Kutane Leishmaniose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 21. November 2017
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Wer viel reist, kann sich mit der kutanen Leishmaniose, einer Erkrankung von Haut und Schleimhäuten anstecken, gegen die es keinen Impfstoff gibt und die schwerwiegend mit einer Reihe von Komplikationen verlaufen kann. Im Volksmund ist sie auch als Orientbeule bekannt. Urlauber sollten daher so gut es geht vorbeugen und bei den typischen Symptomen für kutane Leishmaniose einen Mediziner aufsuchen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist kutane Leishmaniose?

Die kutane Leishmaniose ist eine infektiöse Hauterkrankung. Ihr Name stammt von den Erregern, die die Krankheit auslösen.

Hierbei handelt es sich um verschiedene Parasiten, die allesamt zur Gattung Leishmania gehören. Je nachdem, in welchem Gebiet der Erde man sich mit der Krankheit ansteckt, ist die Erkrankung auf jeweils eine andere Art der Parasiten zurückzuführen. Aus diesem Grund werden bei der Erkrankung verschiedene Typen unterschieden, die man entweder zu der kutanen Leishmaniose der „Alten Welt“ oder der kutanen Leishmaniose der „Neuen Welt“ zählt.

Letztere stellt meist eine schwerwiegendere Erkrankung dar und kann auch als spezielle Sonderform auftreten, als sogenannte mukokutane Leishmaniose, bei der anstelle der Oberhaut vorwiegend die Schleimhäute befallen sind. Besonders verbreitet ist die kutane Leishmaniose in Südeuropa, in Asien, in Teilen des Orients sowie in Mittel- und Südamerika.

Ursachen

Die Ursachen für eine Erkrankung mit der kutanen Leishmaniose sind, wie bereits erwähnt, parasitär. Die sogenannte Sand- oder Schmetterlingsmücke überträgt die Parasiten üblicherweise, indem sie einen Menschen stechen.

Die Parasiten, die in der Biologie zu den geißeltragenden Protozoen gehören, (auch Geißeltierchen genannt) gelangen dabei durch die Einstichstelle in die Haut des Menschen. Dort vermehren sie sich und sorgen für eine Reizung der Haut in Form von Knoten oder Geschwüren. Die Erreger überleben nur, indem sie sich in einen Wirts einnisten. Die Wirte können sowohl Tiere als auch Menschen sein.

Aus diesem Grund ist es neben der typischen Übertragung von einer Mücke auf einen Menschen auch möglich, dass sich ein Mensch über den Kontakt zu einem größeren Tier ansteckt, etwa einem Hund oder auch einem Nagetier. In seltenen Fällen ist ebenfalls eine direkte Übertagung von Mensch zu Mensch möglich, beispielsweise durch Hautkontakt oder die Spende von Blut und Organen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Die kutane Leishmaniose ist für einen Mediziner leicht anhand der Krankheitssymptome zu erkennen. Diese sind üblicherweise gerötete und geschwollene Hautstellen, an denen sich ein flacher Knoten oder ein bis zu fünf Zentimetern großes Geschwür bildet.

Wenn ein Patient innerhalb der letzten Monate (teilweise auch Jahre) ein Risikogebiet bereist hat, kann bereits eine erste Vermutung angestellt werden, um welchen potentiellen Parasit es sich handeln könnte. Um den Erreger nachweisen zu können und damit die Vermutung abzusichern, führt der Mediziner anschließend eine Gewebeuntersuchung des Geschwürs durch und verordnet eine spezifische Therapie.

Wird eine kutane Leishmaniose der „Alten Welt“ nicht behandelt, heilt sie in der Regel dennoch nach einiger Zeit spontan wieder ab. Da die spezifischen Hautreizungen meist vergleichsweise schwach ausgeprägt sind, bleiben üblicherweise nicht einmal Narben zurück. Dennoch sollte bei Verdacht auf kutane Leishmaniose immer ein Arzt aufgesucht werden, der die Art der Leishmaniose bestimmt.

Wird nämlich eine kutane Leishmaniose der "Neuen Welt" nicht behandelt, kann dies zum Teil fatale Folgen haben. Beispielsweise kann es zu einer Zerstörung der Schleimhäute oder einem Zerfall des umliegenden Gewebes kommen. Erhebliche optische Entstellungen sind oft die Folge. Bei der mukokutanen Leishmaniose kommt es nicht selten zu Folgeerkrankungen, wie Lungenentzündung oder Tuberkulose, die auf das geschwächte Immunsystem zurückzuführen sind und im schlimmsten Fall zum Tod des Betroffenen führen können.

Mit jeder Form der kutanen Leishmaniose kann man sich nur einmal im Leben anstecken, da die Erkrankung gegen den jeweiligen Erreger immun macht. Eine erneute Erkrankung mit kutaner Leishmaniose durch einen anderen Erreger ist jedoch noch möglich.

Komplikationen

Bei dieser Krankheit leiden die Betroffenen an verschiedenen Beschwerden und Komplikationen, die allerdings alle die Lebensqualität des Betroffenen deutlich verringern. In der Regel kommt es dabei zu Rötungen auf der Haut und zu Schwellungen. Nicht selten sind diese Beschwerden auch mit einem Juckreiz verbunden, wobei es auch zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl kommt.

Mitunter schämen sich viele Betroffene für die Beschwerden und fühlen sich mit diesen unwohl. Dadurch kann es möglicherweise auch zu psychischen Verstimmungen oder sogar zu Depressionen kommen. Auch Narben können auf der Haut zurückbleiben. Nicht selten führt die Krankheit auch zu Nasenbluten oder zu einer verstopften Nase. Dadurch sinkt auch die Belastbarkeit des Patienten und es tritt eine dauerhafte Müdigkeit und Abgeschlagenheit auf.

Weiterhin kommt es zur Schwächung des Immunsystems und auch zu einer Lungenentzündung. Diese kann im schlimmsten Falle auch tödlich verlaufen. Die Behandlung der Krankheit erfolgt mit Hilfe von Medikamenten und Cremes. Die meisten Beschwerden können dadurch relativ gut gelindert werden. In der Regel kommt es dabei nicht zu besonderen Komplikationen. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Krankheit nicht verändert.

Behandlung & Therapie

Eine Erkrankung mit kutaner Leishmaniose erfolgt in Abhängigkeit des Erregers und des Schweregrades der Krankheit. In vielen Fällen sind antibiotische Salben hilfreich, die lokal angewendet werden. In anderen Fällen werden Wirkstoffe injiziert.

In leichten Fällen reicht teilweise auch eine Vereisung der betroffenen Hautstellen aus. Besonders die kutane Leishmaniose der „Alten Welt“ kann häufig mit einem äußerlich anwendbaren Medikament behandelt werden. Da es sich bei der kutanen Leishmaniose der „Neuen Welt“ um eine aggressivere Form der kutanen Leishmaniose handelt, reicht eine Behandlung wie bei der kutanen Leishmaniose der „Alten Welt“ häufig nicht aus.

Dies gilt insbesondere für die mukokutane Leishmaniose, da hier meist die Schleimhäute erkrankt sind. Zum Einsatz kommen hierbei daher in der Regel keine lokal anwendbaren Salben. Stattdessen müssen die Patienten häufig über einen längeren Zeitraum sogenannte Antimonpräparate oder ähnliche Medikamente einnehmen, um die Krankheit von innen heraus zu bekämpfen.

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Vorbeugung

Wer der kutanen Leishmaniose vorbeugen möchte, muss sich im Urlaub mit entsprechender Kleidung oder Moskitonetzen gegen Stiche von Insekten schützen, die die Krankheit übertragen könnten, da bislang kein Impfstoff gegen die Erkrankung entwickelt werden konnte.

Das können Sie selbst tun

Wie stark die von der Kutanen Leishmaniose betroffenen Patienten im Alltag von der Erkrankung eingeschränkt sind, hängt wesentlich vom individuellen Schweregrad der Infektionskrankheit ab. Grundsätzlich sind alle Maßnahmen zur Selbsthilfe vorher mit dem behandelnden Facharzt abzusprechen, damit das Risiko für Komplikationen sinkt. Häufig kommen zur Behandlung Medikamente zum Einsatz, sowohl in Form von Salben mit antibiotischer Wirkung als auch von systemisch wirkenden Arzneimitteln.

Um die Therapie der Kutanen Leishmaniose zu unterstützen, achten die Patienten zu Hause besonders auf Körperhygiene. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass ein Kontakt der erkrankten Hautstellen mit Kosmetika unbedingt zu vermeiden ist. Auch Wasserkontakt ist kritisch und unbedingt im Vorfeld ärztlich abzuklären. Zudem achten die Patienten darauf, keine riskanten Aktivitäten auszuüben, die womöglich die Läsionen an der Haut verletzen und deren Genesung gefährden. Dies ist beispielsweise beim Kochen der Fall, wobei heiße Fett- oder Wasserspritzer rasch an die erkrankten Hautbereiche gelangen.

Um die Lebensqualität während der Behandlung der Kutanen Leishmaniose so hoch wie möglich zu halten, achten die Patienten verstärkt auf ihr Wohlbefinden und mögliche Nebenwirkungen durch die verschriebenen Medikamente. In solchen Fällen wenden sich Betroffene umgehend an den Facharzt oder einen Notarzt.

Bücher über Reisekrankheiten in den Tropen

Quellen

  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Suttorp, N., et al.: Infektionskrankheiten. Thieme, Stuttgart 2004

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