Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. Oktober 2017
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Das Läuferknie ist auch unter dem Begriff Tractus-iliotibialis-Scheuersyndrom, Tractussyndrom oder iliotibiales Bandsyndrom und unter der Abkürzung ITBS bekannt. Beim Läuferknie handelt es sich um eine schmerzhafte Erkrankung an der Knieaußenseite, die bei Sportlern und Nichtsportlern auftreten kann.

Inhaltsverzeichnis

Definition Läuferknie (iliotibiales Bandsyndrom)

Das Läuferknie entsteht durch eine Fehlbelastung der Knie beim Laufen. Auch eine Überbelastung kann die Ursache für das Läuferknie sein. Beim Läuferknie entstehen die Schmerzen am Tractus Iliotibialis, einer Sehnenplatte, die an der Körperaußenseite vom Oberschenkel bis zum Schienbein reicht.

Dabei scheuert diese Sehnenplatte an den Kniegelenksknochen und verursacht so die Schmerzen. Bei diesem Scheuervorgang entzündet sich Gewebe und dies kann stechende Schmerzen hervorrufen. Diese Schmerzen an der Außenseite des Kniegelenks treten zunächst beim Abwärtsgehen am Berg oder auch beim Joggen auf und sind schließlich auch beim ganz normalen Gehen zu bemerken.

Am meisten betroffen vom Läuferknie sind Marathon- und Langstreckenläufer, wobei eine Fehlbelastung auch durch andere Ursachen bei Nichtsportlern entstehen kann und ein Läuferknie zur Folge haben kann.

Ursachen

Zu den Ursachen für die Entstehung der Schmerzen am Läuferknie zählen die bekannten Fehler beim Laufsport. Wenn die Aufwärmphase ausgelassen wird oder nicht ausreichend gedehnt wird, werden die ersten Ursachen für ein Läuferknie gelegt. Oft liegen die Ursachen für das Läuferknie auch in einer zu schnellen Steigerung des Lauftrainings.

Besonders häufig ist das falsche Schuhwerk die Ursache für ein Läuferknie und das Laufen auf zu hartem Untergrund trägt ebenfalls zum Läuferknie bei. Eine weitere Ursache für ein Läuferknie liegt in O-Beinen und in anderen Fehlstellungen der Beine. Hier kommen auch die angeborene Fehlstellungen als Ursache für ein Läuferknie in Frage.

Da der Tractus iliotibialis vom Becken aus über die Oberschenkelaußenseite bis zum Schienbeinkopf verläuft, wirkt jede Fehlhaltung beim Laufen und auch beim Gehen auf Dauer auf das Kniegelenk und kann bei zu starker und andauernder Belastung ein Läuferknie hervorbringen. Das Läuferknie entsteht dann, wenn der Tractus iliotibialis zu kurz ist und an den Knochen des Knies scheuert. Ursache für das Läuferknie kann deshalb auch eine Sehnenverletzung sein.

Symptome

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Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf beim Läuferknie beginnt bei allen Missempfindungen in Zusammenhang mit dem Laufen, Joggen oder Gehen. Treten Schmerzen am Knie auf, so sollte damit grundsätzlich recht umsichtig umgegangen werden. Da vielfach Trainingsfehler die Ursache sind, ist bei einer Achtsamkeit gegenüber sich selbst schon vieles möglich, um ein Läuferknie noch in seinen Anfängen zu unterbinden.

Das Ernstnehmen von Hinweisen auf die Trainingsgeschwindigkeit und ein weicher Laufuntergrund, das geeignete Schuhwerk und ein richtiges Aufwärmtraining sind die besten Hilfsmittel, um dem Krankheitsverlauf beim Läuferknie entgegen zu wirken. Ist der Krankheitsverlauf fortgeschritten, so muss bandagiert werden und das Training darf vorübergehend nicht mehr stattfinden.

Die Häufigkeit, mit der ein Läuferknie auftritt, ist bei weiblichen Läuferinnen bei 28 Prozent, bei männlichen bei 24 Prozent. Wird das Läuferknie trotz anfänglicher Probleme und Schmerzen weiterhin zu stark oder falsch belastet, so kann es zu einem chronisch erkrankten Läuferknie kommen.

Komplikationen

In der Regel führt ein Läuferknie in erster Linie zu sehr starken und unangenehmen Schmerzen. Die Schmerzend sind dabei stechend und wirken sich sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten aus. Weiterhin können sich die Schmerzen auch in andere Regionen des Körpers ausbreiten, sodass es nicht selten auch zu Knieschmerzen kommt. Vor allem in der Nacht kann das Läuferknie zu Schlafbeschwerden und zu Depressionen führen.

Nicht selten sind die Betroffenen aufgrund der dauerhaften Schmerzen auch gereizt und leiden an psychischen Verstimmungen. Die Extremitäten des Patienten sind durch das Läuferknie erwärmt und nicht selten auch angeschwollen. An den betroffenen Gelenken kommt es nicht selten auch zu einem Bluterguss. Im Allgemeinen treten auch Bewegungseinschränkungen beim Patienten auf, die den Alltag des Betroffenen deutlich erschweren können. Vor allem bei Belastungen treten starke Beschwerden auf.

In der Regel kann die Behandlung mit Hilfe von Medikamenten erfolgen und führt zu keinen weiteren Komplikationen. Damit können Entzündungen vermieden werden. Weiterhin ist der Betroffenen durch das Läuferknie auch auf Therapien oder Massagen angewiesen, um die Beschwerden zu reduzieren. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Läuferknie in der Regel nicht verringert. Übergewichtige Menschen müssen dabei auch ihr Körpergewicht reduzieren.

Behandlung & Therapie

Ein Läuferknie ist in seinem Anfangsstadium an den Schmerzen erkennbar. Deshalb bestimmen diese Schmerzen auch die Therapie von Anfang an. Das Kühlen des Knies und das Einnehmen entzündungshemmender Medikamente sowie ein stabilisierende Bandage sind die ersten Therapieschritte beim Läuferknie.

Dazu gehört ein unbedingtes Schonen des Knies. Wenn die Beschwerden mit dem Läuferknie besonders stark sind, kann der behandelnde Arzt auch Betäubungsmittel spritzen. Dann kann eine Laufpause bis zu drei Monaten erforderlich sein. Krankengymnastik und ein leichtes Aufbautraining und Fachaufsicht sind die nächsten Schritte.

Wer zuviel Körpergewicht hat, kann dieses verringern. Denn ein Läuferknie wird durch zu viel an gewicht umso mehr belastet. Therapeutische Mittel für ein Läuferknie sind auch Massagen und Wärmeanwendungen.

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Vorbeugung

Die Vorbeugemaßnahmen beim Läuferknie sind das richtige Aufwärmen und Dehnen, geeignete Schuhe und ein weicher Laufuntergrund sowie das Idealgewicht. Dazu kommt die Aufmerksamkeit auf sich selbst beim Training.

Das können Sie selbst tun

In der akuten Phase der Erkrankung wirken kühlende Umschläge schmerzlindernd, alternativ können auch schmerzstillende Salben aus der Apotheke aufgetragen werden. Eine Schonung des Läuferknies ist für mindestens zwei bis sechs Wochen notwendig, da sich ansonsten chronische Beschwerden entwickeln können. Leichtes Lauftraining darf erst wieder erfolgen, wenn die Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Eine Bandage stabilisiert während dieser Zeit das Kniegelenk und unterstützt die Heilung.

Bei der Wiederaufnahme des Trainings ist auf ausreichendes Aufwärmen zu achten, dabei sollte das Augenmerk vor allem auf die Außenseite des Beins gerichtet sein. Gutes Schuhwerk sorgt für die notwendige Dämpfung, Fehlstellungen der Füße können durch individuell angepasste Einlagen ausgeglichen werden. Zu schnelle Steigerungen des Trainingsumfanges und das Laufen auf durchwegs hartem Untergrund haben häufig ein erneutes Auftreten des iliotibialen Bandsyndroms zur Folge. Kürzere Einheiten auf Waldwegen sind weitaus knieschonender als lange Straßenläufe.

Liegt dem Läuferknie eine durch einen falschen Laufstil verursachte Überbelastung zugrunde, ist eine fachkundige Beratung und Korrektur durch einen erfahrenen Lauftrainer anzuraten. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, einen Teil des Lauftrainings durch andere Ausdauersportarten wie Radfahren oder Schwimmen zu ersetzen. Zusätzlich sollte die Rumpf- und Hüftmuskulatur durch gezielte Übungen gekräftigt und stabilisiert werden, um einen optimalen Bewegungsablauf beim Laufen zu erreichen.

Bücher über Läuferknie

Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • Rieger, H.: Sportverletzt – was jetzt? Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2010
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

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