Komposit

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Komposit oder Komposite sind Füllungsmaterialien aus der Zahnarztpraxis. Mit ihnen werden Füllungen gelegt, Kronen und Wurzelstifte befestigt und keramische Verbesserungen durchgeführt. Angewendet werden die Materialien meist im Frontzahnbereich. Es gibt inzwischen allerdings auch Substanzen mit einem höheren Füllkörpergehalt, der auch für Seitenzähne eingesetzt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Komposit?

Komposit hat die früher übliche Amalgamfüllung nahezu vollständig ersetzt, da dem Amalgam durch den Quecksilbergehalt Gesundheitsrisiken nachgesagt werden.

Komposite bestehen aus mehreren Hightech-Verbundwerkstoffen. Der Hauptanteil von etwa 80 Prozent setzt sich aus Keramik-, Glas- und Quarzpartikeln zusammen. Nur noch 20 Prozent machen den eigentlichen Kunststoffanteil aus. Dadurch hat das Füllmaterial an Stabilität gewonnen.

Im Gegensatz zu den Amalgamfüllungen werden Kompositfüllungen nicht gestopft, sondern schichtweise aufgetragen und geklebt. Dank der Beschaffenheit der modernen Komposite sind sie der hohen mechanischen Belastung gewachsen und sehr abriebfest. Im Durchschnitt hält eine Komposit-Füllung mindestens sieben Jahre.

Formen, Arten & Typen

Das Material, aus denen die Komposite bestehen, basiert auf Kunstoffen, die einer Acrylbasis entspringen. Dazu gehören BisGMA, TEGMA, EGDMA, UDMA und Methacrylat. Auch Spuren von Säuren, Formaldehyd und Glutaraldehyd können enthalten sein. Als Füllstoffe dienen Teilchen von Glas, Quarz und Keramik. Silane verbessern die Beschichtung mit den Kunststoffen.

Es gibt drei Arten von Kompositen. Die Konventionellen Komposite mit großen Füllkörpern, auch Makrofüller genannt. Sie bestehen aus Quarz, Glas oder Keramik mit einer Größe von einem Mikrometer. Daneben gibt es die Mikrofüllerkomposite mit feinsten Mikrofüllern. Sie bestehen aus Siliziumdioxid in einer Größe zwischen 0,01 bis 0,04 Mikrometern. Als dritte Variante gibt es die Hybridkomposite, die aus den beiden Mikrofüllern und Makrofüllern bestehen. Diese hochmodernen Komposite enthalten zwischen 85 und 90 Prozent Makrofüller, der Rest besteht aus Mikrofüllern. Diese Kombination gewährleistet eine erhöhte Packungsdichte.

Bei den Hybridkompositen bestehen weitere Unterteilungen. Es gibt Hybridkomposite mit einem mittleren Füllkörper bis zehn Mikrometern. Des Weiteren gibt es Feinpartikelhybridkomposite mit einer Füllkörpergröße bis fünf Mikrometer, danach kommen die Feinstpartikelhybridkomposite mit einer Füllkörpergröße bis drei Mikrometer und schließlich die Submikrometerhybridkomposite mit einer Füllkörpergröße bis unter einem Mikrometer.

Aufbau & Funktionsweise

Komposite bestehen aus mehreren Hightech-Verbundwerkstoffen. Der Hauptanteil von etwa 80 Prozent setzt sich aus Keramik-, Glas- und Quarzpartikeln zusammen.

Die erste Generation der Komposite fußte auf einer Kombination aus Paste und Flüssigkeit. Diese Art der Polymerisation hat sich in mehrerer Hinsicht als nachteilig erwiesen. So war mit dieser Kombination kein Schichtauftrag möglich, die Aushärtungszeit war nicht steuerbar und die Kunststoffe waren nicht farbstabil. Daher gibt es heute lichthärtende Komposite.

Mit der Polymerisationslampe, die blaues Licht ausstrahlt, wird der Aushärtungsprozess gestartet. Mit dieser Kaltlichtquelle in einer bestimmten Wellenlänge wird ein chemischer Prozess angeregt, der die Aushärtung in Gang setzt. Ein großer Vorteil der lichthärtenden Variante ist der höhere Aushärtungsgrad sowie die deutlich bessere Farbstabilität, was besonders im Frontzahnbereich eine große Rolle spielt. Zudem lassen sich die Materialien dadurch solange bearbeiten und modellieren, wie es für den jeweiligen Einzelfall erforderlich ist. Auch der Auftrag mehrerer Schichten wird ermöglicht. Erst der gezielte Lichteinsatz setzt die endgültige Aushärtung in Gang.

Falls eine Behandlung mit lichthärtenden Kompositen nicht möglich ist, was häufig bei lichtundurchlässigen Materialen der Fall ist, wie sie bei Teil- und Vollkronen oder bei keramischen Inlays zum Einsatz kommen, können dualhärtende Komposite Verwendung finden. Lediglich die Randbereiche werden mit der Polymerisationslampe ausgehärtet. An den lichtunzugänglichen Stellen wird dann eine chemische Polymerisation eingesetzt.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Füllungen aus Kompositen können ohne Hilfe eines Dentallabors innerhalb einer Sitzung durchgeführt werden. Sobald die Karies vom Zahnarzt entfernt wurde, wird Schicht für Schicht der Zahn wiederhergestellt. Die verschiedenen natürlichen Farbabstufungen machen einen naturgetreuen Wiederaufbau möglich, so dass nach der Politur die Füllung von der eigentlichen Zahnsubstanz kaum bis gar nicht zu unterscheiden ist.

Die Vorteile gegenüber den früheren Amalgamfüllungen liegen neben den gesundheitlichen Vorteilen auch in der besseren Stabilisierung des Zahnes und in der Farbgebung. Allerdings sind Kunststoffüllungen aufwendiger als Amalgamfüllungen, da die Komposite in mehreren Schichten aufgetragen und schichtweise gehärtet werden müssen.

Gegenüber Keramikfüllungen haben Kompositefüllungen den Vorteil kostengünstiger und weniger zeitaufwendig zu sein, da für keramische Füllungen Abformungen benötigt werden. Die Zahl der Kunststoffüllungen steigt zusehends, da die Amalgamfüllungen als gesundheitsschädlich gelten.

Inzwischen wird allerdings auch eine mögliche problematische Wirkung der Komposite diskutiert. Es werden Vermutungen angestellt hinsichtlich Toxizität, Mutagenität, Östrogenität und Allergien, hervorgerufen durch die Komposite. Allerdings konnte, von Allergien abgesehen, bislang in Studien nichts dergleichen belegt werden.

Die Kunststoffe BisGMA und UDMA sind in ihren Zellkulturen nicht erbgutverändernd, anders bei TEGDMA, wo in Zellkulturen eine Mutagenität nachgewiesen wurde. Allerdings bedarf es einer sehr hohen Konzentration, wie sie bei den Zahnfüllungen nicht vorkommen. Ebensowenig konnte eine östrogene Wirkung nachwiesen werden. Zwar enthält BisGMA Bisphenol A, das eine pseudoöstrogene Wirkung entfaltet, was im Mundbereich jedoch bisher nicht nachgewiesen werden konnte.

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