Lapacho

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Lapacho ist die umgangssprachliche Bezeichnung des in Südamerika vorkommenden Lapacho-Baums. Er gehört zur Familie der Trompetenbaumgewächse (Bignoniaceae). Seine Rinde ist reich an wertvollen Inhaltsstoffen und wird zur Herstellung von Heil- und Genusstees verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Lapacho

Der Lapacho-Baum (Tabebuia impetiginosa) zeichnet sich durch sein hartes und schweres Holz hoher Qualität aus. Des Weiteren ist er berühmt für seine glatte Rinde, die zur Herstellung besonders heilend wirkender Tees verwendet wird. Der Baum kann ein Alter von 700 Jahren erreichen und in dieser Zeit bis zu 20 Meter in die Höhe wachsen. Er bildet rote oder violette trompetenförmige Blüten aus. Seine Blätter sind handförmig geteilt.

Der Lapacho-Baum wirft sein Laub ab und blüht in der Zeit von Mai bis August. Seine Verbreitungsgebiete sind die Urwälder Süd- und Mittelamerikas. Dort hat er auch schon eine lange Tradition, denn bereits den Inkas war die heilsame Wirkung seiner Rinde bekannt. Aus seiner Rinde stellten sie schon vor Jahrhunderten Heiltees her. Der Lapacho-Baum wurde von ihnen aufgrund seiner heilenden Kräfte auch als Baum des Lebens bezeichnet.

Wirkung & Anwendung

Die Rinde von Lapacho enthält viele wertvolle Inhaltsstoffe, die positiv auf die Gesundheit wirken. Deshalb nutzten bereits die Inkas die wässrigen Extrakte der Rinde zur Herstellung von Heil- und Genusstees. Die Indianer von Paraguay, Bolivien und Peru übernahmen später diese Tradition. Die Rinde enthält unter anderem viele Mineralstoffe, wie Kalzium, Kalium und Eisen, und Spurenelemente, wie Jod, Bor, Barium oder Strontium.

Des Weiteren sind die Wirkstoffe Lapachol und Lapachon aus der Gruppe der Naphthochinonverbindungen enthalten, die eine antibiotische Wirkung besitzen. Als weitere Inhaltsstoffe werden Benzofurane, Anthrachinone, Flavonoide, Kumarine, Saponine oder Iridoidglykoside gefunden. Aufgrund der Kombination von Naphthochinonverbindungen mit anderen Inhaltsstoffen des Lapacho wirkt er stark antibakteriell.

Aus der Rinde des Lapacho-Baum stellten die Inka schon vor Jahrhunderten Heiltees her.

So wurde seine Wirkung gegen das Magenbakterium Helicobacter pylori und die Bakterien Staphylococcus aureus, Staphylococcus pneumoniae oder Klebsiella nachgewiesen. Das Gleiche gilt für seine antimykotische Wirkung gegen die Pilze Candida albicans oder Aspergillus fumigatus und Cryptococcus neoformans. Lapachon kann außerdem Entzündungsreaktionen im Körper hemmen.

Verschiedene weitere Naphthochinonverbindungen aus Lapacho verhindern auch das Wachstum von Parasiten. Lapachon besitzt des Weiteren eine antivirale Wirkung gegen Herpesviren und verschiedene kanzerogene Retroviren. All diese Wirkstoffe kommen im Heiltee, der aus der Rinde des Lapacho gewonnen wird, zur Geltung. Aufgrund seiner Inhaltsstoffe hat der Tee einen erdigen, leicht süßlichen Geschmack mit einer Vanille-Note. Neben dem Heiltee gibt es mehrere Darreichungsformen für Lapacho.

So wird es auch in Form von Kapseln, Tropfen oder Ampullen unterschiedlichster Konzentrationen angeboten. Außerdem findet es auch Anwendung in Cremes und Körperlotionen. Es gibt auch Präparate, welche die pulverisierte Rinde in Kapseln enthalten. Zur Herstellung des Tees werden zwei Teelöffel Rinde in einem Liter Wasser für fünf Minuten gekocht und dann für eine Viertelstunde ziehen gelassen. Dabei darf die Aufbewahrung des Tees nicht in Aluminiumgefäßen erfolgen, weil sich durch den leicht niedrigen pH-Wert ein wenig Aluminium im Tee auflösen kann. Am Tag kann bis zu einem Liter Tee getrunken werden.

Nach sechs Wochen wird eine Pause von circa vier Wochen empfohlen, bevor der Tee wieder genossen werden darf. Lapacho-Tee kann auch äußerlich in Form von Waschungen, Bädern oder mit Tee getränkten Kompressen angewendet werden. Für diese Anwendungen gibt es keine zeitliche Begrenzungen. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Tee nicht auf zu große Wunden aufgetragen wird. Die Aufbewahrung aller aus Lapacho hergestellten Produkte sollte trocken, fern von Hitzequellen und lichtgeschützt erfolgen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Für die Inka war Lapacho ein universelles Heilmittel. Auch heute noch verwenden es viele Einheimische Südamerikas für die Abwehr vieler Krankheiten. In Nordamerika ist es sogar ein Modeheilmittel geworden. Allerdings ist Lapacho in Europa weitgehend unbekannt. Die Meinungen zur Wirkung von Lapacho gehen auseinander. Manche bezeichnen es als wahres Wundermittel. So soll der Tee sogar Krebs heilen. Andere halten die Wirkung als reines Placebo.

Die Wirkungsweise vieler Inhaltsstoffe des Lapachos ist wissenschaftlich nachgewiesen. Es kommt jedoch darauf an, wie hoch die Konzentration ist. Nachgewiesenerweise greift der Inhaltsstoff Lapachol krebserregende Retroviren an. Um eine Wirkung zu entfalten, wären allerdings 1,5 Gramm dieser Substanz notwendig. Im Lapacho ist ihre Konzentration wesentlich niedriger. Außerdem würde eine Anwendung mit dieser hohen Konzentration aufgrund negativer Nebenwirkungen nicht infrage kommen. Es ist jedoch unbestritten, dass Lapacho ansonsten ein breites Wirkungsspektrum aufweist.

Es besitzt eine antibiotische Wirkung gegen Bakterien und Pilze. Des Weiteren wurde die Wirksamkeit gegen Parasiten nachgewiesen. So wird es in der Volksheilkunde auch gegen Malaria eingesetzt. Außerdem besteht die Vermutung, dass Lapacho die Erreger der Schlafkrankheit und der Bilharziose in ihrer Entwicklung hemmt. Bekannt ist auch, dass der Wirkstoff Lapachol gegen Herpes-Viren und verschiedene tierische Viren wirkt.

Außerdem besitzt Lapachon eine entzündungshemmende Wirkung. Aufgrund der heilenden Wirkung vieler Inhaltsstoffe von Lapacho wird es unter anderem bei Erkältungen, Malaria, Verdauungsproblemen, Herpes, Schuppenflechte, Gürtelrose oder zur Wundheilung eingesetzt. Neben der antibiotischen Wirkung wirkt es entzündungshemmend, tonisierend, schmerzstillend, blutdrucksenkend, harntreibend, schweißtreibend und beruhigend. Bei moderater Anwendung von Lapacho kann es aufgrund der Stärkung des Immunsystems durchaus zu einer vorbeugenden Wirkung gegen verschiedene Erkrankungen beitragen.

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