LASIK

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 23. November 2016
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Wieder scharf sehen können - ohne Brille oder Kontaktlinsen - das verspricht LASIK. LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) ist ein seit 1990 durchgeführtes Verfahren der Augenoperation mittels Laser. Ziel ist die Korrektur optischer Fehlsichtigkeiten. LASIK ist gefragt: Allein in Deutschland beläuft sich die Zahl der Augenlaseroperationen auf mehr als 100.000 jährlich - und das mit steigender Tendenz. Der Verband der Spezialkliniken Deutschlands für Augenlaser und Refraktive Chirurigie e.V. geht bis 2015 sogar von einer jährlichen Steigerung der LASIK-Operationen um durchschnittlich sieben Prozent aus. Keine Frage: LASIK boomt, LASIK gilt gegenwärtig als das Verfahren der refraktiven Chirurgie.

Inhaltsverzeichnis

Was ist LASIK?

Im Gegensatz zu Brillen oder Kontaktlinsen, die nur "Hilfsmittel" zur Korrektur einer bestehenden Sehschwäche sind, setzt die LASIK an der Wurzel des Übels an: der Sehschwäche an sich.

LASIK gilt als probates Verfahren einer Augenoperation bei Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und Astigmatismus. Die Grenzen der Korrektur betragen: -10 Dioptrien bei Kurzsichgtigkeit, +4 Dioptrien bei Weitsichtigkeit und 5 Dioptrien bei Astigmatismus. Diese Grenzen sind jedoch nicht als starr zu verstehen: Neben landes- und klinikspezifischen Besonderheiten können auch lasertypische Konstellationen diese Grenzen verschieben, so dass letztlich ein oder zwei Dioptrien mehr oder weniger die Folge sein können.

Wichtigste Voraussetzung für die LASIK ist eine bestimmte Dicke der Hornhaut. Die nach der Operation verbleibende Restdicke darf nicht weniger als 250 µm betragen. Ist diese nicht gewährleistet, darf die Operation nicht durchgeführt werden.

Eine weitere Kontraindikation, nach der sich eine LASIK-Behandlung verbietet, betrifft chronisch progressive Hornhauterkrankungen. Das Gleiche gilt für Augenerkrankungen wie Glaukom und Katarakt. Auch Allgemeinerkrankungen - zum Beispiel Autoimmunkrankheiten - verbieten eine LASIK-Operation.

Funktion, Wirkung & Ziele

LASIK ist eine Art der Augenoperation, bei welcher ein Teil der Hornhaut abgetragen wird - und das weitgehend schmerzfrei: Nach Verabreichung betäubender Augentropfen und deren eingetretener Wirkung beginnt die Operation auch schon.

Mit Hilfe eines Präzisionsskalpells, eines Mikrokeratoms, wird der so genannte Flap - das ist ein kleiner Deckel - auf der Hornhautoberfläche kreiert. Dazu wird die obere schmerzempfindliche Schicht der Hornhaut mittels eines sehr dünnen Schnitts an einer Außenseite aufgeklappt. So lässt sich die darunter befindliche Schicht freilegen und an verschiedenen Stellen gezielt Hornhaut abtragen.

Letzteres verrichtet der Laser: Im Mikrometerbereich modelliert der Laserstrahl das Hornhautgewebe und verleiht der Hornhaut so exakt die richtige Krümmung. Anschließend wird der Flap in seine Ausgangsposition zurückgeklappt. Schon nach wenigen Minuten ist der ambulante Eingriff vorbei, und der Patient kann - versehen mit Anweisungen für sein Verhalten in den folgenden Tagen - nach Hause gehen.

Bereits kurz nach dem Eingriff sollte sich das scharfe Sehen einstellen - zumindest im Idealfall. Natürlich muss insbesondere der Regeneration des Flaps einige Zeit zugebilligt werden, weshalb auch Augenreiben o. ä. strikt zu unterbleiben hat. Und: In den ersten Nächten nach der Behandlung ist eine Augenklappe ohnehin ein absolutes Muss genauso wie Augentropfen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Schematische Darstellung zur LASIK Augenoperation. Klicken, um zu vergrößern.

Wenn auch Fremdkörpergefühle beim Augenzwinkern oder trockene Augen sowie Blendeffekte bei Sonnenlicht und in der Nacht häufige Begleiterscheinungen nach einer LASIK-Operation sind, so verschwinden diese jedoch spätestens nach drei Monaten bei 95 Prozent der Patienten wieder.

Lediglich bei weniger als ein Prozent aller LASIK-Patienten kommt es während der OP zu Komplikationen. Diese beziehen sich in der Regel auf den Flap. Nicht zuletzt spielen neben individuellen Einflussfaktoren und der zu korrigierenden Dioptrienzahl auch die Erfahrung des operierenden Arztes sowie die eingesetzte Technik eine entscheidende Rolle für den Erfolg der LASIK-Behandlung.

Risiken ergeben sich auch aus dem LASIK-Verfahren selbst: Das Präparieren des Flaps kann zum Beispiel zum Durchtrennen von Hornhautnerven führen. Unter den Flap können auch Epithelzellen einwachsen, welche Trübungen nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall kann der Flap auch abreißen - insbesondere nach Sportunfällen.

Dies sind aber absolute Ausnahmen. Das gravierendste Problem jedoch betrifft die strukturelle Schwächung der Hornhaut nach der Gewebereduktion. Doch geschulte Ärzte und moderne Geräte minmieren diese Schwächen des LASIK-Verfahrens weitgehend.

Die Ergebnisse der LASIK sind offenbar insgesamt zufriedenstellend, wie Aussagen von Patienten belegen: 90 Prozent der Patienten sind zufrieden nach ihrer LASIK-Behandlung - das besagt eine amerikanische Studie. Allerdings ist auch LASIK nicht frei von Risiken und möglichen Komplikationen, wobei hier die Meinungen und Einschätzungen der Augenärzte und anderer Experten teilweise auseinander gehen. Die Abwägung von Risiken und Nutzen sorgen immer wieder für kontroversen Gesprächsstoff in der Fachwelt.

Über eventuelle LASIK-Spätfolgen liegen bisher keine Ergebnisse vor: Dies ist der Tatsache geschuldet, dass LASIK-Operationen erst seit 1990 durchgeführt werden. Diskutiert wird nicht zuletzt über die medizinische Notwendigkeit der LASIK: Einige Fachleute sehen in ihr dann auch eher eine "Lifestyle-OP". Hinzu kommt, dass viele Patienten die LASIK offenbar nicht ernst genug nehmen: Sie betrachten sie nicht wirklich als Operation, die sie aber doch ist.

Um so wichtiger scheint eine sach- und fachgerechte Aufklärung der Patienten, damit am Ende die sichtbare Lebensqualität auch Realität werden kann - wie bei 90 Prozent der Patienten: Die Sehschärfe liegt nach dem LASIK-Eingriff mit modernen Geräten maximal 0,5 Dioptrien über oder unter dem ins Auge gefassten Zielwert. Ein offenbar kalkulierbares Risiko - wie der scharfe Blick dann später verrät.

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