Leberblümchen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Das Gewöhnliche Leberblümchen, Hepatica nobilis, ist ein Hahnenfußgewächs. Die selten gewordene Blume steht unter Naturschutz und hat noch heute ihre Bedeutung in der Naturheilkunde. Verwendet werden Blüten und Blätter, jedoch nur in getrockneter Form, da die Pflanze leicht giftig wirkt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Gewöhnliche Leberblümchens

Der Name weist darauf hin: Das Leberblümchen findet seine Hauptanwendung bei Leber- und Gallenkrankheiten, auch weil seine Blattform an eine menschliche Leber erinnert. Über die Gattungszugehörigkeit gibt es zwei unterschiedliche Ansichten. Carl von Linné hat 1753 das Leberblümchen als Anemone hepatica veröffentlicht, sie also den Anemonen (Buschwindröschen) zugerechnet. Johann Christian von Schreber gab ihr 1771 den Namen Hepatica nobilis und ordnete sie der Gattung Hepatica zu.

Europa, Ostasien und der östliche Teil Nordamerikas sind die Heimat des Leberblümchens. In Mitteleuropa gehört die Pflanze zu den heimischen Frühblühern und ist in Gesellschaft von Buschwindröschen, frühen Veilchen und Scharbockskraut zu finden. Die mehrjährige Pflanze wird rund 20 Zentimeter hoch, während die Wurzeln etwa doppelt so tief in die Erde wachsen. Daher wird sie zu den Tiefwurzlern gerechnet. Sie blüht im März/April, in warmen Wintern auch schon im Februar, und schätzt ein kontinentales Klima.

Sie wächst bevorzugt auf kalkreichen, gerne steinigen Böden, die nicht zu feucht sein dürfen. Die blau bis violett blühende Blume ist vor allem in Laubwäldern zu finden, insbesondere in Eichen- und Buchenwäldern. Ihr Verbreitungsgebiet ist nicht einheitlich. So ist sie einerseits in den Alpen bis zu 1500 Metern Höhe noch zu finden. Während sie östlich der Elbe nur selten zu sehen ist. Das Leberblümchen steht daher unter Naturschutz und darf weder ausgegraben noch gepflückt werden.

Wirkung & Anwendung

Die Signaturenlehre machte das Gewöhnliche Leberblümchen zu einer geschätzten Heilpflanze im Mittelalter und sie diente so manchem Aberglauben. So wurden Milchkannen mit den Kräutern gereinigt, weil sich die Bauern mehr Milch von ihren Kühen erhofften. Krankenzimmer wurden mit Blättern und Blüten des Leberblümchens ausgeräuchert, um Krankheitserreger an der Ausbreitung zu hindern. Konkreter wurde es dann bei der Behandlung von Leber und Galle.

Aus Blättern und Wein wurde ein Sud getrunken, um die Leber zu stärken und Nieren und Blasen zu reinigen. Auch gegen Gelbsucht wurde das Leberblümchen eingesetzt. Um Mundfäule und Mandelentzündungen zu behandeln, gurgelten die Patienten mit dem Sud. Und äußerlich kamen die frischen Blätter bei der Wundheilung zum Einsatz. Selbst gegen Tuberkulose und Tripper (Gonorrhöe) galt die Pflanze als heilsam. Bei Lungenerkrankungen sollte das Kauen von Leberblümchenblättern helfen.

Die mehrjährige Pflanze wird rund 20 Zentimeter hoch, während die Wurzeln etwa doppelt so tief in die Erde wachsen.

Die moderne Pflanzenheilkunde schätzt die Wirkung der Blume auch heute noch, auch wenn die evidenzbasierte Medizin ihr keine Wirkung zubilligt. Hepatica nobilis gilt als leicht giftig. Das betrifft sämtliche Teile der Blume, da sie, wie alle Hahnenfußgewächse Protoanemonin enthält, das bei einer Verletzung der Pflanze freigesetzt wird. Bei Haut- oder Schleimhautkontakt können Juckreiz, Rötung oder Blasenbildung auftreten, als Hahnenfußdermatitis bekannt.

Innerlich angewendet hat das Leberblümchen Einfluss auf das Nervensystem und verursacht möglicherweise Lähmungserscheinungen, Krämpfe, Schwindelanfälle, Durchfall und Erbrechen. In getrocknetem Zustand wird aus dem giftigen Protoanemonin der ungiftige, sekundäre Pflanzenstoff Anemonin, dem schmerzlindernde, krampflösende und antibiotische Wirkung attestiert wird.

Weitere Inhaltsstoffe sind Glykoside, Enzyme und Saponine. Anders als im Mittelalter wird die Pflanze daher heute überwiegend getrocknet eingesetzt, wobei Blätter und Blüten verwendet werden. Lediglich für die homöopathisch Aufbereitung werden frische Pflanzenblätter genommen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Wie viele Heilpflanzen des Mittelalters, die hauptsächlich in den Klostergärten wuchsen, verlor auch das Leberblümchen mit den Jahren an Bedeutung. Trotz allem hat die Pflanze immer noch ihren Platz in der alternativen Heilkunde. Die Anwendungsgebiete in der modernen Pflanzenheilkunde sind weitgehend geblieben und zielen hauptsächlich auf Leber und Galle ab. Husten, Bronchitis, Verdauungsbeschwerden und Wunden werden auch weiterhin mit dem Leberblümchen behandelt.

Dass die Pflanze nur noch selten zum Einsatz kommt, hat auch damit zu tun, dass sie unter Naturschutz steht. Mit ein wenig Glück lässt sie sich jedoch im heimischen Garten, im Schatten eines Bauerngartens, kultivieren und für heilende Zwecke einsetzen. Vorsicht geboten ist beim Berühren der frischen Pflanze, da sie allergische Reaktionen auslösen kann. Tinkturen wurden und werden gerne bei Gallen- und Leberleiden verwendet. Sie lassen sich auf unterschiedliche Weise herstellen.

Einmal aus getrocknetem Kraut mit Korn. Drei Wochen lang das Ganze bei Zimmertemperatur ziehen lassen, dann abseihen. Zehn Tropfen davon auf einem Stück Zucker unterstützen Galle und Leber. Ebenso wie die mittelalterlichen Heilkundigen schätzen die Pflanzenheilkundler heute noch den Sud aus Weißwein, von dem bei Verdauungsstörungen täglich drei Teelöffel eingenommen werden, was auch bei Blasenentzündungen empfohlen wird. Für eine Entgiftung der Leber sollte diese Tinktur mehrere Wochen lang eingenommen werden.

Um die Wirkung auf die Leber zu verstärken, empfiehlt sich eine Kombination mit Schöllkraut, Mariendistel und Löwenzahn. Zur Blasen- und Nierenreinigung eignet sich ein Tee, der sechs bis zehn Stunden ziehen muss. Davon täglich zwei Tassen trinken. Allerdings darauf achten, den Tee mit kaltem Wasser anzusetzen, da er sonst sehr bitter schmeckt. Die Abkochung kann auch zum Gurgeln bei Zahnfleischentzündungen oder einem chronisch gereizten Hals-Rachenraum verwendet werden. Schwangere sollten Leberblümchen nicht einnehmen, da die Gefahr frühzeitiger Wehen besteht.

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