Lebensbaum

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Thuja, umgangssprachlich auch Lebensbaum genannt, zählt zu den Zypressengewächsen (Cupressaceae) innerhalb der Gruppe der Kiefernartigen (Pinales). Um den immergrünen Baum ranken sich zahlreiche Mythen und Erzählungen, die er nicht zuletzt seiner Robustheit, seinem angenehmen Duft und seinen heilenden Eigenschaften zu verdanken hat.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Lebensbaums

Die Thuja verdankt ihren Spitznamen der im 18. Jahrhundert üblichen Bezeichnung „Arbor vitae“, was sich als Lebensbaum übersetzen lässt. Es ist anzunehmen, dass die frisch aussehenden grünen Blätter und sein kraftvoller Wuchs für die Namensgebung ausschlaggebend waren. Lebensbäume werden in fünf Arten unterteilt: Koreanischer Lebensbaum, Abendländischer Lebensbaum, Riesen-Lebensbaum, Japanischer Lebensbaum und Sichuan-Lebensbaum.

In Deutschland und Europa ist der Abendländische Lebensbaum am weitesten verbreitet. Dieser stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika und wurde im 16. Jahrhundert nach Europa eingeführt. Heute zählt er dort zu den heimischen Bäumen.

Die vorwiegend in den Spitzen der Zweige und in jungen Trieben befindlichen ätherischen Öle enthalten das nicht ungefährliche Thujon (aufgebaut aus α- und β-Thujon).

Allen Lebensbaum-Arten gemein ist ein ausgeprägter, wohlriechender Duft der Blätter. Unterscheiden lassen sich die verschiedenen Unterarten an Abweichungen im Geruch der zerriebenen Blätter. Der gerade und pyramidenartig in die Höhe wachsende Baum kann bis zu 20 Meter hoch werden. Der Stamm tritt häufig bereits in Bodennähe verästelt auf, seine Borke ist rostbraun. Lebensbaumblätter bedecken den Baum in kreuzgegenständiger Anordnung. Die Blattfarbe reicht von dunkelgrün über graugrün bis hin zu gelblichen Farbvariationen.

Ein Lebensbaum entwickelt sowohl männliche, als auch weibliche Blüten, die sich anhand ihrer Farbe unterscheiden lassen. Die hübschen Lebensbäume werden häufig als Ziergewächse in Gärten, Parks oder auf Friedhöfen kultiviert. Als Zierpflanze erfreuen sich ihrer großen Beliebtheit, da sie sich ausgezeichnet schneiden lassen und zudem recht anspruchslos und robust sind. Ein feuchter Boden und kühles Klima lassen Thujen prächtig gedeihen und obwohl sie direktes Sonnenlicht gerne haben, wachsen sie auch im Halb- oder Vollschatten problemlos. Thujen kommen auch als Wildgewächse vor.

Besonders in ihrer Heimat USA und in Kanada zählen Lebensbäume zu den am häufigsten vorkommenden Waldbäumen. Das Holz der Lebensbäume wird bereits seit Jahrhunderten für seine lange Haltbarkeit geschätzt und als sehr wertvoll angesehen. Nordamerikanische Thujen werden im Forstbereich genutzt und unter anderem mit den Bezeichnungen Red Cedar und White Cedar im Handel vertrieben. Nach dem zweiten Weltkrieg wurden viele Holzschindeln aus Thuja-Holz von den USA nach Deutschland importiert um die heimischen, weniger witterungsbeständigen Lärchenholzschindeln abzulösen.

Wirkung & Anwendung

Lebensbäumen wurde bereits im Altertum eine reinigende Wirkung zugesprochen. Durch die Verbrennung der Zweige setzte man deren ätherische Öle frei und verwendete sie in Zeremonien und bei Opferritualen. Die vorwiegend in den Spitzen der Zweige und in jungen Trieben befindlichen ätherischen Öle enthalten das nicht ungefährliche Thujon (aufgebaut aus α- und β-Thujon).

Blätter, Holz und Fruchtkörper des Lebensbaums sind aufgrund des Thujons in reiner Form giftig und können beim Verzehr zu Magenschmerzen, Übelkeit, Leberfunktionsstörungen und Verdauungsproblemen führen. Der Konsum größerer Mengen von Bestandteilen der Thuja kann sogar bis zum Tod führen. Sensible Menschen können bereits durch die bloße Berührung von Lebensbaum-Ästen Hautirritationen bekommen.

Beim Schneiden der Thuja sind daher Handschuhe unbedingt zu empfehlen. Der Lebensbaum ist auch für viele Tiere giftig, besonders Pferde reagieren sehr empfindlich. Beim unsachgemäßen Verzehr reichert sich das giftige Thujon in der Leber an und führt dort zu Schäden. Ein gesteigertes Harnvolumen bei gleichzeitiger Harnausscheidung ist die Folge.

Wie viele andere ätherische Öle, kann auch das Öl des Lebensbaums trotz seiner Giftigkeit in sehr geringen Mengen bei gesundheitlichen Beschwerden angewandt werden. Hier sind besonders die Spitzen des Lebensbaums von Bedeutung. Diese werden auch als Lebensbaumspitzen, Thujatriebspitzen, Lebensbaumtriebspitzen, oder als Lebensbaumkraut bezeichnet. Der medizinische und pharmazeutische Fachbegriff für diesen Teil der Pflanze lautet Thujae summitates.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Spitzen der Lebensbaumzweige und ihre wirksamen Bestandteile werden bis heute gründlich untersucht. Ihre Inhaltsstoffe werden in unterschiedlichen Formen zur Behandlung einiger Krankheiten und Beschwerden eingesetzt. Neben dem α- und β-Thujon enthalten Lebensbaumspitzen Gerbstoffe, Flavonoide, Eiweiße, Lignane und verschiedene Zuckerverbindungen. In der Homöopathie verwendet man häufig eine Essenz aus Thujen-Zweigspitzen. Diese soll äußerlich angewendet etwa bei Rheuma und Gicht, Augen- oder Ohrenentzündungen, sowie innerlich bei Magenkatarrhen und Nervenschmerzen Abhilfe schaffen. Früher wurde das Thujon des Lebensbaums zu Wermutlikör hinzugefügt und oral verabreicht.

Die Indianer im Norden Amerikas nutzten den Baum nicht nur zu baulichen Zwecken, sondern auch als harn- und schweißtreibendes Mittel. Da jedoch nur eine minimale Menge in der medizinischen Verwendung ausreicht und eine Überdosierung schwere Vergiftungen mit sich zieht, waren gesundheitliche Schäden durch Missbrauch nicht selten. Lebensbaumspitzen sollen außerdem gegen Viren helfen und das Immunsystem kräftigen.

Bei äußerlicher Anwendung werden ihnen weiterhin gute Erfolge in der Behandlung von Warzen auf der Haut nachgesagt. Die Behandlung erfolgt mit frisch angerührten Tinkturen, oder mit im Handel erhältlichen fertigen Salben und Cremes. Früher wurden häufig direkt die Lebensbaumblattspitzen oder jungen Triebe auf die zu behandelnden Stellen gestrichen und einmassiert. Über Qualität und medizinische Wirkweise von Thujen und Lebensbaumspitzen wurde im Homöopathischen Arzneibuch (HAB) berichtet. Schulmedizinbücher und andere Arzneibücher haben den Lebensbaum und seine Bestandteile bis dato noch nicht thematisiert.

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