Laparotomie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Unter einer Laparotomie wird die chirurgische Eröffnung der Bauchhöhle verstanden. Sie findet bei einem operativen Eingriff statt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Laparotomie?

Als Laparatomie bezeichnet die Medizin das Eröffnen der menschlichen Bauchhöhle während eines chirurgischen Eingriffs. Die Laparatomie kann sowohl zu diagnostischen als auch zu therapeutischen Zwecken genutzt werden.

Durch das Ausführen einer Laparotomie erhält der Arzt Gelegenheit, sich Zugang zu verletzten oder erkrankten Organen, die in der Bauchhöhle liegen, zu verschaffen. Im Falle von unklaren Beschwerden verhilft die Laparotomie zum Einblick in deren Ursache. Ein solches Vorgehen trägt die Bezeichnung explorative Laparotomie. Weitere Formen dieses Eingriffs sind die paramediane Laparotomie, bei der seitlich der Mittellinie ein Schnitt in Längsrichtung durchgeführt wird, die mediane Laparotomie, bei der ein Schnitt an der Bauchmitte entlang erfolgt, sowie die quere Laparotomie, bei der der Schnitt im oberen oder mittleren Bauchbereich quer von der linken in die rechte Richtung verläuft.

Außerdem gibt es die subkostale Laparotomie (Rippenbogenrandschnitt) an der unteren Rippe, den Flankenschnitt, der in seitlicher Lage von der vorderen in die hintere Richtung verläuft, den Pfannenstielschnitt horizontal über die Mittellinie und den Wechselschnitt, der in der rechten Unterbauchregion diagonal stattfindet.

Die Art des Schnitts bestimmt letztlich der Chirurg, um den bestmöglichen Zugang zum Operationsbereich zu erhalten. Dabei spielt auch die Operationsverträglichkeit des Patienten eine wichtige Rolle. Zwar werden in der heutigen die Zeit die meisten Bauchschnitte mit minimal-invasiven Eingriffen vorgenommen, doch gibt es noch immer stichhaltige Gründe für die Durchführung einer Laparotomie.

Funktion, Wirkung & Ziele

Im Unterschied zur minimal-invasiven Laparoskopie, bei der ein Endoskop zur Anwendung kommt, findet bei der Laparotomie ein umfangreicher Bauchschnitt statt. Dieser kann bei verschiedenen Indikationen notwendig sein. Dazu gehören eine Entbindung per Kaiserschnitt, entzündliche Bauchhöhlenerkrankungen, Krebserkrankungen in Bauchorganen sowie Transplantationen, die an Bauchorganen wie der Bauchspeicheldrüse, den Nieren oder der Leber vorgenommen werden.

Darüber hinaus gibt es medizinische Notfälle, die eine Laparotomie nötig machen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Einrisse der Bauchorgane, einen Darmverschluss, Aussackungen an den Blutgefäßen oder Blutungen handeln.

Ein diagnostisches Vorgehen stellt die explorative Laparotomie dar, die bei ungeklärten Beschwerden im Bauchraum stattfindet. Durch die Betrachtung der Bauchorgane versucht der Chirurg die Ursache der Erkrankung festzustellen. Sofern die Möglichkeit besteht, wird der Auslöser im Rahmen der Laparotomie behoben. In der Regel erfolgt eine explorative Laparotomie, wenn der Patient unter starken Schmerzen im Bauchraum leidet, die innerhalb von wenigen Stunden auftreten. Des Weiteren lassen sich Tumorerkrankungen durch die explorative Laparotomie gut beurteilen.

Vor der Durchführung einer Laparotomie bekommt der Patient eine Vollnarkose verabreicht. In den meisten Fällen wird der Betroffene auf dem Rücken platziert. Nur selten nimmt er eine seitliche Lage ein. Nächster Schritt ist die gründliche Desinfektion des Operationsbereiches. Dabei wird der Patient außerdem mit keimfreien Folientüchern abgedeckt, damit es nicht zu einer Infektion kommt. Mithilfe eines speziellen Stifts markiert der Operateur die Schnittführung, für die er sich im Vorfeld entschieden hat.

Als Laparatomie bezeichnet die Medizin das Eröffnen der menschlichen Bauchhöhle während eines chirurgischen Eingriffs.

In den meisten Fällen findet eine mediane Laparotomie statt. Dieser mittige Schnitt erfolgt von der oberen in die untere Richtung und bietet den Vorteil, dass sich die Bauchorgane gut erreichen lassen. Daher eignet sich die mediane Laparotomie auch bei Beschwerden, die noch unklar sind. In der Bauchmitte befindet sich anstelle von Muskeln außerdem größtenteils Bindegewebe. Die Blutung verläuft dort nur leicht.

Mitunter können aber auch andere Schnitte erforderlich sein. Dazu gehört zum Beispiel der Rippenbogenrandschnitt, bei dem die Eröffnung des Bauches unter dem linken oder rechten Rippenbogen vorgenommen wird. Besonders geeignet ist der rechte Rippenbogenrandschnitt für Eingriffe an den Gallenwegen, der Gallenblase und der Leber, während der linke Schnitt für Operationen an der Bauchspeicheldrüse und der Milz dient.

Bei einer Entfernung des Wurmfortsatzes des Blinddarms kommt der Wechselschnitt zur Durchführung. Dabei nimmt der Chirurg einen 3 bis 5 Zentimeter langen Schnitt im rechten Unterbauch vor, der bis an die Muskelhäute geht. Der quer verlaufende sowie der innere Muskel werden dann mit den Fingern auseinandergedrückt. Auf diese Weise verschafft sich der Operateur Zugang zum Operationsgebiet.

Bei gynäkologischen Eingriffen kommt der Pfannenstielschnitt zur Anwendung, während der Flankenschnitt einen Zugang zum Dünndarm, der Bauchspeicheldrüse und den Nieren verschafft.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Laparotomie ist nicht frei von Risiken und Nebenwirkungen. So besteht vor allem die Gefahr von Blutungen, die mitunter sogar eine Bluttransfusion notwendig machen. Bei umfangreichen Nachblutungen kann zudem eine erneute Operation erforderlich sein.

Weitere mögliche Nebenwirkungen der Laparotomie sind Entzündungen, Infektionen, Nervenverletzungen, das Ansammeln von Wundflüssigkeit und das Entstehen von Hämatomen (Blutergüsse). Des Weiteren können Wundheilungsstörungen, Hernien (Narbenbrüche), sowie überschießende Narben auftreten, die kosmetisch auffallen. Bei bestimmten Eingriffen besteht zudem die Möglichkeit, dass ein Bauchorgan verletzt wird.

Nach der Laparotomie kommt es in der Regel zu Wundschmerzen, weil dabei eine größere Wunde entsteht. Bemerkbar machen sich die Beschwerden in erster Linie bei Belastungen der Bauchdecke wie Lachen, Niesen, Husten, Strecken oder beim Aufstehen. Im Nahtbereich reagiert die Wunde außerdem sehr empfindlich auf Berührungen. Um einer Infektion entgegenzuwirken, muss äußere Nässe auf die Naht verhindert werden. So darf Duschen nur mit einem speziellen Wundpflaster erfolgen. Nach ungefähr zwei Wochen werden die Klammern oder Fäden der Naht vom Arzt entfernt.

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