Leberzyste

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Bei einer sogenannten Leberzyste handelt es sich um einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum. In der Medizin bezeichnet man eine Leberzyste auch als einen gutartigen Tumor. Die Erkrankung sollte nicht mit der Zystenleber verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Leberzyste?

In der modernen Medizin wird eine grundlegende Unterscheidung zwischen einer sogenannten Leberzyste sowie einer sogenannten Zystenleber getroffen.

So treten die Leberzysten in der Regel mit einer rundlichen Form in Erscheinung. Eine Leberzyste hebt sich stets vom umliegenden Gewebe ab. Darüber hinaus wartet eine Leberzyste mit einem weiteren markanten Merkmal auf. In Bezug auf die Statik wird die Flüssigkeit innerhalb der Zyste von einer relativ dünnen Wand umschlossen.

Für die Betroffenen stellt eine Leberzyste im ersten Moment jedoch keine große Gefahr da. Resultierend aus einem relativ langsamen Wachstum wird eine umfassende Behandlung oftmals erst nach mehreren Jahren notwendig.

Ursachen

Das Auftreten einer Leberzyste wird in der Regel durch unterschiedliche Faktoren begünstigt. Führende Mediziner benennen eine erbliche Veranlagung als eine der häufigsten Ursachen für eine Leberzyste.

Neben einer erblichen Veranlagung kommen auch sogenannte Fehlentwicklungen als Ursache für das Auftreten von Leberzysten infrage. So weist das Gewebe der Betroffenen bereits vor der Geburt eine krankhafte Veränderung auf. Sofern es sich bei der Leberzyste um eine parasitäre Leberzyste handelt, kommt in erster Linie eine Infektion mit einem Bandwurm als Ursache infrage.

Nicht selten entwickelt sich eine Leberzyste auch als eine Spätfolge von einer starken Gewalteinwirkung. Damit eine möglichst wirksame Therapie in Angriff genommen werden kann, muss eine Leberzyste jedoch möglichst exakt diagnostiziert werden.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Da eine Leberzyste nur in den seltensten Fällen mit einer klinischen Symptomatik einhergeht, wird ein erster Befund oftmals erst im Rahmen einer zufällig durchgeführten Ultraschalluntersuchung erhoben.

Sofern ein erster Verdacht auf eine Leberzyste besteht, wird eine Untersuchung mittels Computertomografie in Erwägung gezogen. Um eine möglichst detaillierte Darstellung der Leberzyste zu ermöglichen, wird im Rahmen der Untersuchung die Gabe eines sogenannten Kontrastmittels angeordnet. Nur so lässt sich feststellen ob die Zyste eventuell benachbarte Gefäße oder Zugänge zu anderen Organen gefährdet.

Neben den bildgebenden Verfahren wird zur Diagnose einer Leberzyste eine umfangreiche Blutuntersuchung angeordnet. Im Rahmen einer umfangreichen Blutuntersuchung lassen sich beispielsweise Parasiten als Ursache für eine Leberzyste nachweisen.

Komplikationen

Leberzysten können, abhängig von Größe, Ort und Ursache, zu vielgestaltigen Komplikationen führen. Große Leberzysten ab einer Größe von circa zehn Zentimeter können die umgebenden Organe verdrängen. Dies ist meist mit Schmerzen im Oberbauch verbunden, kann aber auch zu Rupturen und Blutungen führen. Größere Hämangiome können außerdem Funktions- und Durchblutungsstörungen im Lebergewebe hervorrufen.

Dies kann im schlimmsten Fall zum Organversagen führen. Häufiger entwickeln sich Gallenfisteln und Gallenzysten, die zum einen das Risiko einer Bauchfellentzündung erhöhen. Zum anderen kann eine übergreifende Gallenblasenentzündung schwere Folgesymptome wie Gelbsucht, Fieber und Schüttelfrost hervorrufen. Sämtliche Komplikationen sind mit starken Schmerzen und einem körperlichen Unwohlsein verbunden, welches langfristig auch die psychische Verfassung der Betroffenen beeinträchtigt.

Die Behandlung einer Leberzyste kann ebenfalls Komplikationen verursachen. So kann es während eines chirurgischen Eingriffs zu Nervenverletzungen und Blutungen kommen. Nach einer Operation können die Narben zu Funktionsstörungen führen. Außerdem können Blutungen, Nachblutungen und Infektionen auftreten, in deren Folge gesundheitliche Probleme (zum Beispiel Sepsis durch Nachblutung, Leber- oder Bauchfellentzündung durch Infektion) auftreten können. Die verordneten Arzneimittel können Allergien auslösen und diverse Nebenwirkungen hervorrufen.

Behandlung & Therapie

Sofern eine Leberzyste eindeutig diagnostiziert wurde, kann eine auf den Patienten abgestimmte Therapie in Angriff genommen werden. In Bezug auf die Wahl einer geeigneten Therapie wird neben der Größe der Leberzyste unter anderem ihre Lage berücksichtigt.

Nur wenn aufgrund der Größe sowie der Lage Komplikationen zu erwarten sind, wird eine operative Entfernung der Leberzyste durchgeführt. Parasitäre Zysten werden grundsätzlich operativ entfernt. So kann eine Ausbreitung der verursachenden Parasiten verhindert werden. Im Anschluss an die Operation werden dem Patienten spezielle Medikamente verabreicht.

Nicht selten rufen Leberzysten irreparable Schäden an der Leber hervor. In diesem Fall ist eine Lebertransplantation unumgänglich. Alternativ zur Operation wird vor allem bei flüssigkeitsgefüllten Zysten eine alternative Behandlungsmethode angeboten. Im Rahmen der sogenannten Punktion führt der behandelnde Arzt eine relativ dünne Nadel in die Zyste ein.

Durch die Verwendung eines bildgebenden Verfahrens kann die Nadel exakt positioniert werden. Die angestaute Flüssigkeit wird über die Nadel abgesaugt. In Bezug auf dieses Verfahren ist jedoch die sogenannte Rückfallrate zu berücksichtigen. Oftmals füllt sich der verbliebene Hohlraum in den meisten Fällen erneut mit Flüssigkeit. Eine weitere Behandlung ist dann zwingend anzuraten.

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Vorbeugung

Vor allem Besitzer von Haustieren können einer Leberzyste aktiv vorbeugen. Da eine parasitäre Leberzyste stets durch einen Bandwurm hervorgerufen wird, sollten die im Haushalt vorhandenen Haustiere einer regelmäßigen Wurmkur unterzogen werden. Sofern eine Leberzyste auf einer erblichen Veranlagung basiert ist eine wirksame Vorbeugung nicht möglich. Personen, welche bereits eine Therapie zur Behandlung von Zysten durchgeführt haben, können durch die Einnahme von speziellen Präparaten einer erneuten Bildung von Zysten vorbeugen. Diese Präparate haben jedoch oftmals starke Nebenwirkungen und sind mit dem Arzt abzusprechen.

Das können Sie selbst tun

Patienten, die an einer Leberzyste leiden, bedürfen einer ärztlichen Behandlung. Begleitend zu der medizinischen Therapie kann mittels einiger Selbsthilfe-Maßnahmen gegen die individuellen Symptome vorgegangen werden.

Zunächst sollte die Ernährung umgestellt werden. Lebensmittel wie gedünstetes Gemüse, Getreide, Brot und Fruchtsäfte lindern die Beschwerden und beruhigen den gereizten Magen-Darm-Trakt. Bei Bauchschmerzen helfen bewährte Hausmittel wie eine Rollkur mit Kamillentee oder Entspannungsübungen. Der Arzt wird außerdem Bettruhe und Schonung empfehlen. Da es im Zusammenhang mit einer Leberzyste meist auch zu einem Gewichtsverlust kommt, müssen entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden: Viel trinken, trotz Beschwerden möglichst ausgewogen ernähren und bei Mangelerscheinungen Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Gegen Appetitlosigkeit und Völlegefühle helfen Appetitanreger aus der Drogerie.

Die Leberzyste selbst kann meist nur operativ behandelt werden. Betroffene sollten enge Rücksprache mit dem zuständigen Arzt halten und dessen Vorgaben einhalten. Vor allem nach dem Eingriff ist es wichtig, den Körper und insbesondere die Leber zu schonen. Begleitend dazu muss die Ursache für die Leberzyste ermittelt werden. Je nachdem, was der Auslöser ist, können dann vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, um eine erneute Zystenbildung zu vermeiden.

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Quellen

  • Baenkler, H.-W., et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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