Leistenzerrung

Eine Leistenzerrung entsteht in den meisten Fällen durch plötzliche Überlastung beim Sport. Sie kann drei unterschiedliche Schweregrade haben und betrifft die Adduktoren. Vermeiden kann man eine Leistenzerrung durch intensives Aufwärmen und Dehnen der einzelnen Muskelgruppen und durch langsames Herunterkühlen nach dem Sport.

Inhaltsverzeichnis

Definition Leistenzerrung

Unter einer Leistenzerrung versteht man eine Überdehnung oder Verletzung der so genannten Adduktoren durch eine plötzliche Seitwärtsbewegung oder Grätsche. Adduktoren sind in diesem Fall Skelettmuskeln und Sehnen, die zum Heranziehen der Beine dienen. Ihre Gegenspieler heißen Abduktoren. Eine Leistenzerrung ist eine relativ oft vorkommende Sportverletzung.

Sie betrifft häufig Fußballer, Hürdenläufer, Schwimmer, Skifahrer oder Eishockeyspieler. Die genannten Sportarten sind durch intensive Beinarbeit gekennzeichnet, in deren Folge es zu einer Leistenzerrung kommen kann. Vor allem als Leistungssportler erleidet man häufiger eine Leistenzerrung.

Der Schweregrad der Leistenzerrung kann einen von drei Graden haben:

Die leichte Adduktorenzerrung bedeutet eine Überdehnung, bei der weniger als fünf Prozent der Adduktorenfasern beschädigt werden. Man kann bei dieser Leistenzerrung durchaus weiter trainieren, spürt aber Schmerzen. Der zweite Schweregrad einer Leistenzerrung bedeutet mehr als 5 Prozent Muskelfaserrisse, die man auch bei leichteren Belastungen oder Druck auf die Adduktoren spürt.

Ausgeprägte Muskelfaserrisse kennzeichnen den dritten Schweregrad der Leistenzerrung. Hier kann es zu Blutergüssen, Schwellungen und starken, stechenden Schmerzen kommen. Der Heilungsverlauf wird je nach Schweregrad der Leistenzerrung unterschiedlich lange dauern.

Ursachen für Leistenzerrung

Überlastungen und plötzliche Überdehnungen der Beine oder Bauchmuskeln können zu der so genannten Leistenzerrung führen. Der Schmerz tritt bei Belastung an der Innenseite der Oberschenkel auf.

Oft genügt eine plötzliche Bewegung beim Sprung nach einem Ball oder über eine Hürde, um eine Leistenzerrung zu verursachen. Begünstigt wird die Leistenzerrung auch durch ungeeignetes Schuhwerk, eine falsche Sprung- oder Lauftechnik und eine plötzliche Seitwärtsbewegung.

Als weitere Ursache kann aber eine angeborene Fehlstellung der Hüften, ein Beckenschiefstand mit verschiedenen Beinlängen oder eine Fehlfunktion der Hüftgelenke ursächlich für eine Leistenzerrung sein.

Symptome

Krankheitsverlauf Leistenzerrung

Der Verlauf einer Leistenzerrung kann je nach Schweregrad unterschiedlich sein. Beim ersten Grad einer Leistenzerrung bemerkt man den Schmerz oft erst nach dem Sport. Es kann sein, dass sich die Leistenzerrung durch Krämpfe ankündigt oder bei einer Drehbewegung der Beine Schmerzen auftreten.

Der Schmerz bei der leichten Adduktorenzerrung ist belastungsabhängig. Bei schweren Arten der Leistenzerrung können sichtbare Hämatome und Schwellungen auftreten. Drückt man die Beine seitlich gegen einen Widerstand, treten starke Schmerzen auf. Bei der schweren Leistenzerrung ist auch ein Abspreizen der Beine äußerst schmerzhaft.

Behandlung von Leistenzerrung

Bei jeder vermuteten Leistenzerrung sollte man das Training abbrechen, auch beim leichten Verlauf. Es muss vermieden werden, dass sich die Leistenzerrung durch eine weitere Überdehnungsbelastung noch verschlimmert.

Jede weitere Bänderdehnung am Hüftgelenk intensiviert die Leistenzerrung. Man behandelt die Leistenzerrung zunächst mit Eiskompressen, um Schwellungen und Hämatombildungen zu verhindern. Mit Kompressionsverbänden kann die Leistenzerrung gelindert werden. Damit entlastet man die Adduktoren. Ein Hochlagern der Beine entlastet die strapazierte Oberschenkelmuskulatur. Die folgende Behandlung der Leistenzerrung kann mit Wärmebehandlungen, Lymphdrainagen, Kompressionsverbänden oder Krankengymnastik vorgenommen werden.

Magnesiumgaben können den Heilungsverlauf der Leistenzerrung unterstützen. Um die Leistenzerrung auszuheilen, sollte man jede sportliche Belastung meiden, bis der Heilungsverlauf einritt. Sonst riskiert man eine neue Leistenzerrung. Anschließend kann man mit moderatem Belastungstraining beginnen. Solange unter Belastung Schmerz auftritt, ist die Leistenzerrung noch nicht ausgeheilt.

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Vorbeugung von Leistenzerrung

Wichtig ist, nach einer ausgestandenen Leistenzerrung die Bewegungsabläufe so einzustellen, dass nicht gleich die nächste Leistenzerrung anfällt. Schlimmer noch wäre eine chronische Leistenzerrung, die durch zu frühes und intensives Trainieren entstehen kann.

Als vorbeugende Maßnahme zur Vermeidung einer Leistenzerrung haben sich ausreichende Dehnübungen vor sportlichen Belastungen bewährt. Vor jeder sportlichen Belastung und insbesondere vor sportlichen Wettbewerben, wo man an seine Leistungsgrenzen geht, sind die Muskeln gründlich aufzuwärmen.

Anschließend müssen sie langsam abgekühlt (Cool-Down) und erneut gedehnt werden. Gutes Schuhwerk kann bei Fehlstellungen am Fuß helfen, eine neue Leistenzerrung zu vermeiden.

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