Leberhämangiom

Letzte Aktualisierung am 11. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Startseite » Krankheiten » Leberhämangiom

Bei einem Leberhämangiom (oder Leberblutschwamm beziehungsweise Leberblutschwämmchen) handelt es sich um einen gutartigen Tumor. In der Regel tritt das Hämangiom am Kopf oder Hals auf; vorwiegend sind Kinder betroffen, wobei sich das Blutschwämmchen - bis zur Pubertät - von selbst zurückbildet. Ein Leberhämangiom ist hingegen eine seltene Form des Blutschwamms.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Leberhämangiom?

Das Hämangiom ist ein gutartiger Tumor. Dabei gibt es verschiedene Formen, wobei zu den häufigsten das kavernöse und kapillare Hämangiom gehören. In der Regel äußert sich das Hämangiom durch einen roten Fleck oder tritt in der Form eines bläulich-rötlichen Knotens auf. Das klassische Hämangiom wächst in den ersten Lebensjahren, wird mit der Zeit jedoch kleiner und kann wieder verschwinden.

In der Regel handelt es sich um eine gutartige Wucherung, die kaum in Verbindung mit medizinischen Komplikationen gebracht wird. Das Leberhämangiom stellt eine besonders seltene Form dar, die jedoch nur selten medizinische Probleme verursacht. Zu beachten ist, dass das Leberhämangiom jedoch in regelmäßigen Abständen untersucht werden muss.

Nur so kann der Mediziner sicher sein, dass das Leberhämangiom nicht an Größe gewinnt oder die Nebenorgane verdrängt. Da das Leberhämangiom nur selten irgendwelche Beschwerden verursacht, wird es in der Regel nur zufällig entdeckt.

Ursachen

Bislang ist die Ursache, warum ein Leberhämangiom entsteht, noch nicht zu 100 Prozent bekannt. Jedoch gibt es mehrere Studien, die zumindest die Vermutung bekräftigen, dass der Blutschwamm in Verbindung mit Östrogen, einem Hormon, steht. Kommt es zu einer Verbindung des weichen Gewebes mit dem Östrogen, kann sich in weiterer Folge ein Blutschwamm bilden. Es gibt auch die Theorie, dass mitunter die Genetik eine Rolle spielt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Hämangiome sind immer mit dem Blutkreislauf verbunden. Zu beachten ist, dass Hämangiome immer ein unterschiedliches Aussehen haben. Treten die Blutschwämme an der Hautoberfläche auf, so erinnern sie an eine reife Erdbeere. Kommt es jedoch zu einem Leberhämangiom, so stellen sie eine Schwellung dar.

In der Regel verursacht das Leberhämangiom keine Beschwerden. Nur selten klagen die Patienten über Schmerzen oder einem Unwohlsein. Aus diesem Grund wird das Leberhämangiom oft nur zufällig diagnostiziert. Es gibt somit keine typischen Symptome und Beschwerden, welche automatisch mit dem Leberhämangiom in Verbindung gebracht werden können.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Das Leberhämangiom wird im Zuge einer Abdomensonographie festgestellt. In der Regel handelt es sich um einen Zufallsbefund, da das Leberhämangiom keine Beschwerden oder Symptome verursacht. Das Leberhämangiom hat eine rundliche bis ovale, eher scharf begrenzte und echoreiche Struktur. Entscheidet sich der Mediziner für eine Duplexsonographie, so kann er auch das zuführende Gefäß erkennen.

Der Mediziner kann aber nur eine sichere Diagnose stellen, wenn er sich für eine Kontrastmittelsonographie entscheidet. Hier wird die zentripetale Füllung (also von außen nach innen) sichtbar - in der deutschen Sprache wird dieser Umstand auch Irisblendphänomen bezeichnet. Des Weiteren können auch MRT- oder CT-Untersuchungen durchgeführt werden, wenn der Mediziner unsicher ist, ob tatsächlich ein Leberhämangiom vorliegt oder nicht.

Im Zweifelsfall kann auch eine Gewerbeprobe entnommen werden (Feinnadelbiopsie). Hier wird die Leber im Rahmen einer Ultraschalluntersuchung dargestellt, sodass der Mediziner mit einer Hohlnadel durch die Bauchdecke des Patienten fahren und in das abzuklärende Areal stechen kann. In weiterer Folge wird das entnommene Gewebe unter dem Mikroskop untersucht.

So können alle Zweifel aus der Welt geräumt werden, sodass eine zu 100 Prozent sichere Diagnose gestellt werden kann. Derartige Verfahren werden dann angewandt, wenn mitunter die Gefahr besteht, dass ein bösartiger Tumor vorliegt. In der Regel bildet sich das Leberhämangiom zurück oder bleibt unverändert, sodass keine weiteren Therapien erforderlich sind.

Da das Leberhämangiom auch keine Beschwerden verursacht, wird es in vielen Fällen gar nicht oder nur zufällig entdeckt. Dennoch ist es wichtig, dass das Leberhämangiom in regelmäßigen Abständen überprüft und kontrolliert wird. Auch wenn das Leberhämangiom keine Beschwerde verursacht, sollte es im Auge behalten werden kann.

Komplikationen

In den meisten Fällen ist ein Leberhämangiom auf der Haut sichtbar. Es kommt dabei zu einem relativ starken und hellen roten Fleck auf der Haut, der nicht selten auch mit Schwellungen verbunden ist. In der Regel führt das Leberhämangiom allerdings nicht zu besonderen Beschwerden oder Schmerzen. Die Betroffenen können allerdings aufgrund der Flecken an Minderwertigkeitskomplexen oder an einem verringerten Selbstwertgefühl leiden.

Nur selten kommt es dabei auch zu Depressionen oder zu anderen Beschwerden. Weiterhin treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Die Behandlung dieser Beschwerde erfolgt dabei mit Hilfe von Medikamenten und Hormonen. Dabei kann es möglicherweise zu Nebenwirkungen kommen. Nur in schwerwiegenden Fällen muss das Leberhämangiom chirurgisch entfernt werden. Auch hierbei kommt es meistens nicht zu besonderen Komplikationen.

Komplikationen können dann auftreten, wenn das Leberhämangiom tatsächlich mit Leberbeschwerden zusammenhängt. Dabei hängt der weitere Verlauf dieser Krankheit stark von den Leberbeschwerden selbst ab, sodass ein allgemeiner Verlauf in der Regel nicht vorausgesagt werden kann. Meistens wird die Lebenserwartung des Betroffenen durch das Leberhämangiom allerdings nicht verringert oder anderweitig beeinflusst.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Leberhämangiom wird in der Regel im Rahmen eines Routine-Ultraschalls entdeckt, da es bei geringer Größe keine Symptome verursacht. Sollte eine genauere Diagnostik nötig sein, zum Beispiel um ein Leberhämangiom zweifelsfrei von einer Metastase abzugrenzen oder eine Blutungsneigung festzustellen, sind manchmal weitere Untersuchungen nötig. Hier ist der Gang zum Facharzt für ein MRT oder eine andere Form der Diagnostik notwendig. Manche Ärzte raten auch, ein größeres Hämangion regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Wenn das Leberhämangiom bekannt ist, sind es nur akute Beschwerden, die einen erneuten Besuch beim Arzt erforderlich machen. Allerdings macht sich die Leber mit Symptomen eher selten bemerkbar. Es ist jedoch bei neu auftretenden, dauerhaften oder massiven Beschwerden im Verdauungsbereich ratsam, den Arzt aufzusuchen, um einen Kontrollultraschall der Leber durchzuführen.

Besonders wichtig ist der Gang zum Arzt bei einem großen Hämangiom, wenn es bei einem Unfall zu einem Stoß in den Leberbereich gekommen ist. Schmerzen und Schwellungen, aber auch Kreislaufprobleme sind in diesem Zusammenhang Warnfaktoren, da ein blutendes Hämangiom eine ernste Komplikation darstellen kann.

Behandlung & Therapie

In der Regel wird das Leberhämangiom nicht behandelt. Da der Blutschwamm keine Beschwerden verursacht, muss der Patient nur zu einer regelmäßigen Kontrolle. Dabei überprüft der Mediziner, ob das Leberhämangiom gewachsen ist. Kommt es zu keinem schnellen Wachstum, kann das Leberhämangiom ignoriert werden.

Entdeckt der Arzt eine fokale noduläre Hyperplasie, so wird überprüft, ob der Patient irgendwelche Hormonbehandlungen erhält. Jene werden in weiterer Folge beendet. Tritt das Leberhämangiom bei einer Frau auf, die mit der Antibabypille verhütet, muss das Produkt abgesetzt werden. In weiterer Folge wird überprüft, ob Leberhämangiom verschwindet oder kleiner wird.

Ob danach mit der Hormonbehandlung weitergemacht werden kann, muss individuell entschieden werden. Stellt der Arzt aber fest, dass das Leberhämangiom wächst oder mitunter Nachbarorgane verdrängt, muss er den Blutschwamm entfernen. Mitunter kann das Leberhämangiom auch für Schmerzen sorgen.

Auch wenn Schmerzen unwahrscheinlich sind, so sollten Leberbeschwerden, wenn ein Leberhämangiom diagnostiziert wurde, nicht ignoriert werden. Kommt es zu Beschwerden, wird das Leberhämangiom chirurgisch entfernt. Dabei handelt es sich um einen ungefährlichen Eingriff.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Da bislang nicht bekannt ist, warum ein Leberhämangiom überhaupt auftreten kann, sind auch keine vorbeugenden Maßnahmen bekannt. Wichtig ist, dass der Patient regelmäßige Untersuchungen des Leberhämangioms durchführen lässt, sodass der Mediziner schnell reagieren kann, wenn das Leberhämangiom wächst.

Das können Sie selbst tun

Ein Leberhämangiom bedarf in der Regel keiner Behandlung. Der Blutschwamm verursacht meist keine Beschwerden und muss lediglich regelmäßig kontrolliert werden, um ein etwaiges Wachstum frühzeitig zu erkennen. Wenn das Leberhämangiom nicht wächst, muss der Patient keine weiteren Maßnahmen ergreifen. Dennoch sollte auf ungewöhnliche Symptome geachtet werden. Falls sich Schmerzen im Bereich der Leber oder andere Beschwerden einstellen, wird am besten der Arzt informiert.

Bei ernsten Komplikationen sollte der Betroffene den Rettungsdienst rufen. Einem leichten Unwohlsein kann mit Schlaf und Ruhe begegnet werden. Eine angepasste Diät aus Schonkost und Kräutertees kann die Beschwerden zusätzlich lindern. Gegen akute Schmerzen helfen kühlende Auflagen und sanfte Schmerzmittel aus der Natur. Bewährt haben sich zum Beispiel Johanniskraut und Lavendel, die als Salbe aufgetragen oder als Tee getrunken werden können. Bei Druckschmerzen im Unterleib hilft in vielen Fällen moderate Bewegung wie ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine kurze Yoga-Einheit.

Tritt das Leberhämangiom im Zusammenhang mit der Einnahme der Antibabypille auf, muss das Präparat abgesetzt werden. Bis zum Rückgang des Blutschwamms sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen durch den Arzt angezeigt.

Bücher über Strahlentherapie gutartiger Tumore, Krebs & Krebserkrankungen

Quellen

  • Arasteh, K., et. al.: Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren: