Läusebefall (Pedikulose)

Letzte Aktualisierung am 20. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ein Läusebfall bzw. Pedikulose tritt recht häufig in Deutschland auf. Vor allem Kinder im Kindergarten haben gehäuft Läuse auf dem Kopf und in den Haaren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Läusebefall (Pedikulose)?

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten von Läusen befallen zu werden. So plagen den Menschen die Schamlaus bzw. die Filzlaus, die bereits erwähnte Kopflaus und die Körperlaus bzw. Kleiderlaus.

Bei dem Läusebefall handelt es sich um keine direkte Erkrankung, sondern um einen durch Insekten ausgelösten Juckreiz, Rötungen oder sogar kleine Wunden.

In aller Regel ist das nicht gesundheitsbedrohlich, kann aber je nach Vorerkrankungen oder Besonderheiten dennoch einige Risiken nach sich ziehen. Trotz immer besserer Schutzvorkehrungen ist der Läusebefall nach wie vor zu beobachten.

Ursachen

Während des Läusebefalls wird der menschliche Körper von Kopf- oder Filzläusen heimgesucht. In einer anderen Form setzen sich Kleiderläuse in der Kleidung fest und treten von dort auf die menschliche Haut über.

Der Läusebefall ist somit zwar ungefährlich, aber auch unangenehm. Erst wenn sich der Läusebefall auf bestehende Wunden, Eiterstellen oder Blutungen in den Organismus erstreckt, kann er zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Dies wird umso schlimmer, da die Insekten selbst als Krankheitsüberträger gelten und bestehende Leiden durch den Läusebefall somit noch verstärkt werden können.

Dennoch handelt es sich hierbei grundsätzlich um Symptome auf der Haut, die meist im Kindesalter auftreten. Durch gute Vorkehrungen lässt sich der Läusebefall oft vermeiden.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Läusebefall äußert sich zumeist erst einige Tage nachdem die Läuse den Menschen befallen haben mit Symptomen. Es kommt zu Juckreiz, der vor allem in der Nacht besonders stark wird. Der Juckreiz kommt durch die Saug- und Ausscheidungsaktivitäten der Läuse zustande.

Zudem lassen sich häufig Rötungen, Quaddeln und Ausschläge ausmachen. Diese können auf dem Kopf auftreten und ziehen sich mitunter bis in den Nacken oder bis hinter die Ohren. Sie sind vor allem dort auftretend, wo die Haut gut durchblutet und dünn ist. Dies schließt auch die Schläfen mit ein. Insgesamt kommen die Quaddeln und Rötungen bei befallenen Kindern häufiger vor als bei Erwachsenen.

Das Kratzen führt mitunter zu Ekzemen. Diese Hautschädigungen können langanhaltend sein. Gelegentlich kommt es zu Blutungen aufgrund des Kratzens. Auf der Kopfhaut kommt meist zu vermehrter Schuppenbildung infolge der Abwehrreaktionen gegen die Läuse.

Die Läuse selbst zeigen sich zumeist durch die Ablage von Eiern zwischen den Haaren. Diese sind als Nissen häufig schon mit dem bloßen Auge erkennbar. Auch die Kopfläuse selbst lassen sich gut erkennen.

Im Gegensatz zur weit verbreiteten Sorge können Kopfläuse keine Krankheiten übertragen und daher auch keine anderen Symptome auslösen. Einzig die Kleiderlaus kann zu den Symptomen des Fleckfiebers führen.

Diagnose & Verlauf

In der Regel wird der Läusebefall dort registriert, wo sich der Mensch lange in der Natur, auf dem Erdboden oder in Bäumen sowie dem Gestrüpp aufhält. Denn die Insekten befinden sich vorwiegend im Sand sowie auf Pflanzen. Gerade spielende Kinder, die sich einmal auf dem Boden raufen und in das Blattwerk des Baumes klettern, sind daher in der Vielzahl vom Läusebefall betroffen.

Doch auch Erwachsenen macht der Läusebefall mitunter zu schaffen. Gerade deshalb, weil sich die kleinen Tiere durch den Menschen oder Haustiere übertragen lassen. So kann bereits ein Hund dafür sorgen, dass der Teppich einen Läusebefall verzeichnet, von dem nach und nach auch die Bewohner heimgesucht werden.

Der Läusebefall äußert sich meist durch ein unangenehmes Jucken auf der Kopfhaut. Ebenso können andere Regionen des Körpers vom Läusebefall betroffen sein. Auch hier wären Rötungen, mitunter kleine Schwellungen und der starke Drang des Kratzens zu verzeichnen. Die Symptome lassen sich in der Regel bereits wenige Stunden nach dem Läusebefall registrieren und ermöglichen daher ein relativ schnelles Eingreifen.

Sofern sich die Insekten nicht über offene Wunden in den Organismus begeben, ist der Läusebefall mit keinen gesundheitlichen Risiken verbunden. Werden jedoch tatsächlich Krankheitserreger durch diese Tierchen in den Körper des Menschen transportiert, kann der Läusebefall sogar tödlich enden. Ein solcher Verlauf wird beim Läusebefall mittlerweile aber in verschwindend geringen Zahlen registriert.

Komplikationen

Ein Läusebefall kann, vor allem wenn er unerkannt bleibt, verschiedene Komplikationen hervorrufen. Ganz unmittelbar verursacht ein Läusebefall Schlafstörungen und Schamgefühle, die oft mit einer sozialen Stigmatisierung verbunden sind. Die psychische Belastung durch einen chronischen Läusebefall kann gerade bei Kindern und Jugendlichen zur Entstehung von Ängsten und depressiven Gedanken führen.

Darüber hinaus können Läuse diverse Krankheitserreger übertragen und sogenannte Rickettsiosen hervorrufen. Dazu gehören zum Beispiel Fleckfieber, Fünftagefieber und das Läuse-Rückfallfieber. Ein chronischer Läusebefall kann außerdem Hautschädigungen, Allergien und akute Ekzeme wie das Läuseekzem hervorrufen. Es kann zu bakteriellen Superinfektionen und in der Folge zur Lymphknotenschwellung oder Impetignisation mit schmerzhaftem Juckreiz und der Bildung von Abszessen kommen.

Kopfläuse können zu einer Verfilzung der Haare (Weichselzopf) und auf Dauer zur Entstehung einer Vagantenhaut führen. Bei einem chronischen Befall kann es dadurch zum Haarausfall und Entzündungen der Kopfhaut kommen, die meist mit weiteren Komplikationen einhergehen. Bei der medizinischen Behandlung von Läusen können Nebenwirkungen und Allergien auftreten. So führen die verordneten Arzneimittel häufig zu Hautreizungen, Kopfschmerzen oder Atembeschwerden. Selten kann es auch zu Benommenheit und Entzündungen der Atemwege kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei Anzeichen eines Läusebefalls muss unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Eltern, die bei ihrem Kind einen Juckreiz, Kratzer auf der Kopfhaut oder andere Hinweise auf Läuse bemerken, sprechen am besten direkt mit einem Mediziner. Wenn die Schule oder der Kindergarten des Kindes eine „Läusewarnung“ herausgibt, sollte das Kind ebenfalls gleich untersucht werden. Bei Anzeichen eines Befalls wird am besten der Kinderarzt konsultiert.

Kinder unter drei Jahren sollten bei Verdacht auf Läuse in jedem Fall zu einem Arzt gebracht werden. Sollten sich auf der Kopfhaut viele Läuse zeigen oder Entzündungen auftreten, wird bestenfalls sofort der Arzt eingeschaltet. Ein leichter Befall kann oftmals selbst festgestellt und behandelt werden – ein Arztbesuch ist dann nicht zwingend notwendig. Wenn die eigenständige Behandlung des Läusebefalls erfolglos ist, sollte das Kind jedoch zum Kinderarzt gebracht werden. Einige Tage nach Beginn der Behandlung muss der Erkrankte noch einmal untersucht werden, um sicherzustellen, dass der Läusebefall vollständig zurückgegangen ist.

Behandlung & Therapie

In den vorangegangenen Generationen wusste man sich gegen den Läusebefall meist nicht anders zu helfen, als das Kopfhaar des Betroffenen rigoros abzuscheren. Damit sollte die warme Heimat der Insekten genommen werden.

Gegenwärtig ist aber bekannt, dass sich der Läusebefall ebenso auf die Haut erstrecken kann, das reine Kürzen der Behaarung also nicht immer sinnvoll ist. Durch verbesserte Methoden gelingt es aktuell zudem, über Haarshampoos, Salben, Lotionen oder Sprays den Läusebefall zu senken. Das tötet einerseits die Tiere, lindert andererseits aber die Leiden.

Bekannt ist ebenso, dass sich mit Hausmitteln wie einer Essig-Wasser-Lösung die Insekten von dem Körper und aus der Kleidung vertreiben lassen, da sie die starke Säure nicht vertragen. Erst bei Symptomen, die mehrere Tage anhalten, sollte der Läusebefall einem Arzt vorgestellt werden.

Schneller ist zu verfahren, wenn Fieber, Gliederschmerzen, Magen- und Darmerkrankungen sowie Schwächephasen direkt mit dem Läusebefall einhergehen. Da das aber in der Regel nicht vorkommt, ist eine Therapie über wenige Tage mit den genannten Arzneimitteln nützlich, um den Läusebefall zu bekämpfen.

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Vorbeugung

Gegen den Läusebefall lässt sich vorbeugen, indem der direkte Kontakt zwischen Haut und Sand sowie Pflanzen gemieden wird. Da aber das Streicheln der Haustiere ebenso zum Läusebefall führen kann, sollten auch Hunde und Katzen entsprechend gesäubert werden. Gleiches gilt für die Kleidung. Zudem sind unsauber wirkende Friseursalons zu meiden, um den Läusebefall nicht übertragen zu bekommen.

Das können Sie selbst tun

Im Falle eines Läusebefalls gibt es ein paar wenige Maßnahmen, die Betroffene selbst treffen können. Sie sind allerdings ergänzend zu einer Therapie, die das mechanische und chemische Bekämpfen der Läuse forciert, zu verstehen.

Für Filzläuse und Kopfläuse gilt dabei, dass Erwachsene das Auskämmen mit einem Läusekamm öfter durchführen können als ärztlich empfohlen. Es ist denkbar, im Gegenzug auf chemische Mittel zu verzichten. Dabei muss allerdings mindestens zweimal wöchentlich sehr gründlich durchgekämmt werden und das über vier Wochen. Dann, wenn über zwei Wochen keine Läuse mehr gefunden werden, gilt diese Maßnahme als erfolgreich. Im Falle von Filzläusen erleichtert zudem eine Rasur der betroffenen Gebiete die Bekämpfung ungemein. Da Kinder die Prozedur der Läusebekämpfung oftmals nicht leicht nehmen, ist es ratsam, wenn Eltern sie während der langwierigen Prozedur ablenken. Möglichkeiten bieten hier Geschichten, CDs usw. Das Kind sollte zudem über den Läusebefall und die Bekämpfung aufgeklärt werden.

Verschiedenen Ölen (z.B. Kokosöl und Lavendelöl) wird eine bekämpfende Wirkung nachgesagt. Diese ist aber nicht bewiesen, weshalb hier Vorsicht angebracht ist. Essigwasser wirkt hingegen nicht, sondern schädigt allenfalls die bereits angegriffene Kopfhaut. Kleiderläuse lassen sich am besten bekämpfen, indem die betroffene Kleidung und Handtücher ausgekocht, eingefroren oder für mehrere Wochen luftdicht verpackt werden. Auf Medikamente und chemische Mittel kann verzichtet werden.

Quellen

  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Kochen, M.M.: Duale Reihe. Allgemeinmedizin und Familienmedizin. Thieme, Stuttgart 2012
  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme Verlag, Stuttgart 2008

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