Krücken

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Wenn Menschen nach Verletzungen oder Operationen den Bewegungsapparat nicht voll belasten dürfen, benötigen sie zur Unterstützung der Mobilität Alltagshilfen wie Krücken. Manche Menschen benötigen sie auch dauerhaft, weil sie durch ein Beeinträchtigung in der Mobilität eingeschränkt sind.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Krücken?

Der Begriff Krücken umfasst verschiedene Geh- oder Mobilitätshilfen für Menschen, deren Gehfähigkeit durch Verletzungen, Operationen oder Behinderungen eingeschränkt ist. Ohne diese Gehhilfen wären Betroffene selbst bei kurzen Wegen immer auf Hilfe angewiesen.

Krücken und andere Gehhilfen helfen dabei, die eigene Selbstständigkeit zu erhalten und den Alltag ohne größere Einschränkungen zu bewältigen. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase gelingt es den meisten Menschen recht schnell, sich gut mit den Krücken fortzubewegen. Im Gegensatz zu Rollatoren und Rollstühlen lassen sich mit Krücken auch gut Treppen steigen.

Neben dem klassischen Gehstock, der auch als Krückstock bezeichnet wird, gibt es im Wesentlichen zwei große Gruppen von Krücken: Unterarmkrücken und Achselkrücken. Beide werden je nach Indikation eingesetzt.

Formen, Arten & Typen

Es gibt verschiedene Arten von Krücken, die sich in Länge, Farbe und zulässigem Belastungsgewicht unterscheiden und individuell angepasst werden können. Sie bestehen meistens aus Stützrohren aus einer Mischung von Leichtmetall und Stahl, besitzen einen ergonomischen Handgriff und in Höhe der Unterarme eine Armmanschette.

Die am häufigsten verwendete Form sind Unterarmkrücken, bei denen die Arme in einem Winkel von 45 Grad in die Armstützen gelegt werden und die Hände die ergonomischen Handgriffe umfassen. Beim Gehen mit den Krücken wird die Funktion des eingeschränkten Beins von der Krücke übernommen.

Neben dieser Form gibt es die Achselkrücken, bei denen eine gepolsterte Auflagefläche unter die Achseln geschoben wird, um den Körper zu stützen. Über Achselkrücken kann der ganze Körper gestützt werden. Sie eignen sich auch, wenn Arme oder Handgelenke geschont werden sollen, etwa bei vorhandenen Gelenkproblemen.

Aufbau & Funktionsweise

Krücken und andere Gehhilfen helfen dabei, die eigene Selbstständigkeit zu erhalten und den Alltag ohne größere Einschränkungen zu bewältigen.

Unterarmkrücken sind so aufgebaut, dass sie individuell an den Körper angepasst werden können, um entlastend zu wirken. Der Handgriff sollte sich in Höhe des Oberschenkelknochens befinden. Am besten sollten sie von Fachpersonal wie Physiotherapeuten eingestellt werden.

Die Handgriffe bestehen in der Regel aus einem weichen Material, das gleichzeitig griffsicher sein muss. Die Hände sollten in der Breite bequem aufliegen können. Bei Druckstellen können die Griffe umwickelt oder fingerlose, gepolsterte Radfahrerhandschuhe getragen werden.

Beim Gehen mit Krücken sollten die Benutzer sich mit leicht gebeugtem Ellenbogen fest auf die Handgriffe stützen, das Körpergewicht wird dann von den Händen getragen werden und die Beine werden entlastet.

Für eine sichere Bodenhaftung sind Krücken unten mit einem Gummifuß ausgestattet, der ein Ausrutschen verhindert. Achselkrücken sollten so eingestellt sein, dass sie nicht zu sehr unter den Achseln drücken. Damit die Haut nicht gequetscht wird, ist die Auflagefläche in Achselhöhle mit einem weichen Material gepolstert.

Die Höheneinstellung von Krücken erfolgt entweder stufenlos über Schraubverschlüsse oder abgestuft durch Federklammern, Druckknöpfe oder Clips. Am geräuschärmsten sind Krücken mit Schraubverschlüssen. Bei manchen Krücken ist auch die Manschette verstellbar.

Das Gewicht der Krücken ist abhängig von dem Material, aus dem sie hergestellt werden. Bei höherem Körpergewicht muss die Krücke stabil sein. In den meisten Fällen bestehen Krücken aus einer Mischung von Stahl und Leichtmetall. Sie können in unterschiedlichen Farben hergestellt werden.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Krücken und andere Gehhilfen sind ein unverzichtbares Alltagshilfsmittel für Menschen, die nach Verletzungen, Operationen oder wegen eines Behinderung eingeschränkt gehfähig sind. Sie kommen am häufigsten zum Einsatz bei Bewegungseinschränkungen der unteren Extremitäten, z. B. nach Knochenbrüchen, Verletzungen oder Operationen, um den Bewegungsapparat zu entlasten, die Heilung zu fördern und den Patienten vor Schmerzen zu bewahren. Der Bewegungsapparat wird so geschont, kann sich erholen und langsam wieder an Belastungen gewöhnen.

Krücken sind auch Bestandteil vieler Reha-Maßnahmen des Bewegungsapparates. Damit der gesundheitliche und medizinische Nutzen gewährleistet ist, müssen Krücken aber zum einen optimal auf den Benutzer eingestellt sein, zum anderen muss der Benutzer auch fachgerecht mit ihnen umgehen können.

Mit entscheidend ist auch die Auswahl einer Krücke. Unterarmgehstützen sind in erster Linie für Menschen geeignet, die Probleme mit dem Bewegungsapparat unterhalb der Taille haben, wenn z. B. ein Bein wegen einer Verletzung oder Operation entlastet werden soll. Bei Menschen mit höherem Körpergewicht müssen stabile Krücken einen sicheren Halt gewährleisten. Die Krücken sind von den Herstellern mit maximalem Belastungsgewicht angegeben und in Größengruppen eingeteilt. Es ist sinnvoll, sich nach diesen Angaben zu richten, um die eigene Sicherheit nicht zu gefährden.

Beim Treppensteigen sollte zur Sicherheit eine Hand am Geländer bleiben, um Verletzungsgefahren zu reduzieren. Auch die Einstellung muss sicher sein. Bei verstellbaren Krücken ist daher darauf zu achten, dass sie stabil befestigt sind und Clips oder Druckknöpfe richtig eingerastet sind, damit sich die Krücken nicht während des Gehens verstellen und ein Sicherheitsrisiko darstellen. Beim Sitzen sollten die Gehhilfen immer in erreichbarer Nähe sein.

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