Konditionierung der Atemluft

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 24. Januar 2017
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Die Nase wärmt die Atemluft an und gibt dem eingeatmeten Luftstrom eine bestimmte Feuchtigkeit, um ihn an die klimatischen Bedingungen der Alveolen anzupassen. Dieser Prozess wird als Konditionierung der Atemluft bezeichnet und ist die Hauptaufgabe der Nasenschleimhaut. Bei einer Rhinitis (Schnupfen) ist die Konditionierung der Atemluft erschwert.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Konditionierung der Atemluft?

Die menschliche Nase umfasst die äußere Nase, die innere Nase, die Nasennebenhöhlen und die zahlreichen Leitungsbahnen der anatomischen Struktur. Die Nase zählt funktionell zu den oberen Atemwegen und ist damit an der Lungenatmung beteiligt, mit der die Alveolen der Lungen die einzelnen Körpergewebe mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgen.

Hinter dem Nasenraum liegt der Rachen, in den die Luftröhre mündet. Auf der Höhe des vierten und fünften Brustwirbels läuft die Luftröhre in die zwei Hauptbronchien. Neben der Geruchswahrnehmung kommt der Nase so eine entsprechend wichtige Bedeutung bei der Atmung zu.

Die Nase reguliert den Atemstrom, erledigt die grobe Reinigung der Atemluft und konditioniert die eingeatmete Luft. Diese Konditionierung entspricht einer Anpassung von Temperaturen und Feuchtigkeiten. Die Nasenschleimhaut nimmt diese Konditionierung der Atemluft vor. Auf den Schleimhautflächen wird der Luftstrom gegebenenfalls erwärmt und befeuchtet. Anschließend strömt er weiter in Richtung des Rachens. So erhält die Atemluft eine ideale Temperatur und Feuchtigkeit, um im biologischen Milieu des menschlichen Organismus verarbeitet zu werden.

Funktion & Aufgabe

Die Lungenatmung erfolgt beim Menschen entweder über den Mund oder die Nase. Die Nasenmuscheln sind unechte Schwellkörper und können ihre Größe signifikant verändern. Solange die Nase nicht verstopft oder anderweitig beeinträchtigt ist, dient sie primär der menschlichen Lungenatmung. Bis zu 10 000 Liter Luft atmet die Nase täglich ein.

Nasenatmung findet bei einem Menschen in körperlicher Ruhe ungleichmäßig statt. Beide Nasenlöcher werden abwechselnd zur Atmung genutzt. Dieser Vorgang entspricht dem sogenannten Nasenzyklus. Der eingeatmete Luftstrom ist in jeweils einem der Nasenlöcher verringert und ermöglicht so eine Regeneration der Schleimhaut im entsprechenden Nasenloch. Der Hauptstrom wechselt nach der Regeneration des einen Nasenlochs je unbemerkt zum anderen Nasenloch.

Die Nase dient sowohl dem Einatmen, als auch dem Ausatmen von Atemluft. Jeder Luftstrom durchläuft bei der Nasenatmung eine Konditionierung. Extrem kalte Luft wird so zum Beispiel an der Oberfläche der warmen Nasenschleimhaut angewärmt und angefeuchtet. Die Schleimhaut kühlt dabei ab und trocknet bis zu einem gewissen Grad aus. Beim Ausatmen erhält sie jedoch den Großteil ihrer Wärme und Feuchtigkeit zurück.

Die Nase reguliert den Atemstrom, erledigt die grobe Reinigung der Atemluft und konditioniert die eingeatmete Luft. Diese Konditionierung entspricht einer Anpassung von Temperaturen und Feuchtigkeiten.

Die Konditionierung der Atemluft entspricht so einer Klimatisierung der eingeatmeten Luft auf die klimatischen Verhältnisse der Lungenalveolen. So erhält die Nasenschleimhaut die unbeeinträchtigte Funktion der bronchioalveolären Schleimhäute aufrecht. Vor allem bei klimatischen Extrembedingungen ist dieser Prozess auf Dauer zwingend erforderlich.

Manche Autoren fassen auch die Reinigung des Luftstroms unter die nasale Konditionierung der Atemluft. Als Verbindungstrakt zwischen der Umgebungsluft und den unteren Atemwegen ist die Nase eine erste Barriere für Fremdstoffe und Partikel. Die Nasenhaare fangen grobe Partikel ab und das Nasensekret filtert feinere Fremdstoffe aus der Atemluft. Die anhaltende Bewegung der Flimmerhärchen transportiert das Nasensekret permanent in Richtung Rachen. Überschüssiges Sekret wird gemeinsam mit den gefilterten Fremdpartikeln nach außen befördert, indem der Mensch niest.

In der engen, wie auch der erweiterten Bedeutung stellt die Konditionierung der Atemluft in der Nase ein annäherndes Ideal der Lungenatmung sicher und ist der Atmung durch den Mund in zahlreichen Weisen überlegen.

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Krankheiten & Beschwerden

Die Konditionierung der Atemluft ist bei vielen Schleimhauterkrankungen gestört. Bei einer zu trockenen Nase lässt sich die Feuchtigkeit des eingeatmeten Luftstroms zum Beispiel nicht mehr ohne Weiteres an die Klimabedingungen der Alveolen anpassen.

Eine trockene Nase kann im Rahmen von trockenem Schnupfen, Rhinitis sicca oder atrophischer Rhinopathie vorliegen. Die Nasenschleimhaut trocknet dabei aus. Meist ist die Ursache dafür der Anfang eines Erkältungsschnupfens. Auch trockene Raumluft oder extreme Staubbelastung können allerdings die Nasenschleimhäute austrocknen lassen. Im Extremfall siedeln sich auf der trockenen Nasenschleimhaut verschiedene Bakterien an.

Neben einem Trockenheitsgefühl in der Nase liegen bei diesem Phänomen oft Juckreiz oder leichtes Brennen vor. Die Nasenatmung ist dann eingeschränkt, da sich Krusten, Schorf oder Borken bilden. Auch Nasenbluten und eingeschränktes Riechvermögen können durch eine trockene Nase verursacht werden.

Das Anfeuchten der eingeatmeten Luft gelingt einer trockenen Nase nicht mehr, was die Krusten-, Schorf- und Borkenbildung in der Nase erklärt. Die Infektanfälligkeit der Betroffenen steigt dadurch an. Grundsätzlich kann die Konditionierung der Atemluft bei sämtlichen Erkrankungen der inneren Nase erschwert sein.

Das Leitsymptom solcher Erkrankungen ist immer eine behinderte Nasenatmung. Die Ursachen können von Verbiegungen, Spornbildungen, vergrößerten Nasenmuscheln, vergrößerte Rachenmandeln, ein Verschluss der hinteren Nasenöffnung, Nasenpolypen oder andere Geschwülsten der Nase sein.

Auch die Rhinitis ist ein häufiges Krankheitsphänomen. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der Nasenschleimhaut. Eine akute Rhinitis liegt zum Beispiel bei Schnupfen vor und wird in der Regel durch einen von 100 Subtypen der Rhinoviren ausgelöst. Neben Frösteln und Abgeschlagenheit oder Kopfdruck liegt bei der Rhinitis zunächst eine trockene Nase vor. Später kommt es zur Bildung eines wässrig-klaren Sekrets, das wiederum zu einer schleimig-eitrigen Sekretion wird.

Genau wie die Nasentrockenheit behindert auch gesteigerte Nasensekretion die Konditionierung der Atemluft. Eine übertriebene Nasensekretion muss allerdings nicht zwingend auf Rhinoviren zurückgehen, sondern kann auch an einer nasalen Hyperreaktivität liegen.

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