-Leprostatika angeboten. Die Behandlung von Lepra beinhaltet außerdem die Versorgung der Wunden und eine aktive Bewegungsbehandlung, um auftretende Lähmungsrescheinung frühzeitig zu minimieren und aufzuhalten.

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