Laminektomie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Bei der Laminektomie handelt es sich um ein operatives Verfahren zur Behandlung der Wirbelsäule. Die Methode dient zur Entfernung des Wirbelbogens samt Dornfortsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Laminektomie?

Die Laminektomie (Wirbelkanal-Operation) zählt zu den Operationsverfahren an der Wirbelsäule. Bei dieser chirurgischen Behandlung wird der Wirbelbogen zusammen mit dem Dornfortsatz von einem oder mehreren Wirbeln herausoperiert.

Auf diese Weise lässt sich Platz für einen chirurgischen Eingriff an den Bandscheiben oder am Rückenmark schaffen. Im Falle eines vorhandenen Tumors innerhalb des Wirbelkanals ist es möglich, den dabei entstehenden hohen Druck zu verringern. Die Bezeichnung Laminektomie setzt sich aus dem lateinischen Begriff Lamina arcus vertebrae und dem griechischen Begriff Ektomie zusammen. Deutsch übersetzt bedeutet die Bezeichnung „Entfernung des Wirbelbogens“. Erfolgt lediglich das Entfernen einer Wirbelbogenhälfte, ist von einer Hemilaminektomie die Rede.

Die ersten Laminektomien nahmen die britischen Mediziner William McEwen (1848-1924) und Victor Alexander Haden Horsley (1857-1916) im Jahr 1886 in London am University College vor. Während des 1. Weltkriegs fanden häufig Laminektomien in den Feldlazaretten statt, um Verwundungen am Rückenmark wie Einstiche oder Schussverletzungen zu behandeln.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Anwendung kommt eine Laminektomie u. a. bei einer voranschreitenden Spinalkanalstenose, bei der sich der Wirbelkanal verengt. Ziel des Eingriffes ist es, den Druck, der auf die Nervenwurzel und die ableitenden Nerven ausgeübt wird, in der Wirbelkanalregion zu vermindern. Auf diese Weise können die damit verbundenen Beschwerden wie Rückenschmerzen wirkungsvoll bekämpft werden. Um den Druck auf die Nervenstränge abzubauen, werden die einengenden Strukturen im Rahmen der Laminektomie entfernt.

In den letzten Jahren traten jedoch zunehmend minimal-invasive Verfahren wie eine mikrochirurgische Dekompression an die Stelle der Laminektomie. Diese Methoden weisen den Vorteil auf, dass sie sich weniger negativ auf die Wirbelsäulenstabilität auswirken. So bleiben der Wirbelbogen sowie die Wirbelgelenke an der Seite zum größten Teil bestehen. Durchgeführt wird eine Laminektomie stets nur dann, wenn eine konservative Behandlung, die zumeist aus physiotherapeutischen Maßnahmen und der Verabreichung von Schmerzmitteln besteht, keinen Erfolg zeigt und die Rückenschmerzen sich nicht bessern.

Bei der Durchführung einer Laminektomie legt sich der Patient auf den Bauch. Außerdem erhält er eine Vollnarkose. Durch eine Röntgenuntersuchung ist der Operateur in der Lage, den genauen Standort der Wirbelkanalstenose zu ermitteln. Diese Stelle zeichnet er vor dem Eingriff auf der Haut ein. Erster Behandlungsschritt der Laminektomie ist das Vornehmen eines Hautschnitts. Anschließend wird die Rückseite der Wirbelsäule freigelegt. Zu diesem Zweck löst der Chirurg die Muskulatur von den Wirbelbögen ab. Durch den Einsatz von hochtourigen Knochenfräsen, Knochenmeißeln und Stanzen lassen sich die Strukturen, die den Wirbelkanal verengen, abtragen. Um den Druck genügend entlasten zu können, operiert der Chirurg Teile des Wirbelbogens sowie den Dornfortsatz heraus.

Bei der Laminektomie handelt es sich um ein operatives Verfahren zur Behandlung der Wirbelsäule. Die Methode dient zur Entfernung des Wirbelbogens samt Dornfortsatz.

Liegt eine Nerveneinengung auf beiden Seiten vor, ist es zumeist erforderlich, den gesamten Wirbelbogen zusammen mit den Bändern zu entfernen, damit sich die Rückenschmerzen erfolgreich bessern lassen. Handelt es sich dagegen nur um eine einseitige Einengung, gilt eine Hemilaminektomie normalerweise als ausreichend. Außerdem ist es möglich, einen zusätzlichen Bandscheibenvorfall zu entfernen. Zum Ende der Laminektomie wird in der Regel ein Drainageschlauch in die behandelte Region eingelegt. Auf diese Weise können auch nach dem Eingriff die Wundflüssigkeiten abfließen. Bereits einen Tag später lässt sich der Schlauch wieder herausnehmen.

Eine Variante der Laminektomie stellt die mikrochirurgische Dekompression dar. Bei dieser wird nur ein sehr kleiner Hautschnitt vorgenommen. Der Operateur verfügt dabei über spezielle Instrumente mit Abwinkelung sowie ein Operationsmikroskop. Bei diesem Verfahren lassen sich die Muskelansätze, die sich an den Wirbelbögen befinden, schonen. Ein weiterer Unterschied zur Laminektomie ist, dass nur ein kleiner Teil des Wirbelbogens abgetragen werden muss. Mithilfe von winzigen Stanzen und Meißeln höhlt der Chirurg den Wirbelkanal von innen aus. Außerdem werden sämtliche einengenden Anteile entfernt.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Im Anschluss an die Laminektomie ist es erforderlich, die Harnblase des Patienten die ersten Tage mit einem Katheter zu entleeren. Nach ein bis drei Tagen haben sich die Funktionen von Blase und Darm jedoch meist wieder normalisiert.

Schon einen Tag nach dem Eingriff kann der Patient in der Regel wieder aufstehen. Das korrekte Aufstehen muss er allerdings mithilfe von Ärzten und Physiotherapeuten üben, damit sich die Wirbelsäule dabei nicht verdreht. Durch ein Stützmieder mit elastischer Wirkung kann sich die Wirbelsäule weiter stabilisieren. Die volle körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten ist nach etwa sechs Wochen wieder vorhanden. In diesem Zeitraum sollte er wichtige krankengymnastische Übungen durchführen.

Wie bei den meisten operativen Eingriffen besteht auch bei der Laminektomie das Risiko von Komplikationen. Dazu gehören in erster Linie Verletzungen der Nerven. Bemerkbar machen sich diese in Form von Bewegungsstörungen, Sensibilitätsstörungen, Funktionsstörungen an Darm und Harnblase sowie sexuellen Problemen. Allerdings sind diese Nebenwirkungen lediglich bei rund einem Prozent aller Patienten zu verzeichnen. Darüber hinaus erfolgt die Laminektomie ohnehin nur dann, wenn bereits Schädigungen der Nerven aufgrund der Verengung bestehen.

Als weitere mögliche Komplikationen gelten Wundheilungsstörungen und Infektionen, die zu den allgemeinen Risiken von operativen Eingriffen gehören. Bei einem mikrochirurgischen Operationsverfahren fällt dieses Risiko deutlich geringer aus. In seltenen Fällen zeigt sich nach der Laminektomie eine erneute Einengung des Wirbelkanals. Mediziner sprechen dann von einem Postlaminektomie-Syndrom.

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