Leberzellkarzinom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. August 2017
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Als Leberzellkarzinom wird eine Tumorerkrankung der Leber bezeichnet. Der Tumor entsteht unmittelbar aus den Leberzellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Leberzellkarzinom?

In der Medizin ist das Leberzellkarzinom auch als Leberzellkrebs oder Hepatozelluläres Karzinom bekannt. Gemeint ist damit ein bösartiger Tumor in der Leber. In den meisten Fällen geht er aus einer chronischen Leberentzündung oder einer Leberzirrhose hervor. Während im Anfangsstadium noch keine Beschwerden auftreten, kommt es späteren Verlauf zu Gewichtsverlust und Schmerzen im Oberbauch.

Das Leberzellkarzinom zeigt sich häufiger bei Männern als beim weiblichen Geschlecht. In Deutschland wird die schwere Erkrankung verhältnismäßig selten verzeichnet. Häufiger tritt das Leberzellkarzinom dagegen in Afrika und Asien auf. In den westlichen Industrieländern wird die Lebererkrankung in erster Linie durch starken Alkoholkonsumhervorgerufen. Dagegen haben in Entwicklungsländern auch Infektionen mit Hepatitis B und Hepatitis C sowie Schimmelpilze Einfluss auf die Entstehung des Leberkrebses.

Es wird zwischen drei unterschiedlichen Leberkrebsarten differenziert. Dies sind neben dem hepatozellulärem Karzinom das cholangiozelluläre Karzinom, das aus den Zellen der Gallengänge entsteht, sowie das Angiosarkom, das sich aus den Leberblutgefäßen entwickelt. Mit einem Anteil von rund 80 Prozent bildet das hepatozelluläre Karzinom die häufigste Leberkrebs-Variante.

Ursachen

Wodurch ein Leberzellkarzinom entsteht, ließ sich bislang nicht genau klären. Es liegen jedoch einige bekannte Risikofaktoren vor, die sich begünstigend auf die Krankheit auswirken. Dazu zählen in erster Linie Alkoholkonsum und Übergewicht. Ansonsten bestehen bei den drei unterschiedlichen Leberkrebsarten auch verschiedene Risikofaktoren.

Bei einem hepatozellulärem Karzinom ist dies vor allem eine Leberzirrhose, auch Schrumpfleber genannt. In den meisten Fällen wird eine Leberzirrhose durch chronische Virusinfektionen, zu denen Hepatitis B und C gehören, hervorgerufen. Leberzirrhose und chronische Leberentzündung haben miteinander gemeinsam, dass sie das Absterben der Leberzellen bewirken.

Durch das Bilden von neuen Leberzellen und Bindegewebe unternimmt die Leber den Versuch, den Verlust wieder auszugleichen. Werden die Zellen geteilt, besteht jedoch das Risiko, dass Fehler im genetischen Code auftreten. Besteht in der erkrankten Leber eine verstärkte Neubildung der Zellen, führt dies zu einem erhöhten Entartungsrisiko. So kommt es zu einem überdurchschnittlich schnellen Wachstum sowie einer häufigeren Teilung der krankhaften Leberzellen. Auf diese Weise wird schließlich ein Tumor gebildet.

Ebenfalls zu den Risikofaktoren für ein Leberzellkarzinom gehören Schimmelpilzgifte. Von dem Schimmelpilz (Aspergillus flavus) werden hochgiftige Aflatoxine mit krebserregender Wirkung hergestellt. Anzutreffen ist der Pilz meist in Getreidesorten oder Nüssen, die unter schlechten Bedingungen gewachsen sind und einer feuchten Lagerung unterzogen wurden.

In den meisten Fällen kommt es in Afrika und Asien zu Leberzellkarzinomen aufgrund von Schimmelpilzgiften. Einen weiteren Risikofaktor stellen angeborene Eisenstoffwechselerkrankungen dar. Dabei wird ein Übermaß an Eisen aus dem Organismus aufgenommen und in der Leber abgelagert, was schließlich zu deren Schädigung führt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Symptome zeigen sich bei einem Leberzellkarzinom erst verhältnismäßig spät. Meist handelt es sich dabei um unspezifische Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem kommt es im rechten Oberbauch zu Druckschmerzen, der auf die Kapselspannung in der Leber zurückzuführen ist.

Beim Voranschreiten des Leberzellkarzinoms lässt sich der Tumor auch mit der Hand im rechten Oberbauch ertasten. Als typische Begleiterscheinung gelten Auszehrung und Bauchwassersucht.Weitere Symptome des Leberzellkarzinoms können unerklärlicher Gewichtsverlust, ein allgemeines Schwächegefühl sowie Gelbsucht sein.

Diagnose & Krankheitsverlauf

In der Regel führen die Beschwerden den Patienten zum Hausarzt oder zu einem Internisten. Der Mediziner befasst sich mit der Anamnese (Krankengeschichte) des Patienten und erkundigt sich danach, ob in der Familie bereits Fälle von chronischen Leberentzündungen und Leberzirrhose auftraten, ob Auslandsreisen nach Afrika oder Asien angetreten wurden und welche Mengen an Alkohol konsumiert werden.

Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt auf eine Vergrößerung der Leber unter dem rechten Rippenbogen. Im Falle einer Leberzirrhose erweist sich die Oberfläche der Leber als unregelmäßig, was sich ertasten lässt. Außerdem klopft der Mediziner den Bauch mit den Fingern ab, um Wasseransammlungen im Bauchraum festzustellen.

Weiteren Aufschluss kann eine Blutuntersuchung liefern. So erhöht sich der AFP-Wert im Blutserum bei 50 Prozent aller Patienten mit einem Leberzellkarzinom. Von Bedeutung sind zudem bildgebende Verfahren wie eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT), die den Tumor sichtbar machen und auf Leberkrebs-Metastasen hinweisen.

Ebenso ist die Entnahme und labortechnische Untersuchung einer Gewebeprobe möglich. Der Verlauf eines Leberzellkarzinoms fällt meist schlecht aus, da es oftmals erst spät entdeckt wird. Ohne Behandlung kommt es nach circa sechs Monaten zum Tod des Patienten.

Komplikationen

In vielen Fällen wird ein Leberzellkarzinom erst sehr spät diagnostiziert, sodass es auch erst zu einer späten Behandlung kommt. In den meisten Fällen leiden die Patenten dabei an Übelkeit oder an Erbrechen. Ebenso kommt es zu einer starken Appetitlosigkeit und damit nicht selten zu einem deutlichen Verlust an Gewicht. Ebenso treten Schmerzen im oberen Bereich des Bauches auf, die zu Einschränkungen im Alltag führen können.

Darüber hinaus leiden die Patienten an deutlichen Ansammlungen von Wasser im Bauch und an einem allgemeinen Gefühl der Schwäche. Weiterhin führt das Leberzellkarzinom auch zu einer Gelbsucht und zu einer stark verringerten Belastbarkeit des Betroffenen. In der Regel kann ein Leberzellkarzinom nur durch einen operativen Eingriff behandelt werden. Besondere Komplikationen treten dabei in den meisten Fällen nicht auf.

Allerdings sind die Patienten in schwerwiegenden Fällen auf eine Lebertransplantation angewiesen, damit es nicht zum Tode kommt. Die dabei möglicherweise auftretenden Komplikationen hängen stark vom gesundheitlichen Zustand des Patienten ab. Möglicherweise wird durch das Leberzellkarzinom auch die Lebenserwartung des Betroffenen deutlich verringert. Weiterhin ist nicht selten eine Chemotherapie notwendig, die weiterhin zu verschiedenen Nebenwirkungen führen kann.

Behandlung & Therapie

Die Therapie eines Leberzellkarzinoms richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung. Meist muss eine Operation erfolgen, bei der Teilstücke der Leber entfernt werden. In manchen Fällen ist auch eine Lebertransplantation möglich, bei der die erkrankte Leber gegen ein Spenderorgan ausgetauscht wird. Eine wichtige Rolle für die Behandlung spielen auch der Gesundheitszustand und das Lebensalter des Patienten.

Eine Zerstörung von Leberkrebsgewebe ist mit einer Lasertherapie oder Radiofrequenz-Therapie durchführbar. Zytostatika sprechen dagegen nur schlecht auf ein hepatozelluläres Karzinom an. Lediglich der Tyrosinkinasehemmer Sorafenib zeigt Wirkung. Für eine palliative Behandlung lässt sich eine Tumorembolisation vornehmen. Ferner kann eine lokale Chemotherapie mit Stoffen stattfinden, die nekrotisierend wirken.

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Vorbeugung

Um einem Leberzellkarzinom vorzubeugen, ist der Verzicht auf Alkohol sinnvoll. Außerdem sollten Schimmelpilze gemieden werden.

Bücher über Leberkrebs

Quellen

  • Baenkler, H.-W., et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme Verlag, Stuttgart 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

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