Läusebefall (Pedikulose)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 21. Juli 2017Geprüfte Qualität
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Ein Läusebfall bzw. Pedikulose tritt recht häufig in Deutschland auf. Vor allem Kinder im Kindergarten haben gehäuft Läuse auf dem Kopf und in den Haaren.

Inhaltsverzeichnis

Definition Läusebefall (Pedikulose)

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten von Läusen befallen zu werden. So plagen den Menschen die Schamlaus bzw. die Filzlaus, die bereits erwähnte Kopflaus und die Körperlaus bzw. Kleiderlaus.

Bei dem Läusebefall handelt es sich um keine direkte Erkrankung, sondern um einen durch Insekten ausgelösten Juckreiz, Rötungen oder sogar kleine Wunden.

In aller Regel ist das nicht gesundheitsbedrohlich, kann aber je nach Vorerkrankungen oder Besonderheiten dennoch einige Risiken nach sich ziehen. Trotz immer besserer Schutzvorkehrungen ist der Läusebefall nach wie vor zu beobachten.

Ursachen

Während des Läusebefalls wird der menschliche Körper von Kopf- oder Filzläusen heimgesucht. In einer anderen Form setzen sich Kleiderläuse in der Kleidung fest und treten von dort auf die menschliche Haut über.

Der Läusebefall ist somit zwar ungefährlich, aber auch unangenehm. Erst wenn sich der Läusebefall auf bestehende Wunden, Eiterstellen oder Blutungen in den Organismus erstreckt, kann er zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Dies wird umso schlimmer, da die Insekten selbst als Krankheitsüberträger gelten und bestehende Leiden durch den Läusebefall somit noch verstärkt werden können.

Dennoch handelt es sich hierbei grundsätzlich um Symptome auf der Haut, die meist im Kindesalter auftreten. Durch gute Vorkehrungen lässt sich der Läusebefall oft vermeiden.

Typische Symptome & Anzeichen

  • Juckreize in den betreffen Körperregionen, meist auf dem Kopf
  • Hautrötungen durch eigenes Kratzen oder direkt durch die Läuse
  • rote Papeln an den Infektionsstellen
  • Eier (Nissen) der Läuse zwischen den Haaren

Diagnose & Verlauf

In der Regel wird der Läusebefall dort registriert, wo sich der Mensch lange in der Natur, auf dem Erdboden oder in Bäumen sowie dem Gestrüpp aufhält. Denn die Insekten befinden sich vorwiegend im Sand sowie auf Pflanzen. Gerade spielende Kinder, die sich einmal auf dem Boden raufen und in das Blattwerk des Baumes klettern, sind daher in der Vielzahl vom Läusebefall betroffen.

Doch auch Erwachsenen macht der Läusebefall mitunter zu schaffen. Gerade deshalb, weil sich die kleinen Tiere durch den Menschen oder Haustiere übertragen lassen. So kann bereits ein Hund dafür sorgen, dass der Teppich einen Läusebefall verzeichnet, von dem nach und nach auch die Bewohner heimgesucht werden.

Der Läusebefall äußert sich meist durch ein unangenehmes Jucken auf der Kopfhaut. Ebenso können andere Regionen des Körpers vom Läusebefall betroffen sein. Auch hier wären Rötungen, mitunter kleine Schwellungen und der starke Drang des Kratzens zu verzeichnen. Die Symptome lassen sich in der Regel bereits wenige Stunden nach dem Läusebefall registrieren und ermöglichen daher ein relativ schnelles Eingreifen.

Sofern sich die Insekten nicht über offene Wunden in den Organismus begeben, ist der Läusebefall mit keinen gesundheitlichen Risiken verbunden. Werden jedoch tatsächlich Krankheitserreger durch diese Tierchen in den Körper des Menschen transportiert, kann der Läusebefall sogar tödlich enden. Ein solcher Verlauf wird beim Läusebefall mittlerweile aber in verschwindend geringen Zahlen registriert.

Komplikationen

Ein Läusebefall kann, vor allem wenn er unerkannt bleibt, verschiedene Komplikationen hervorrufen. Ganz unmittelbar verursacht ein Läusebefall Schlafstörungen und Schamgefühle, die oft mit einer sozialen Stigmatisierung verbunden sind. Die psychische Belastung durch einen chronischen Läusebefall kann gerade bei Kindern und Jugendlichen zur Entstehung von Ängsten und depressiven Gedanken führen.

Darüber hinaus können Läuse diverse Krankheitserreger übertragen und sogenannte Rickettsiosen hervorrufen. Dazu gehören zum Beispiel Fleckfieber, Fünftagefieber und das Läuse-Rückfallfieber. Ein chronischer Läusebefall kann außerdem Hautschädigungen, Allergien und akute Ekzeme wie das Läuseekzem hervorrufen. Es kann zu bakteriellen Superinfektionen und in der Folge zur Lymphknotenschwellung oder Impetignisation mit schmerzhaftem Juckreiz und der Bildung von Abszessen kommen.

Kopfläuse können zu einer Verfilzung der Haare (Weichselzopf) und auf Dauer zur Entstehung einer Vagantenhaut führen. Bei einem chronischen Befall kann es dadurch zum Haarausfall und Entzündungen der Kopfhaut kommen, die meist mit weiteren Komplikationen einhergehen. Bei der medizinischen Behandlung von Läusen können Nebenwirkungen und Allergien auftreten. So führen die verordneten Arzneimittel häufig zu Hautreizungen, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden. Selten kann es auch zu Benommenheit und Entzündungen der Atemwege kommen.

Behandlung & Therapie

In den vorangegangenen Generationen wusste man sich gegen den Läusebefall meist nicht anders zu helfen, als das Kopfhaar des Betroffenen rigoros abzuscheren. Damit sollte die warme Heimat der Insekten genommen werden.

Gegenwärtig ist aber bekannt, dass sich der Läusebefall ebenso auf die Haut erstrecken kann, das reine Kürzen der Behaarung also nicht immer sinnvoll ist. Durch verbesserte Methoden gelingt es aktuell zudem, über Haarshampoos, Salben, Lotionen oder Sprays den Läusebefall zu senken. Das tötet einerseits die Tiere, lindert andererseits aber die Leiden.

Bekannt ist ebenso, dass sich mit Hausmitteln wie einer Essig-Wasser-Lösung die Insekten von dem Körper und aus der Kleidung vertreiben lassen, da sie die starke Säure nicht vertragen. Erst bei Symptomen, die mehrere Tage anhalten, sollte der Läusebefall einem Arzt vorgestellt werden.

Schneller ist zu verfahren, wenn Fieber, Gliederschmerzen, Magen- und Darmerkrankungen sowie Schwächephasen direkt mit dem Läusebefall einhergehen. Da das aber in der Regel nicht vorkommt, ist eine Therapie über wenige Tage mit den genannten Arzneimitteln nützlich, um den Läusebefall zu bekämpfen.

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Vorbeugung

Gegen den Läusebefall lässt sich vorbeugen, indem der direkte Kontakt zwischen Haut und Sand sowie Pflanzen gemieden wird. Da aber das Streicheln der Haustiere ebenso zum Läusebefall führen kann, sollten auch Hunde und Katzen entsprechend gesäubert werden. Gleiches gilt für die Kleidung. Zudem sind unsauber wirkende Friseursalons zu meiden, um den Läusebefall nicht übertragen zu bekommen.

Bücher über Läuse & Läusebefall

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme Verlag, Stuttgart 2008

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Schnitte kommentierte am 31.10.2014 um 21:03 Uhr

Ich bin obdachlos. Wo kann mir geholfen werden? Da bei mir immer Ebbe in der Kasse ist, kann ich mir keine Krankenkasse leisten.

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