Legionärskrankheit (Legionellose)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Oktober 2017
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Die Legionellose, welche auch als Legionärskrankheit bekannt ist, ist eine schwere Variation der Lungenentzündung. Verursacht wird die Legionärserkrankung durch ein Bakterium, welches der Untergattung Legionella zuzuordnen ist.

Inhaltsverzeichnis

Definition Legionärskrankheit

Bei der Legionärskrankheit handelt es sich um eine schwere Infektion in der Lunge, welche durch das Bakterium Legionella pneumophila verursacht wird.

Die Symptome ähneln der einer Lungenentzündung und sind durch hohes Fieber, Atembeschwerden sowie Husten charakterisiert. Eine Behandlung mit Antibiotika ist erforderlich. Sie tritt weltweit zur jeder Jahreszeit auf, kommt jedoch besonders häufig im Sommer und Herbst auf.

Meist wird sie erst in einem späten Stadium erkannt, da sie leicht mit einer klassischen Lungenentzündung verwechselt werden kann. In einigen Staaten der Welt ist die Krankheit meldepflichtig. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa sechs Prozent aller Lungenentzündungen durch das Bakterium Legionella pneumophila ausgelöst werden. Eine schwache Variante der Legionärskrankheit stellt das Pontiacfieber dar.

Ursachen

Die Legionärskrankheit ist eine bakterielle Infektion mit Legionella pneumophila. Diese Bakterien bevorzugen Süßwasser, welches eine Temperatur zwischen 20°C und 55°C besitzt. Übersteigt die Temperatur 60°C, sterben die Keime ab.

Für eine Infektion mit Legionella pneumophila muss der Keim eingeatmet werden und über Nase bzw. Mund in die Lunge gelangen. Somit sind mögliche Infektionsquellen die Dusche, Whirlpools, Klimaanlagen, Inhalatoren sowie Luftbefeuchter.

In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass sich das Bakterium Legionella pneumophila meist in den Wasserrohren ausbreiten kann, wenn die Leitungen kaum benutzt werden. Steht das warme Wasser lange Zeit in der Wasserleitung, bietet es ein ideales Medium zur Ausbreitung der Keime. So kann es selbst in deutschen Turnhallen zur Ausbreitung der Legionärskrankheit kommen, wenn die Duschen in den Sommerferien lange Zeit nicht benutzt wurden.

Eine unmittelbare Übertragung des Krankheitserregers von einem Infizierten zu einem gesunden Menschen ist unbekannt. In der Lunge angekommen, vermehren sich die Keime in den Monozyten, die eine besondere Form der weißen Blutkörperchen sind. Bis zum Ausbruch der Legionärskrankheit können bis zu zehn Tage vergehen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die Diagnose zur Legionärskrankheit erfolgt durch einen Nachweis des Krankheitserregers mittels Urinprobe. Der Urin wird auf gewisse Proteine analysiert, welche nur bei einer Legionelleninfektion vorliegen. Ferner kann eine Probe aus Lunge oder Rachen Aufschluss über eine Infektion geben.

Wird die Diagnose frühzeitig erstellt, nimmt die Krankheit einen unproblematischen Verlauf. Wird sie nicht erkannt und verbleibt unbehandelt, kann sie bei Menschen mit Immunschwäche sowie älteren Personen mit einer 20 % Wahrscheinlichkeit tödlich enden. Haben die Bakterien lediglich das Pontiacfieber ausgelöst, erholen sich die Betroffenen auch ohne ärztliche Betreuung innerhalb von fünf Tagen.

Ist die Legionärskrankheit überstanden, besteht keine Immunität gegen das Bakterium Legionella. Somit können diese Patienten erneut an der Legionärskrankheit erkranken.

Komplikationen

Komplikationen treten vor allem bei schwer verlaufenden Legionellosen auf. Das Eindringen der Erreger über die Atemwege kann einem Lungenabszess führen, einem mit Eiter angefüllten nekrotischen (abgestorbenen) Bezirk in der Lunge. Das erfordert eine ärztliche Behandlung. Heilt der Abszess nicht vollständig aus, muss operativ eine Drainage gesetzt werden oder der Herd wird entfernt.

Des Weiteren kommen Pleuraergüsse vor, wobei die Flüssigkeitsmenge im Gleitspalt zwischen Lungen- und Rippenfell ansteigt und zur erschwerten Atmung führt. Bildet ein Erguss sich nicht vollständig zurück, kann es zu Verwachsungen kommen, die die Atemfunktion einschränken. In schwersten Fällen rufen die Bakterien der Legionellose eine respiratorischen Insuffizienz hervor.

Hierbei wird die äußere Atmung so schwach, dass die Lungenfunktion fast erliegt. Dies erfordert eine sofortige maschinelle Unterstützung der Atmung. Die Erreger setzten sich häufig, wenn das Herz während der Erkrankung zu stark gefordert wird, auf dem Herzmuskel (Myokard) oder dem Herzbeutel (Perikard) ab. Dies führt zu Entzündungen der jeweiligen Gewebe.

Eine weitere schwerwiegende Komplikation, die das Bakterium der Legionärskrankheit hervorrufen kann, ist das akute Nierenversagen. Hierbei wird die Funktion der Nieren plötzlich eingeschränkt und die Harnausscheidung vermindert sich bzw. erlöscht fast ganz. Bei Verdacht muss eine sofortige Krankenhauseinweisung erfolgen. Unbehandelt liegt die Sterberate der Legionellose bei fünf bis zehn Prozent.

Behandlung & Therapie

Die Legionärskrankheit bzw. Legionellose sollte so früh wie möglich ärztlich behandelt werden. Im Idealfall beginnt die Therapie bereits bei Verdacht auf die Bakterieninfektion. Für einen Zeitraum von 14 Tagen wird ein Antibiotikum verschrieben. Dieses hemmt das Wachstum der Bakterien und tötet die Krankheitserreger ab.

Da das Bakterium Legionella sehr resistent ist, ist die richtige Auswahl des Antibiotikums entscheidend. Als besonders erfolgreich haben sich Medikamente mit dem Wirkstoff Erythromycin erwiesen. Des Weiteren kann es sinnvoll sein, weitere Medikamente zur Symptombehandlung einzunehmen. Personen, deren Abwehrkräfte besonders geschwächt sind, sollten die Medikamententherapie mindestens drei Wochen durchführen. Die Stärke des Antibiotikums bemisst sich nach der Ausprägung und dem Verlauf der Legionärskrankheit.

In besonders schwerwiegenden Krankheitsverläufen kann zudem eine Antibiotika-Kombination eingesetzt werden. Häufig wird diese in den ersten Behandlungstagen als Infusion gegeben. Liegt aufgrund einer Infektion mit dem Bakterium Legionella lediglich ein Pontiacfieber vor, ist eine Behandlung mit einem Antibiotikum nicht notwendig. Meist werden nur Medikamente zur Symptombekämpfung verschrieben. Im Vergleich zur gewöhnlichen Lungenentzündung hilft Penicillin nicht zur Abtötung des Bakteriums Legionella und wird somit zur Behandlung der Legionärskrankheit nicht eingesetzt.

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Vorbeugung

Die vorbeugenden Maßnahmen gegen eine Legionärskrankheit bzw. Legionellose konzentrieren sich darauf, die möglichen Infektionswege zu meiden. So empfiehlt sich bei Hotelaufenthalten ein Ablaufen des Warmwassers für einige Minuten. In dieser Zeit sollte das Bad verlassen werden, um nicht den ersten Wasserdampf einzuatmen. In ihm verstecken sich die meisten Bakterien.

Öffentliche Whirlpools sollten gemieden werden. In den eigenen vier Wänden sollten Warmwassersysteme und Klimaanlage professionell installiert sein und stetig gewartet werden. Inhalatoren und Luftbefeuchter müssen stetig desinfiziert und gereinigt werden, um einer Legionärskrankheit vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Bei einem gesunden Menschen mit einem intakten Immunsystem führt eine Infektion mit dem Bakterienstamm Legionella oft nur zu leichten Beschwerden. Dies kann sich zum Beispiel in Fieber (Pontiac-Fieber) äußern und muss meist nicht behandelt werden. Die Infektion heilt in den meisten Fällen von alleine wieder aus. Bis das Fieber abgeklungen ist, sollte man sich selbst schonen.

Lösen die Legionellen jedoch eine Lungenentzündung bei einem Patienten aus, muss schnellstmöglich mit einer Therapie begonnen werden, da die Infektion für chronisch Kranke und ältere Menschen lebensbedrohlich sein kann. Eine Konsultation eines Arztes ist in diesem Fall unerlässlich. Es sollte so schnell wie möglich mit einer Antibiotika-Therapie begonnen werden, da hier eine Selbsthilfe nicht mehr möglich ist. In schweren Krankheitsfällen werden die Medikamente zu Beginn als Infusion verabreicht. Während der Zeit der Antibiotika-Einnahme ist wichtig, die Medikamente genau nach Anweisung des Arztes einzunehmen. Man sollte in dieser Zeit auf die Signale seines Körpers achten, sich selbst schonen und Bettruhe einhalten.

Nach Abschluss der Antibiotika-Einnahme kann es sinnvoll sein, Medikamente zur Sanierung des Darmes einzunehmen, da die Darmflora durch die Therapie angegriffen sein könnte. Um eine erneute Ansteckung zu vermeiden, sollte die Quelle der Infektion mit Legionellen beseitigt werden.

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Quellen

  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme Verlag, Stuttgart 2008
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006
  • Schaberg, T. et al.: Pneumonien. Thieme, Stuttgart 2001

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