Kontraktur

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Januar 2017
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Der medizinische Begriff Kontraktur geht auf das lateinische Wort „contrahere“ zurück und bedeutet „zusammenziehen“. Eine Kontraktur liegt vor, wenn sich ein Gewebe, zum Beispiel Muskeln, Bänder und Sehnen, zusammenzieht. Geschrumpfte Hautpartien durch Verbrennungen und Narbenbildung in Gelenknähe können sich gleichfalls auf die Bewegungsfähigkeit der Gelenke auswirken. Diese Beschwerden können irreversibel (unheilbar) oder reversibel (heilbar) sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kontraktur?

Unter einer Kontraktur versteht man eine Verkürzung von Sehnen, Muskeln, Bändern und Faszien (Weichteilmantel), die im Rahmen der Wundheilung eintritt. Einzelne Gewebepartien in Gelenknähe, wie geschrumpfte Haut nach Verbrennungen und Narbenbildung, können durch eine Kontraktur betroffen sein.

Menschen mit einer Kontraktur können Schwierigkeiten haben, die betroffenen Gelenke zu bewegen. Die Bewegungen können sowohl passiv als auch aktiv eingeschränkt sein und verursachen teilweise Schmerzen. Diese Einschränkungen und Beschwerden können im schlimmsten Fall zur Versteifung der Gelenke führen.

Kontrakturen werden nach Gelenkstellung und Gewebeschädigung eingeteilt. Auch zwanghafte Schonhaltungen aufgrund anhaltender Schmerzen sind möglich.

Funktion & Aufgabe

Kontrakturen treten auf, wenn Gelenke aufgrund verkürzter oder geschrumpfter Muskeln, Sehnen, Bänder, Gelenkkapseln und Verwachsungen in Nähe der Gelenkflächen dauerhaft in ihrem Bewegungsablauf eingeschränkt sind. Die Beschwerden können gering bis stark ausgeprägt sein. Wird der Kontraktion frühzeitig entgegengewirkt, ist sie durch entsprechende Therapiemaßnahmen, zum Beispiel Krankengymnastik, reversibel (heilbar). Im schlimmsten Fall ist sie jedoch irreversibel, also nicht rückgängig zu machen. Das betroffene Gelenk bleibt steif.

Die häufigsten Ursachen sind lange Bettlägerigkeit bei Langzeiterkrankungen, falsche Lagerung, neurotische (zwanghafte) Schonhaltung bei chronischen Schmerzen, Gelenkentzündung, Rheuma und Nervenerkrankungen. Die Leitbeschwerden sind Schmerzen, Immobilität, unharmonische Bewegungsabläufe und allgemeine Unfähigkeit, den kontraktierten Körperteil zu bewegen.

Am häufigsten entstehen Gelenkkontrakturen in einer „Zwangslage“, die der Patient nicht selbst beeinflussen kann. Diese Situation tritt in vielen Fällen während einer längeren Immobilität bei Langzeiterkrankungen, die Lähmungen verursachen (zB Schlaganfall) oder nach einer Operation auf. Der häufigste Pflegefehler ist die falsche Lagerung des Patienten, wenn dieser fixiert ist.

Unter einer Kontraktur versteht man eine Verkürzung von Sehnen, Muskeln, Bändern und Faszien (Weichteilmantel), die im Rahmen der Wundheilung eintritt.

Auch ältere Menschen sind durch Kontraktionen betroffen, wenn sie sich im Krankenhaus nach einer Operation oder im Pflegeheim nicht ausreichend bewegen können und lange Zeitabschnitte im Bett verbringen.

Auch geschrumpftes Gewebe, zum Beispiel großflächige Hautverbrennungen und die anschließende Narbenbildung, können eine Kontraktion hervorrufen. Viele Patienten leiden unter einer Beugekontraktur. Ein Beispiel ist die Kniebeuge-Kontraktur. Bei gesunden Menschen stehen Beuge- und Streckmuskulatur in einem harmonischen Verhältnis zueinander. Bei Patienten mit Beugekontraktur dominiert die Beugemuskulatur die Streckmuskulatur. Sie ist nicht mehr in der Lage, der Beugemuskulatur ausgleichend entgegenzuwirken. Das Gelenk verbleibt teilweise oder vollständig in der Beugehaltung. Die Kamptodaktylie (Überstreckung eines Fingers) ist ein häufiges Beispiel für die Beuge-Kontraktur.

Die Beschwerden können auch anders herum auftreten, wenn die Streckmuskulatur die Beugemuskulatur dominiert. Sie verkrampft dauerhaft und verursacht aufgrund der fortwährenden Streckhaltung einen Bewegungsausfall oder eine Versteifung des kontraktierten Gelenks. Adduktions-Kontrakturen treten häufig als Sportverletzung auf. Der Patient kann den kontraktierten Körperteil nicht mehr an seinen Körper heranführen. Mit einer Abduktions-Kontraktur ist der Patient nicht mehr in der Lage, den betroffenen Körperteil seitlich vom Körper wegzubewegen.

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Krankheiten & Beschwerden

Das klinische Erscheinungsbild der Kontrakturen ist von typischen Beschwerden und Symptomen begleitet. Die Diagnose ist dementsprechend einfach und führt über die aktiven und passiven Bewegungseinschränkungen, die oft Schmerzen verursachen und die Gelenkfunktion einschränken. Oft sind alle Bewegungsebenen des Gelenkes betroffen, das ganze Funktionsbild erscheint unharmonisch.

Die Beschwerden und Symptome können unterschiedlich schwer auftreten. Manche Patienten leiden lediglich unter einer leichten Funktionsstörung, andere sind durch steife Gelenke mit verbundener Zwangshaltung betroffen. Kontrakturen können sich auf alle Gelenke auswirken, hauptsächlich treten sie jedoch in den großen Gelenkgruppen wie Schultern, Hüften, Kniegelenken und Ellenbogen auf.

Nach der Diagnose wird eine Pflegeanamnese erstellt und danach die Kontraktions-Prophylaxe ausgerichtet. Sie ist insbesondere bei Patienten, die über einen längeren Zeitraum immobil im Bett gelagert werden, zum Beispiel bei Schlaganfall oder nach einem Unfall, notwendig. Sie müssen in einer physiologischen Stellung gelagert werden, um Wundliegen, Druckgeschwüre und Hautentzündungen zu vermeiden. Eine zu weiche Lagerung verhindert einen geordneten Ablauf der Eigenbewegungen. In diesem Fall ist zusätzlich eine Dekubitusprophylaxe notwendig. Auch bei Patienten nach einer Operation ist eine zeitnahe Mobilisation zur Vermeidung von Kontraktionen notwendig.

Neben dem Pflegepersonal können auch Angehörige bei den aktiven oder passiven Gelenkbewegungen behilflich sein. Schonhaltungen können durch eine Schmerzmedikation vermieden werden. Für Patienten mit gering ausgeprägten Kontraktur-Beschwerden ist eine Physiotherapie hilfreich.

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