Leben in ständiger Sorge: Wenn die Angst den Alltag beherrscht

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 28. Oktober 2016
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Ängste sind etwas ganz Natürliches - vor irgendetwas hat jeder von uns Angst. Kritisch wird es erst dann, sobald die Ängste nicht mehr kontrollierbar sind und überhand nehmen. Wenn die Angst den Alltag beherrscht, gilt es zu handeln. Mit schon einfachen Methoden, kann das Leben in ständiger Sorge gemindert werden.

Inhaltsverzeichnis

Ängste - was steckt dahinter?

Unsere Angst ist ein Gefühl, das tief in unseren Instinkten verankert ist: Schon Urzeitmenschen fühlten sie, denn sie konnte das eigene Leben retten. Die Angst hilft uns, Risiken im Alltag zu erkennen und entsprechend damit umzugehen, sie macht uns achtsamer und vorsichtiger.

Auch unser Körper reagiert darauf: Unser Herz beginnt schneller zu pumpen, unter Umständen wird uns heiß, wir fühlen uns unter Stress gesetzt und wir spannen unbewusst die Muskulatur an - in diesem Fall arbeiten unsere Sinne auf Hochtouren und wir sind zu sofortigen Reaktionen bereit.

Kommt Ihnen selbst dieses Gefühl bekannt vor? Sicherlich haben auch Sie bereits im Alltag Situationen erlebt, in denen Sie Angst fühlten - sei es vor einer bevorstehenden Prüfung, vor einem Besuch beim Zahnarzt, vor einem Gespräch mit dem Chef oder auch vor einer Reise mit dem Flugzeug.

Angst kann es uns auch machen, nicht zu wissen, ob es der geliebten Familie gut geht oder ob eine Krankheit schlimmer als vermutet ist. Während einige Menschen nur ein leicht mulmiges Gefühl vernehmen, fühlen sich andere verängstigte Personen wie gelähmt.

Mitunter kann das Leid sogar schon in körperlichen Beschwerden ausarten: Nicht jeder kann gelassen ein Flugzeug betreten, einige Menschen zwingen sich regelrecht dazu. Genauso verhält es sich mit Prüfungssituationen oder auch vor Gesprächen mit Autoritätspersonen. Doch hier stellt sich die wichtige Frage: Wann wirkt die Angst krankhaft?

Ängste - wann sind sie noch normal und wann krankhaft?

Ängste beziehen sich in den meisten Fällen auf eine bestimmte Situation und nehmen daher wieder ab, wenn diese vorüber ist. Sie kann selbst Personen zur Last werden, die ansonsten eher gelassen und mutig wirken. Zwar können Ängste durchaus hinderlich im Alltag sein, allerdings kann man stets daran arbeiten, sie zu reduzieren oder vielleicht sogar ganz zu besiegen. Unter Umständen liegt nämlich eine tieferliegende Störung vor, die behandelt werden muss.

Vor allem schwere Erkrankungen versetzen viele Menschen in Angst: Man wird mit einer Diagnose überrascht, weiß nicht damit umzugehen, fühlt sich wie gelähmt. Wer schon mehrmals Probleme gehabt hat, sollte sich überlegen, unter Umständen die Hilfe eines Therapeuten in Anspruch zu nehmen, um seinen Seelenfrieden wieder zu finden.

Notwendig ist dies vor allem dann, wenn es deutlich wird, dass Ängste überhand nehmen, den kompletten Alltag beeinflussen und einen Menschen vielleicht sogar so sehr einschränken, dass er gewohnten Tätigkeiten nicht mehr nachgehen kann. Hier ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Angststörung vorliegt oder der Grund in einem anderen psychischen Problem zu suchen ist. Ängste können, in einem solchen Ausmaß, das eigene Leben zerstören.

Wie äußert sich die Angst im Alltag?

Die Angst hat viele Gesichter - und nicht wenige Menschen trifft sie im alltäglichen Leben. Die am häufigsten verbreiteten Angststörungen stellen wir Ihnen hier vor.

  • Panikattacken

Wer unter einer Panikstörung leidet, wird häufig von Angstattacken heimgesucht, die immer wieder auftreten - meist in stets sehr vergleichbaren Situationen. Das kann eine Menschenmenge, aber auch die Angst im Dunkeln, in einem Fahrstuhl oder in einem Tunnel sein. Auch eine Angst vor Spinnen kann sehr ausgeprägt sein - dieses einschränkende Ausmaß wird dann schon als Phobie bezeichnet.

Eine Panikattacke bringt häufig nicht nur eine psychische, sondern auch eine körperliche Reaktion mit sich. Man fängt an, schnell zu atmen, zittert am ganzen Körper, hat das Gefühl, keine Luft mehr zu kommen, fühlt einen Druck in der Brust oder bekommt Kreislaufprobleme - selbst eine Ohnmacht oder Krampfanfälle sind möglich.

In der Regel dauert eine solche Panikattacke nur wenige Sekunden oder Minuten, in Extremfällen gibt es aber auch Fälle, bei denen Betroffene mehrere Stunden darunter leiden. Nachdem die Attacke ihren Höhepunkt erreicht hat, wird sie nach und nach wieder abnehmen und man wird ruhiger.

  • Die generalisierte Angst

Es gibt durchaus auch Ängste, die sich nicht in einer Panikattacke zeigen, sondern mit der Zeit immer mehr entwickeln. Wenn die Unruhe wächst, man ein mulmiges Gefühl verspürt oder auch ständig angespannt ist, ist man voller Angst - oder auch, wenn man hin und her überlegt, die Gedanken nicht sortieren kann oder ständig an das Schlimmste denkt.

Sicherlich hat jeder Einzelne von uns schon einmal eine solche Angst erlebt, sei es im privaten Alltag oder auch in einer bestimmten beruflichen Situation, die sehr belastend war. Wenn diese Angst über einen längeren Zeitraum hinweg bestehen bleibt und nicht vergeht, spricht man von der generalisierten Angst.

Meist verbirgt sich dahinter eine ernstzunehmende Angststörung, die behandlungswürdig ist - denn sie kann sich mit der Zeit noch verschlimmern und dann auch das soziale Umfeld stören.

Woher kommen starke Ängste?

Ängste können ganz unterschiedlichen Ursprungs sein. Bekommt man beispielsweise eine schlimme Diagnose vom Hausarzt, so ist es verständlich, dass man Angst bekommt. Das kann Krebs, aber auch eine andere bedrohliche Krankheit sein, mit der man sich nun auseinandersetzen muss. Dasselbe Problem zeigt sich häufig ebenso bei Schmerzpatienten, deren Schmerzsymptome gerade aufgrund der Angst sogar noch stärker auftreten und sie weiter einschränken können.

Daher gilt: Nicht immer sind Ängste normal und im Rahmen, sondern oft auch ein Zeichen von körperlichen oder psychischen Störungen. Diese sollten so früh wie möglich mit einem Arzt besprochen werden, um entsprechend gegensteuern zu können, ehe sie überhand nehmen.




Was kann man selbst gegen Ängste tun?

Der erste Schritt ist immer, Ängste nicht einfach als unsinnig abzutun oder zu ignorieren - man sollte sie beachten und ernst nehmen. Nehmen Sie sich Zeit dafür, zu untersuchen, woher eine Angst kommen könnte. Vielleicht haben Sie ein schlechtes Erlebnis in der Vergangenheit gehabt, welches die Sorgen ausgelöst hat?

Sobald man die Ursache erkannt hat, kann man einerseits selbst versuchen, diese zu beseitigen - oder aber, man sucht holt sich direkt ärztliche Hilfe, ehe die Ängste den Alltag beherrschen und zu stark einschränken. Leider geschieht dies oft schneller, als man annimmt.

Gut in den Griff bekommen lassen sich Ängste, die sich auf eine bestimmte Situation beziehen, wie zum Beispiel auf einen Besuch beim Zahnarzt, auf eine Prüfung oder auch auf die klassische Flugangst. In so einem Fall kann man in der Regel auf eine bestimmte Therapie zurückgreifen, die leichte und tiefergehende Ängste erkennt und entsprechend behandelt. Sprechen Sie am besten erst einmal mit dem Hausarzt darüber.

Selbst kann man bereits eine ganze Menge dazu beitragen, indem man sich Gedanken macht, woher die Ängste stammen und wie man sie besiegen könnte. Hat man immer schon eine Scheu vor bestimmten Situationen, kann es sich lohnen, sich bewusst mit diesen auseinanderzusetzen.

Für Menschen, die unter Spinnenangst leiden, existieren beispielsweise Seminare, in denen man sich gemeinsam mit anderen - oder auch alleine - mit den Tierchen auseinandersetzt, um die Scheu zu verlieren. Eine andere Möglichkeit ist, die Ursache im Stress zu finden. In diesem Fall gilt es, etwas am derzeitigen Lebensstil zu ändern.

Arbeitet man zum aktuellen Zeitpunkt viel, hat man einen stressigen Alltag oder vielleicht auch private Sorgen? In all diesen Fällen kann man selbst Veränderungen vornehmen, um künftig weniger gestresst und mit mehr Gelassenheit durch das Leben zu gehen. Überlegen Sie, was sich optimieren lässt und wo man sich auch einmal getrost eine Auszeit nehmen kann - diese braucht jeder Mensch.

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