Lentigo maligna

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Dezember 2017
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Das Lentigo maligna ist eine diffus begrenzte, plane und braun-schwarze Verfärbung der Haut, die durch atypische Melanozyten verursacht wird. Diese Erscheinung wird durch Sonnenexposition hervorgerufen und entspricht einer Vorstufe des malignen Melanoms. Der betroffene Hautbereich wird chirurgisch vollständig entfernt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Lentigo maligna?

Beim Lentigo maligna bilden sich in der Oberhaut Ansammlungen von atyptischen Melanozyten. Die Melanozyten sind die Zellen der Haut, die das Pigment herstellen und an die umliegenden Hautzellen abgeben. Das Lentigo maligna ist ein Entartungsprozess der pigmentproduzierenden Zellen, der in der Epidermis der Haut stattfindet. Entartete Melanozyten werden auch als Melanome bezeichnet.

Da die Melanozyten beim Lentigo maligne noch nicht zu tatsächlichen Krebszellen geworden sind, sondern lediglich atypisch erscheinen, kann die Erkrankung auch als Melanoma in situ bezeichnet werden. Der Hochpunkt dieser Krankheit liegt bei rund 50 Lebensjahren. Etwas mehr Frauen erkranken an der Erscheinung. Viele Quellen vermuten das Entartungsrisiko atypischer Zellen bei mehr als 50 Prozent. Einige vermuten sogar, dass sich atypische Melanozyten regelrecht immer zu einem malignen Melanom entwickeln. Diese Entwicklung kann allerdings mehrere Jahrzehnte in Anspruch nehmen.

Ursachen

Als Vorstufe des Melanoms ist das Lentigo maligna ein In-situ-Stadium des schwarzen Hautkrebs. Diese Erkrankung wird bislang vor allem mit UV-Strahlung in Verbindung gebracht. Da die Krankheit in einigen Familien aber vermehrt vorgekommen ist, geht die Wissenschaft von einer genetischen Disposition als Grundlage aus. Die genetische Disposition bezieht sich in diesem Fall vor allem auf die Hautfarbe. So sind gut pigmentierte Menschen ungleich seltener von Melanomen betroffen als Menschen mit einer genetisch bedingt hellen Haut.

Das liegt am filtrierenden Effekt des braun-schwarzen Melanins. Dieser dunkle Melanin-Typ ist einer von zwei verschiedenen Pigment-Typen, wie sie in der Haut des Menschen vorkommen. Die Hautfarbe jedes Menschen ergibt sich aus der genetisch bedingten Kombination von hellen und dunklen Pigmentanteilen. Bei pigmentierten Menschen ist mehr des dunklen Farbstoffs vorhanden. Studien haben erwiesen, dass dieser Stoff die Sonnenenergie zu einem hohen Prozentsatz unschädlich macht.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Lentigo maligna tritt bevorzugt auf Haut im Bereich der Achseln, des Gesichts, des Halses und der Unterarme oder Unterschenkel auf. In der Regel ist das betroffene Hautareal strahlungsgeschädigt, war also bereits an einem Sonnenbrand beteiligt. Sichtbar werden auf diesen Hautstellen braun bis schwarz pigmentierte und inhomogene Verfärbungen der Oberhaut.

In der Regel sind diese Flecken nur diffus begrenzt und nicht erhaben, sondern platt. Ein Lentigo maligna kann in seltenen Fällen auch das Auge betreffen. In diesem Zusammenhang tritt die Erscheinung auch an pigmentierten Menschen in Erscheinung, da die Haut in deren Augen nicht pigmentiert ist. Die Verfärbungen hängen vermutlich mit einer Schädigung in der DNA der Melanozyten zusammen, die durch Sonneneinstrahlung verursacht worden ist. Auf diese Weise kann sich in der Oberhaut ein maligner Zellklon der Melanozyten bilden. Das Lentigo maligna verursacht im Normalfall weder Schmerzen, noch Juckreiz oder andere Beschwerden.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Der erste Verdacht auf das Lentigo maligna entsteht im Rahmen der Anamnese und der Blickdiagnostik. Histopathologisch wird der Verdacht gesichert. Der Arzt muss differentialdignostisch vor allem Altersflecken, aber auch ein bereits ausgereiftes Melanom in Betracht ziehen, das oberflächlich spreitet. Die Prognose verspricht beim Lentigo maligna nahezu 100-prozentige Heilungsaussichten. Auch wenn sich bereits ein Lentigo-maligna-Melanom entwickelt hat, stehen die Heilungsaussichten noch gut.

Komplikationen

In der Regel ist bei einem Lentigo maligna eine Behandlung notwendig. Ohne diese kann sich aus der Beschwerde Hautkrebs ausbilden, welcher im schlimmsten Falle tödlich für den Patienten enden kann. In der Regel kommt es bei dieser Krankheit zu verschiedenen braunen Regionen auf der Haut. Diese Regionen müssen daher vollständig durch einen operativen Eingriff entfernt werden.

In vielen Fällen schämen sich die Betroffenen für die Beschwerden und fühlen sich mit den Flecken unwohl oder leiden an einem verringerten Selbstwertgefühl. Weiterhin kann diese Erkrankung auch im Auge des Patienten auftreten und dabei zu verschiedenen Sehbeschwerden und Einschränkungen im Alltag führen. Nicht selten leiden die Betroffenen durch das Lentigo maligna an Schmerzen auf der Haut oder an Juckreizen.

Diese verstärken sich in der Regel nur, wenn der Betroffene die jeweilige Stelle kratzt. Dabei kann es auch zu Blutungen und weiterhin auch zu Narben auf der Haut kommen. Bei der Behandlung selbst treten in der Regel keine Komplikationen ein. Die betroffenen Areale werden entfernt, wobei der Patient danach noch auf eine Bestrahlung angewiesen ist. Weiterhin kommt es meistens nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung des Patienten.

Behandlung & Therapie

Der befallene Bereich wird beim Lentigo maligna in der Regel vollständig entfernt. In der Regel findet dieser Vorgang im Rahmen einer Exzision statt. Das betroffene Hautgewebe wird dabei chirurgisch herausgeschnitten. Nicht nur werden die Verfärbungen komplett entfernt, sondern auch die Ränder der angrenzenden Hautareale. Dabei ist manchmal von einem Sicherheitsabstand die Rede. Der Eingriff findet entweder unter lokaler Betäubung oder Vollnarkose statt.

In der Regel sind von einem Lentigo maligna nur begrenzte Hautbereiche betroffen. Falls breite Hautflächen Verfärbungen aufweisen, findet unter Umständen eine plastische Deckung der Defekte mit Vollhaut statt. Falls das Lentigo maligna in einer unerreichbaren Position liegt, kann gegebenenfalls eine lasertherapeutische Behandlung bevorzugt werden. Eine Bestrahlungstherapie findet in der Regel nicht statt, da es sich bei diesem Stadium noch nicht um tatsächlichen Krebs handelt.

Eine Röntgenbestrahlung kann theoretisch durchaus vollzogen werden, sollte aber mit einer Dosis von maximal 100 Gy stattfinden und lediglich bei schwer erreichbaren Arealen Verwendung finden. Die Patienten erscheinen nach der Operation zu Kontrollterminen, bei denen das Wiederauftreten der Hautveränderungen ausgeschlossen wird. Manchmal entscheiden sich Patienten gegen die Entfernung der verfärbten Areale.

Dieses Vorgehen gilt wegen des hohen Entartungsrisikos atypischer Melanozyten als wenig empfehlenswert. Ein Melanom entwickelt sich zwar erst innerhalb von Jahren oder sogar Jahrzehnten, aber je eher die Entfernung der atypischen Zellen stattfindet, desto sicherer. Schwer erreichbare Hautareale lassen sich nach der Entartung zu einem Lentigo-maligna-Melanom zum Beispiel kaum mehr entfernen, da weder Laserbehandlungen, noch Röntgenbestrahlung in diesem Stadium mehr stattfinden sollten.

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Vorbeugung

Dem Lentigo maligna kann man vorbeugen, indem direkte Sonnenexposition besonders an empfindlichen Hautstellen vermieden wird.

Das können Sie selbst tun

Personen, bei denen ein Lentigo maligna festgestellt wurde, sollten sich einer Exzision unterziehen. Nach einem solchen Eingriff ist auf eine sorgfältige Wundpflege zu achten, da ein erhöhtes Risiko für Infektionen und Wundheilstörungen besteht. Sollten sich derartige Komplikationen einstellen, muss der Arzt informiert werden. Andernfalls kann das Lentigo maligna Rezidive bilden und unter Umständen sogar Krebs verursachen.

Daneben sollten Betroffene sorgfältig auf andere, meist unspezifische Symptome achten. So deuten Schmerzen im betroffenen Bereich auf eine bösartige Erkrankung hin. Nach Operationen sollten regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um sicherzustellen, dass die Hautveränderungen nicht erneut auftreten. Patienten, die sich gegen die Entfernung der erkrankten Hautbereich entscheiden, sollten regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen, da ein relativ hohes Entartungsrisiko besteht.

In einigen Fällen können die verfärbten Areale durch alternative Heilmittel behandelt werden. Bewährt hat sich zum Beispiel Citrussäure, die bei regelmäßiger Anwendung eine Aufhellung der Haut bewirkt. Auch Mittel aus der Homöopathie können in Rücksprache mit dem Arzt probiert werden. In der Regel wird der Mediziner aber eine konservative Behandlung empfehlen, die von dem Betroffenen durch Schonung und eine strikte Hygiene in den betroffenen Bereichen unterstützt werden kann.

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Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Sterry, W., Worm, M., Burgdorf, W.: Checkliste Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2014

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