Latexallergie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Eine Latexallergie ist eine krankhafte Überempfindlichkeit gegenüber Latex. Dieses Material kann aufgrund seiner hervorragenden Eigenschaften in diversen Gebrauchsgegenständen enthalten sein. Dazu zählen unter anderem Kleidungsstücke, Kondome, Matratzen und medizinische Artikel, so dass die Latexallergie insbesondere Personen mit medizinischen Berufen betrifft.

Inhaltsverzeichnis

Definition Latexallergie

Die Latexallergie gehört zu den häufigsten Berufsallergien. Betroffene reagieren allergisch auf natürlichen Latex, welcher aus dem Milchsaft der Kautschukbäume besteht. Einige vertragen auch Kunstlatex nicht. Die Allergie untergliedert sich in zwei unterschiedliche Reaktionsursachen.

Zum einen gibt es den Soforttyp, der allergisch auf gewisse Eiweiße im Kautschuk reagiert. Zum anderen gibt es den Spättyp, bei dem eine Reizung aufgrund bestimmter Zusatzstoffe im Latex hervorgerufen wird. Zu den charakteristischen Symptomen gehören krankhafte Reizungen der Haut an der Körperstelle, die mit dem Latex in Berührung kam.

Des Weiteren können diese Hautreizungen negative Effekte auf die Schleimhäute der Nase, der Augen und des Magens haben. Wird eine akute Latexallergie nicht behandelt, kann ein lebensgefährlicher anaphylaktischer Schock provoziert werden.

Ursachen

Die Gründe einer Latexallergie liegen in den Inhaltsstoffen der Latexprodukte, die bei den Betroffenen eine Überempfindlichkeit auslösen. Zum einen kann die allergische Reaktion durch Eiweiße hervorgerufen werden, welche im Naturlatex enthalten sind und meist Rückstände von Industrieprodukten sind.

Diese Eiweiße können gewisse IgE-Antikörper bilden, welche vom Körper mit einer Reizung abgelehnt werden. Ferner können Zusatzstoffe, die bei der Herstellung des Latex in die Kautschukmilch gegeben werden, Hautreizungen auslösen. Zu den Zusätzen gehören Stoffe wie Farbstoffe, Antioxidantien, Vulkanisationsbeschleuniger, Alterungsschutzmittel und Vulkanisatoren.

Vermittelt über bestimmte Zellen des Immunsystems, erzeugen diese Allergene erst nach einer Zeit von mehr als zwölf Stunden gesundheitliche Beschwerden. Somit ist die Latexallergie nicht immer unmittelbar erkennbar.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Hautrötungen und Hautreizungen mit Quaddeln an den Kontaktstellen

In schweren Fällen kann es zu Atembeschwerden, Magen-Darm-Problemen, [[Asthma] oder gar zu einem anaphylaktischem Schock kommen.

Diagnose & Verlauf

Vor einer körperlichen Untersuchung wird der Patient vom Arzt detailliert nach seiner Lebensführung bzw. seinen Beruf befragt, da es berufsbedingte Risikogruppen für eine Latexallergie gibt. Anschließend erfolgt ein Prick-Test. Bei diesem wird der Patient kontrolliert mit Latexstoffen in Kontakt gesetzt, um festzustellen, ob eine Hautreizung hervorgerufen wird.

Vereinzelt wird auch eine Blutuntersuchung in Form eines RAST-Test vorgenommen, welche jedoch nur eine geringe Aussagekraft besitzt. Weitere Möglichkeiten zur Diagnose stellen ein Provokationstest und ein Epikutan-Test dar. Wurde eine Latexallergie diagnostiziert, besteht diese meist ein Leben lang.

Durch eine effektive Behandlung der akuten Beschwerden sowie eine konsequente Vermeidung der Allergene, kann sie jedoch positiv beeinflusst werden. Wird sie nicht behandelt und der Kontakt mit dem Material nicht vermieden, können die Beschwerden einen schweren Verlauf nehmen. So kann eine Latexallergie sogar einen anaphylaktischer Schock hervorrufen.

Komplikationen

Durch die Latexallergie kann es zu verschiedenen Beschwerden und Symptomen kommen. Allerdings können diese Beschwerden relativ einfach eingeschränkt werden, indem der Patient den Kontakt mit Latex vollständig vermeidet. Durch die Latexallergie kommt es bei Berührungen oder bei einem längeren Kontakt zu Rötungen auf der Haut. Ebenso kann es zu einem Juckreiz kommen.

Vor allem beim Geschlechtsverkehr kann die Latexallergie zu sehr unangenehmen Beschwerden führen und damit den Betroffenen am Geschlechtsverkehr vollständig hindern. Weiterhin kann diese Allergie auch zu Atembeschwerden und im schlimmsten Falle zu einem vollständigen Bewusstseinsverlust des Patienten führen. Ebenso können Beschwerden am Magen und am Darm auftreten und die Lebensqualität zusätzlich mindern. Nicht selten führt die Latexallergie auch zu einem Schock.

In der Regel ist eine kausale Behandlung der Latexallergie nicht möglich. Die Patienten müssen auf Latex in ihrem Leben vollständig verzichten. Dabei treten keine Komplikationen auf. Die Beschwerden treten nicht auf, wenn der Kontakt mit Latex vermieden wird. In der Regel führt die Latexallergie zu keinen besonderen Einschränkungen im Leben des Patienten. In akuten Notfällen können auch Sprays verwendet werden, die die Beschwerden lindern können.

Behandlung & Therapie

Wie bei allen Allergien besteht auch bei der Latexallergie die wirksamste Therapie darin, den Kontakt mit den Allergenen zu vermeiden. Sollte dies nicht möglich sein, müssen geeignete Alternativen gesucht werden. Zu den alternativen Materialen zählen beispielsweise synthetischer Latex, PVC und Vinyl. Bei einer schweren Latexallergie kann auch ein Berufswechsel empfehlenswert sein.

Ferner sollten die Betroffenen einen Allergiepass tragen. Für sehr sensible Menschen bietet sich zudem auch ein Notfallset an, welches vom behandelnden Arzt ausgehändigt werden kann. Dieses besteht aus einer Adrenalinspritze, Antihistaminikum-Tabletten sowie Kortisonspräparaten in Form von Pastillen.

Einige Betroffene leiden neben der Latexallergie zudem unter einer Kreuzallergie gegen gewisse Lebensmittel. Auch diese Nahrungsmittel sollten vermieden werden. Zur Therapie der akuten Beschwerden gibt es vielfältige Möglichkeiten. Zu ihnen zählen Antihistaminika-Tabletten, welche sich durch eine rasche Wirksamkeit auszeichnen, und Glukokortikoid-Lösungen. Des Weiteren kann ein Adrenalin-Spray verwendet werden. Derzeit wird klinisch untersucht, ob auch eine Hyposensibilisierung bei einer Latexallergie Erfolge erzielen kann.

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Vorbeugung

Es gibt keine Vorbeugungsmaßnahmen gegen eine Latexallergie. Ein Mensch besitzt sie, oder reagiert auf Latex nicht allergisch. Daher bestehen die präventiven Maßnahmen darin, dass Betroffene sich dem Material nicht weiter aussetzen. Zu diesen Vorbeugungsmöglichkeiten gehören daher der Einsatz von Alternativmaterialen und eine umfassende Information über latexhaltige Gegenstände. Ist die Latexallergie stark ausgeprägt, können neue allergische Reaktionen mitunter nur durch einen Berufswechsel vermieden werden.

Das können Sie selbst tun

Betroffene einer Latexallergie können im Alltag einiges tun, um ganz normal zu leben. Es ist jedoch nicht möglich, die Latexallergie gezielt durch alternative Heilmethoden, eine bestimmte Ernährung usw. zu bekämpfen.

Stattdessen müssen Betroffene Latex schlicht meiden. Dabei hat der moderne Markt für beinahe jedes Produkt aus Latex mittlerweile auch Alternativen zu bieten. Dies gilt insbesondere für Kondome (solche aus Polyutheran oder hypoallergene Kondome sind geeignet), Handschuhe und ähnliches. Allerdings sind dennoch bestimmte Orte zu meiden. So kann sich etwa Latex in Form von Staubpartikeln in Werkstätten, Baumärkten, Fahrradgeschäften usw. finden. Allergiker sollten solche Orte also meiden.

Zur Gewährleistung der Sicherheit im Falle eines allergischen Schocks, ist es ratsam, wenn der Latexallergiker eine Form von Identifikation mit sich führt, die behandelnden Notärzten auch bei Bewusstlosigkeit noch vermittelt, dass eine Latexallergie vorliegt. Dies kann zum Beispiel in Form eines SOS-Armbandes oder Allergiepasses realisiert werden. An Orten, an denen sich Betroffene oft aufhalten (zuhause, bei der Arbeit, im Auto etc.) sollte ein Notfallset deponiert werden, das im Falle eines Schocks eingesetzt werden kann. Im Falle von Kreuzallergien (vor auf bestimmte Früchte) sollten diese auch gemieden werden.

Bücher über Latexallergie & Allergien

Quellen

  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Saloga, J. et al.: Allergologie-Handbuch. Schattauer, Stuttgart 2011
  • Trautmann, A., Kleine-Trebbe, J.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013

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