Lautbildung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. Januar 2017
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Eines der wichtigsten Kommunikationsmittel des Menschen ist die Sprache. Diese ist nur durch Lautbildung möglich. Unter letzterer wird demnach jene Artikulation des Menschen verstanden, die Töne und Wörter bildet, um sich auszudrücken. Der Mensch nutzt zur Kommunikation seine Hände, sein Gesicht, seine Körperhaltung oder seinen Mund. Für die Koordinierung des doch eher komplexeren Zusammenspiels der Lautbildung benötigt er mehrere Jahre.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Lautbildung?

Notwendig für die Lautbildung ist in erster Linie die Atmung, da die für das Sprechen notwendige Atemluft über die Lunge transportiert wird. Lautbildung entsteht hauptsächlich beim Ausatmen, wobei nicht alle Laute, die so erzeugt werden, tatsächlich der Lautsprache dienen. Hinzu kommen die Zähne, der Gaumen, die Lippen und die Zunge.

Die Lautbildung wird nach und nach erlernt und stabilisiert sich dann in einem erlernten Bewegungsmuster, welches sich wiederum der Muskulatur anpasst. Ist diese durch verschiedene Bedingungen beeinträchtigt, kann sich die Lautbildung verformen und Artikulationsstörungen hervorrufen, wodurch zB Lispeln, Zischeln oder Pfeifen hervorgerufen werden können.

Um Laute zu binden, nutzt der Mensch den Sprechapparat samt seiner Sprechwerkzeuge. Diese lassen sich in drei Kategorien unterteilen. Zum einen benötigt er dafür die Organe des Sprechapparats, die unterhalb des Kehlkopfs liegen und für die Belüftung zuständig sind, des Weiteren den Kehlkopf samt Stimmbändern, die den lautgebenden Anteil bilden, und schließlich die Organe, die oberhalb des Kehlkopfs liegen.

Eines der wichtigsten Kommunikationsmittel des Menschen ist die Sprache. Diese ist nur durch Lautbildung möglich.

Der notwendige Luftstrom zur Lautbildung erfolgt über Zwerchfell, Lunge, die Luftröhre und Atemmuskulatur. Dieser wird über den Rachen-, Mund- und Nasenraum weitergetragen und durch die Bewegung der Zunge gelenkt, die die einzelnen Laute verändert und bildet.

Aufeinander abgestimmte Bewegungen der Sprechwerkezeuge sorgen dafür, dass sich Laute und Worte bilden. Dazu starten im Körper drei Prozesse: Aus der Lunge wird ein Phonationsstrom initiiert, die Stimmlippen werden überwunden und die Sprechwerkzeuge schließlich in die richtige und notwendige Stellung gebracht. Der Phonationsstrom wiederum ist die Ausdehnung der Lunge durch Brustmuskulatur, Zwerchfell und Rippen, wodurch sich ein Luftstrom bildet, der Unter- oder Überdruck nach sich zieht. Erst im Kehlkopf entscheidet sich, ob ein Laut entsteht oder nicht.

Funktion & Aufgabe

Die Lautbildung beginnt beim Kind etwa Ende des ersten Lebensjahres. Die ersten grundlegenden Erfahrungen werden gesammelt, das Kind entwickelt ein Verständnis dafür, dass hörbare Lautproduktionen sich auf die eigenen Laute beziehen können. Der Laut wird dabei für das Bezeichnen von Gegenständen oder zum Heranrufen der gewünschten Personen verwendet. Der Verweis auf etwas, der erste Laut ist meistens ein kurzes A oder „Da“.

Bald wird das Kind den Erfahrungsbereich vergrößern und damit auch die Fähigkeit, Laute zu kombinieren und auf das gewünschte Objekt zu transformieren. Hier beginnt das Erlernen der eigentlichen Sprache, auch wenn viele Buchstaben beim kindlichen Brabbeln zunächst noch bei der Lautbildung fehlen. Nach und nach kann diese dann trainiert und verbessert werden.

Die Erforschung der Lautbildung ist ein wichtiger Bestandteil der Wissenschaft. Die Lehre von den Lauten heißt Phonetik und ist die wissenschaftliche Untersuchung des menschlich lautbildenden Potentials, unabhängig von der Sprache und dem Aspekt der Lautsubstanz. Laute werden dabei als akustisch-physiologisches Ereignis untersucht. Die Lehre von den Phonemen wird als Phonologie bezeichnet. Diese wissenschaftliche Untersuchung befasst sich mit der sprachlichen Verwendung der Laute, darunter, in welcher Form die Lautbildung in den verschiedenen Sprachen ausgeschöpft wird, denn unterschiedliche Sprachen benutzen teilweise gänzlich verschiedene Laute. So kommt es häufig vor, dass das Erlernen einer neuen Sprache auch deswegen Schwierigkeiten bereitet, weil die unbekannten Laute zunächst einmal nur sehr schwer gebildet werden können.

Um die Bildung von Lauten vermitteln zu können, sind Grundkenntnisse in der artikulatorischen Phonetik notwendig. Ein Lehrer kann dafür sorgen, bestimmte Laute hörbarer oder transparent werden zu lassen. Dabei spielen sowohl die Artikulationsart, zB die Bildung von Vokalen oder Konsonanten, und der Artikulationsort eine Rolle. Zu letzterem gehören beispielsweise die Unter- und Oberlippe, der Gaumen, die Schneidezähne oder die Zungenspitze. Das Sprechen erfolgt als ein kontinuierlicher Ablauf von Einzellauten, die sich in Artikulationsbewegungen gegenseitig beeinflussen.

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Krankheiten & Beschwerden

Probleme mit der individuellen Lautbildung sind Artikulationsstörungen, die vom Standard der Aussprache abweichen. Sie werden in der Medizin als Dyslalie bezeichnet. Der Mensch kann unter diesen Bedingungen bestimmte Laute nicht mehr bilden oder verformt sie, sodass Lispeln entsteht. Diese Schwierigkeiten entstehen häufig bereits im Kindesalter. Die Ursachen sind vielfältig, können angeborene Missbildungen an der Zunge, am Gaumen, den Lippen oder am Kiefer sein. Es kann sich auch um Hörstörungen handeln, die verhindern, die eigene Aussprache wahrzunehmen.

Meistens liegt bei der fehlerhaften Lautbildung jedoch keine organische Ursache zugrunde, sondern die Artikulationsstörung beruht auf schlechten Angewohnheiten, falsche Sprechvorbilder oder Laute und Lautfolgen, die aus Gewohnheit falsch ausgesprochen werden. Vielfach ist es dann nur fehlende Übung, weshalb die Laut- und Sprachbildung misslingt. Solche Schwierigkeiten können frühzeitig erkannt und zB durch einen Kinderarzt oder Logopäden diagnostiziert und rechtzeitig beseitigt werden.

Sobald die Lautbildung beim Menschen stärker beeinträchtigt ist, kommt es zu ernsteren Sprechstörungen (Dysarthrie), die verschiedene Ursachen haben können. Der Begriff umfasst sowohl Störungen beim Sprechen als auch bei der Atmung, bei der Artikulation und der Stimmgebung, während die Hirnleistung zur Bildung von Sätzen nicht beeinträchtigt sein muss. Zumeist entstehen solche Probleme nach einem Schlaganfall, einer Hirnblutung oder bei Krankheiten wie Parkinson oder Multiple Sklerose. Ist die Lautbildung gar nicht mehr möglich, wird von Anarthrie gesprochen.

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