Kondorliane

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. Dezember 2016
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Als Kondorliane wird eine Heilpflanze bezeichnet, die aus Südamerika stammt. Ihre Rinde eignet sich zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Kondorliane

Bei der Kondorliane (Marsdenia condurango) handelt es sich um eine Kletterpflanze. Sie ist auch als Condurango, Kondurangostrauch oder Geierpflanze bekannt. Die Pflanze verfügt über behaarte Triebe sowie herzförmige Blätter, die kreuzgegenständig angeordnet sind.

Die kleinen Strauchblüten weisen eine grünweiße Färbung auf und besitzen eine glockenförmige Krone. Ihre Anordnung erfolgt in doldenförmigen Blütenständen. Des Weiteren werden von der Kondorliane Balgfrüchte ausgetragen, die in ihrem Haarschopf über Samen verfügen. Insgesamt gehören rund 250 Arten zur Marsdenia-Gattung.

Beheimatet ist die Kondorliane in südamerikanischen tropischen Gefilden. Dort wächst die Heilpflanze vor allem in Kolumbien, Peru und Ekuador. Aus diesen Ländern wird auch die Droge exportiert, die sich aus röhrenförmigen Stücken der Pflanzenrinde zusammensetzt, die etwa fünf Millimeter dick sind. Von der Außenseite umhüllt eine graue Schicht die Rinde.

Mitunter können auch Borke oder quergestellte Rindenporen auf ihr zu finden sein. Ein weiteres Merkmal der Kondorliane ist ihr angenehmer süßlicher Duft, der durch Vanillin entsteht, das in der Pflanze enthalten ist.

Wirkung & Anwendung

Zu den Inhaltsstoffen der Kondorliane gehören zwischen ein und drei Prozent Condurangin. Dabei handelt es sich um eine komplexe Mischung aus Condurangosiden, Condurangoglykosiden und Steroidsaponinen, die die Hauptwirkstoffe der Heilpflanze bilden. Die Inhaltsstoffe der Kondorliane tragen auch die Bezeichnung Bitterstoffe mit Saponincharakter.

Steigt die Außentemperatur an, führt dies zur Abnahme der Löslichkeit der beschriebenen Substanzen. Weitere in der Condurango enthaltene Stoffe sind Flavonoide, Vanillin, Chlorogensäure, Kaffeesäure sowie unterschiedliche Cumarinderivate. Den wichtigsten therapeutischen Anteil an den Inhaltsstoffen der Kondorliane haben die Condurangoglykoside, die einen bitteren Geschmack aufweisen.

Durch ihre Anwendung lässt sich die Sekretion des Magensafts stimulieren, was wiederum den Appetit anregt. In kaltem Wasser sind die Condurangoglykoside besser zu lösen als in heißem Wasser. Daher wird der Pflanzenextrakt erst nach seinem Erkalten gefiltert.

Zur Behandlung von Darmerkrankungen und Appetitlosigkeit kommt die Condurangorinde in Form von medizinischen Fertigpräparaten oder als medizinischer Wein zur Anwendung. Außerdem lässt sich ein Tee aus der Rinde mischen. Zu diesem Zweck wird ein halber Teelöffel mit zuvor zugeschnittener und gepulverter Condurangorinde mit rund 150 Milliliter Wasser vermischt und aufgekocht.

Es empfiehlt sich, den Tee der Kondorliane etwa 30 Minuten vor dem Essen einzunehmen. Zur Zubereitung des Weins benötigt der Anwender zwischen 50 und 100 Gramm der zerkleinerten Rinde, die er mit ungefähr einem Liter Wein ansetzt. Diese Mischung wird umgeschüttet und bleibt einige Tage lang stehen.

Ebenso wie der Tee wird auch der Wein der Condurangorinde etwa 30 Minuten vor dem Essen eingenommen. Dabei beträgt die Dosierung ein Likörglas. Die Condurangorinde ist außerdem Bestandteil von diversen Fertigarzneimitteln, die zu den phytotherapeutischen Magen-Darm-Präparaten gehören. Darüber hinaus kann eine verdünnte Tinktur der Rinde zur Wundheilung von rissigen Lippen und Mundwinkeln dienen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Von Bedeutung für die Gesundheit ist die Kondorliane beziehungsweise ihre Rinde zur Behandlung von Verdauungsproblemen, Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen und Magenschmerzen. Dabei liegt das Hauptaugenmerk der Behandlung bei der Appetitlosigkeit. Die Droge, die aus der Condurangorinde besteht, zählt zu den Bittermitteln.

So wirken sich die Inhaltsstoffe der Kondorliane anregend auf die Sekretion von Magensaft und Speichel aus. Die verstärkte Sekretion der Verdauungssäfte regt wiederum den Appetit an. Weitere Anwendungsgebiete sind Drüsenschwächen in der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder dem Lymphsystem, ein niedriger Wärmehaushalt, Tuberkulose und Altersschwäche.

Um die Magenfunktion zu unterstützen, kommt die Kondorliane schon seit langer Zeit traditionell zum Einsatz. So diente sie bereits in der südamerikanischen Volksmedizin zur Anregung des Appetits sowie zum Fördern der Verdauung. Der Condurangorinde wird zudem eine positive Wirkung auf Magenkrebs nachgesagt. Allerdings ließ sich dieser Effekt durch wissenschaftliche Studien nicht belegen.

Ein weiteres medizinisches Einsatzgebiet der Kondorliane stellt die Homöopathie dar. Unter dem Namen Condurango oder Condurangobaum dient die Heilpflanze dort zur Therapie von Magen-Darm-Entzündungen, Magerkeit und Mundwinkelrhagaden (rissige Mundwinkel). Dabei wird die Magerkeit durch Magenbeschwerden verursacht.

Zu den häufigsten Potenzen des eher selten dargereichten Homöopathikums gehören D2 bis D12. Aufgrund fehlender klinischer Studien ließen sich die pharmakologischen Eigenschaften der Kondorliane bislang nur unzureichend erforschen. Nachgewiesen ist jedoch die positive Wirkung der Condurangorinde auf das Anregen von Appetit und Verdauung.

In Tierversuchen mit Mäusen wurden außerdem Aktivitäten gegen Tumore festgestellt. Es liegen auch einige Kontraindikationen gegen die Einnahme der Kondorliane vor. So darf das Mittel nicht zur Anwendung gelangen, wenn beim Patienten eine Überempfindlichkeit gegen die Stoffe der Condurango vorliegt.

Gleiches gilt im Falle einer Latexallergie. So kam es bei Latexallergikern nach der Darreichung der Condurangorinde zu schweren allergischen Reaktionen wie einem lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock. Bei Tieren wirkt die Condurangorinde giftig, wenn sie eine bestimmte Dosis erreicht.

Die letale Dosis für Hunde und Katzen trägt die Bezeichnung LD50 und wird bei einem Körpergewicht zwischen 40 und 50 mg/kg erreicht. Die Hälfte der betroffenen Versuchstiere überlebte diese Konzentration nicht. Wichtig ist, die Condurangorinde trocken zu lagern und vor Licht zu schützen.

Nebenwirkungen sind durch die Kondorliane nur selten zu befürchten. Bei einer Überdosierung besteht die Gefahr von Erbrechen und Durchfall. Liegt Verdacht auf einen anaphylaktischen Schock vor, muss sofort ein Notarzt alarmiert werden.




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