Lendenwirbelsäulen-Syndrom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Hinter dem Begriff Lendenwirbelsäulen-Syndrom verstecken sich unterschiedliche Phänomene, wie zum Beispiel chronische Rückenschmerzen und Hexenschüsse. Es handelt sich um einen Sammelbegriff für unterschiedliche Störungen und nicht um eine eigenständige Krankheit. Dennoch empfiehlt sich bei bleibenden Beschwerden eine ärztliche Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet das Lendenwirbelsäulen-Syndrom?

Das Krankheitsbild des Lendenwirbelsäulen-Syndroms umfasst unterschiedliche Symptome. Im Mittelpunkt der differenzierten Erkrankungen steht jedoch ein lokaler Schmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule. Ansonsten kann das Syndrom verschiedene Ausmaße annehmen, ohne dass zwischen den Beschwerden gezwungenermaßen weitere Parallelen liegen. Rückenschmerzen sind bei Erwachsenen ein weit verbreitetes Phänomen.

Im fortschreitenden Alter existieren nur wenige Personen, die bisher noch keine Erfahrung mit Beschwerden solcher Art gemacht haben. Das Lendenwirbelsäulen-Syndrom lässt sich dabei in Subtypen unterteilen. Zum einen existiert ein akuter Rückenschmerz, zum anderen ein chronischer. Generell betreffen Rückenschmerzen meistens die Region der Lendenwirbelsäule. Langfristig bestehende Schmerzen sollten durch einen Arzt abgeklärt werden. Nur so ist es möglich, die Lebensqualität des Betroffenen weitestgehend zu erhalten.

Ursachen

Die Ursachen für das Lendenwirbelsäulen-Syndrom sind sehr unterschiedlicher Natur. Auch hier wird eine Differenzierung zwischen dem akuten und dem chronischen Syndrom gezogen.

Das akute LWS-Syndrom erscheint normalerweise sehr plötzlich und ohne größere Vorwarnung. Die Schmerzen nehmen ein hohes Maß an und werden oft durch eine falsche Bewegung verursacht. Zu dieser kann es während sportlicher Aktivitäten kommen, aber auch im Alltag, beispielsweise bei dem Heben und Tragen von schweren Gegenständen.

Neben falschen Bewegungen und Verschleißerscheinungen, kommen auch Bandscheibenvorfälle für das akute LWS-Syndrom in Frage. Bei einem Bandscheibenvorfall bricht der Galletkern einer Bandscheibe. Die austretende Flüssigkeit kann Nerven zerquetschen, woraus starke Schmerzen resultieren.

Das chronische LWS-Syndrom wird durch einen langsamen Verschleiß der Bandscheiben verursacht. Als Konsequenz kommt es zu zahlreichen weiteren Erkrankungen. Auch Osteoporose oder Skoliose können an den Beschwerden schuld sein. Frakturen, Tumore in der Lendenwirbelsäule, Blockierungen der Wirbelkörper, angeborene Missbildungen, Entzündungen oder knöcherne Veränderungen weisen ebenfalls das Potenzial auf, ein LWS-Syndrom auszulösen.

Typische Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Rahmen des Syndroms kommt es vor allem zu Schmerzen. Diese betreffen den Bereich der Lendenwirbelsäule und werden als dumpf und ziehend wahrgenommen. Die Ausstrahlung der Schmerzen in die Beine ist ebenfalls nicht unüblich. Dabei schmerzt die Lendenwirbelsäule häufiger als andere Teile des Rückens, weil sie im Alltag stärkeren Belastungen ausgesetzt ist.

Der Schmerz macht sich normalerweise plötzlich bemerkbar und verändert sich in seiner Intensität abhängig von der jeweiligen Körperposition. Husten oder Niesen sorgen meistens dafür, dass die Beschwerden weiter zunehmen. Des Weiteren ist das Auftreten von Kribbeln, Taubheit und Lähmungen nicht auszuschließen. In einem solchen Fall muss unbedingt ein Arzt konsultiert werden, weil die Störungen auf Verletzungen von Nerven hinweisen.

In manchen Fällen sind Betroffene nicht mehr dazu in der Lage, die Schließmuskulatur von Blase oder Enddarm bewusst zu kontrollieren, es kommt zu einer Inkontinenz. Abseits von Rückenschmerzen äußert sich das LSW-Syndrom häufig durch eine Zunahme der Schweißproduktion in der Nacht. Bei zusätzlichen Fieberschüben ist eine ärztliche Behandlung unausweichlich.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Die Diagnose erfolgt durch ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt sowie einer körperlichen Untersuchung. Bei dem Gespräch müssen die Beschwerden detailliert beschrieben werden. Weitere Erscheinungen wie auftretendes Fieber sollten nicht ignoriert werden, auch wenn Betroffene sie nicht unbedingt mit dem schmerzenden Rücken in Verbindung bringen.

Der Verlauf des LWS-Syndroms ist letztendlich von der zugrunde liegenden Ursache abhängig. Mittlerweile existieren zahlreiche Therapieansätze zur Behandlung eines Bandscheibenvorfalls, so dass die Lebensqualität meistens rekonstruiert werden kann. Verschleißerkrankungen hingegen lassen sich in der Regel weniger effektiv behandeln. Hier ist damit zu rechnen, dass die Beschwerden anhalten. Unterschiedliche Maßnahmen sind jedoch dazu in der Lage, die Schmerzen zu reduzieren.

Komplikationen

Durch das Lendenwirbelsäulen-Syndrom leiden die Betroffenen in erster Linie an starken Schmerzen. Diese treten dabei vor allem am Rücken auf und können die Lebensqualität des Patenten erheblich verringern und einschränken. Nicht selten breiten sich die Schmerzen aus dem Rücken auch in andere Regionen des Körpers aus und führen auch dort zu Beschwerden.

Schmerzen in der Nacht können auch zu Schlafbeschwerden und zu depressiven Verstimmungen führen. Nicht selten treten die Beschwerden des Lendenwirbelsäulen-Syndroms vor allem bei einer Belastung auf und es kommt zu einem Kribbeln oder zu Taubheitsgefühlen. Im schlimmsten Falle erleidet der Betroffene eine Lähmung, sodass es zu starken Einschränkungen im Alltag kommt.

Auch eine Inkontinenz kann dabei eintreten und ebenfalls zu erheblichen Komplikationen führen. Die Betroffenen sind dann nicht selten auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen. In der Nacht tritt dabei nicht selten eine erhöhte Schweißproduktion ein, sodass der Schlafrhythmus gestört ist.

Die Behandlung des Lendenwirbelsäulen-Syndroms erfolgt kausal und wird in der Regel durch eine Physiotherapie behoben. Dabei treten in der Regel keine besonderen Komplikationen ein. Es kann allerdings nicht garantiert werden, dass alle Beschwerden vollständig eingeschränkt werden können

Behandlung & Therapie

Bevor die Therapie erfolgen kann, muss eine genaue Diagnose erfolgen. Der Begriff LSW-Syndrom umfasst schließlich mehrere Erscheinungen, die auf unterschiedliche Weise therapiert werden. Deswegen ist die Identifikation der genauen Ursachen ausschlaggebend für eine effektive Behandlung. Besonders häufig ist ein Bandscheibenvorfall für das akute LSW-Syndrom verantwortlich.

Dieser lässt sich auf unterschiedliche Weise therapieren. Zunächst kommen normalerweise konservative Maßnahmen zum Einsatz. Bei diesen handelt es sich um Schonung, Wärme und sanfter Bewegung. Zusätzlich kann eine Akupunktur und Physiotherapie erfolgen. Für diese ist es unter Umständen notwendig, dass ein Schmerzmittel verabreicht wird, damit der Patient die Sitzung als erträglich empfindet. Erst, wenn konservative Ansätze zu keinem Erfolg führen konnten, wird eine Operation in Betracht gezogen.

In der Regel ist dies jedoch nur dann der Fall, wenn bereits Lähmungserscheinungen der Beine existieren. Im Rahmen einer Operation wird beispielsweise die Bandscheibe entfernt, welche für die Beschwerden verantwortlich ist. Die gesamte Therapie unterliegt der Gabe von schmerzstillenden Medikamenten.

Bei bestehenden Tumoren wird dieser, insofern die Möglichkeit existiert, operativ entfernt. Im weiteren Verlauf folgt eine Chemotherapie zur Vernichtung von Krebszellen. Entzündliche Erkrankungen wie Rheuma können unter Umständen nicht geheilt, sondern lediglich gemildert werden. Dafür wird meistens zu entzündungshemmenden Medikamenten gegriffen. Des Weiteren ist die regelmäßige Bewegung von Bedeutung.

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Vorbeugung

Das LWS-Syndrom kann begrenzt vorgebeugt werden. Besonders hilfreich ist hier körperliche Aktivität. Das Heben und Tragen von schweren Gegenständen muss mit Vorsicht erfolgen. Ungewohnte Bewegungen sollten vermieden oder nur langsam ausgeführt werden. Darüber hinaus ist die richtige Körperhaltung von Bedeutung. Diese entlastet die Lendenwirbelsäule und kann unter Umständen erlernt werden.

Das können Sie selbst tun

Patienten mit dem Lendenwirbelsäulen-Syndrom stehen im Alltag verschiedene Möglichkeiten der Selbsthilfe offen, die Beschwerden lindern und mitunter einer Verschlimmerung des gesundheitlichen Zustandes vorbeugen. Hilfreich ist vor allem, eine Balance zwischen entlastenden und belastenden Aktivitäten und Phasen zu finden. Das richtige Gleichgewicht ist dabei individuell vom Betroffenen anhand des Körpergefühls und der Stärke der Rückenschmerzen zu ermitteln. Eine korrekte Haltung trägt wesentlich dazu bei, Schmerzen zu verringern und die Muskeln zu stärken.

Bei langem Sitzen ist es wichtig, dass die Patienten mit Lendenwirbelsäulen-Syndrom häufig die Sitzposition variieren, um ungünstige Belastungen auf bestimmte Zonen auszugleichen. Zahlreiche Personen erfahren auch durch lokale Wärmebehandlungen Linderung ihrer Beschwerden, die unkompliziert zu Hause anwendbar sind. In Frage kommen zum Beispiel wärmende Pflaster und Bandagen oder Salben. Zudem entspannen warme Bäder die Muskulatur der Lendenwirbelsäule und führen damit oft zu einer kurzfristigen Besserung der Leiden.

Eine generelle Verbesserung ihres Befindens erreichen Patienten mit Lendenwirbelsäulen-Syndrom durch Sport, wobei Art und Intensität der sportlichen Aktivitäten mit dem Arzt abzusprechen sind. Praktisch sind vor allem Ausdauersportarten wie Schwimmen und Nordic Walking. Die damit einhergehende körperliche Fitness wirkt sich positiv auf das generelle körperliche Wohlbefinden und damit auf die Lebensqualität aus.

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Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006

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