Kolposkopie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 25. September 2017
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Eine Kolposkopie ist die Untersuchung der Rückwand des Gebärmutterhalses mit einem speziellen Gerät (Kolposkop). Abnormale Zellen werden hier identifiziert, evtl. eine Biopsie durchgeführt und ggf. gleich behandelt. Das primäre Ziel einer Kolposkopie ist die frühe Prävention von Gebärmutterhalskrebs.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kolposkopie?

Eine Kolposkopie folgt in der Regel nach einem abnormal ausgefallenen Zervixabstrich oder einer ähnlichen Untersuchung. Die Kolposkopie beinhaltet eine genaue Untersuchung des Gebärmutterhalses mit einem speziellen Gerät (Kolposkop).

Dieses erlaubt dem Arzt oder der dafür ausgebildeten Schwester den Grad der Ausbildung an abnormalen Zellen festzustellen. Hierfür werden die Wände des Gebärmutterhalses in der Regel mit einer speziellen Flüssigkeit benetzt. Anschließend erfolgt eine Reaktion der Zellen. Während der Untersuchung wird ggf. eine Biopsie durchgeführt.

Das bedeutet, dass eine kleine Probe des Gewebes zu genaueren Analyse entfernt wird. Falls die Ursache der Abnormalität direkt ersichtlich ist, kann in einigen Fällen bereits während der Kolposkopie mit der Behandlung begonnen werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die Empfehlung des Arztes eine Kolposkopie durchzuführen, die meist auf einen ungewöhnlichen Abstrich-Test folgt, ist jedoch noch kein Grund zur Beunruhigung. Ungewöhnliche Testergebnisse sind recht häufig und können viele Gründe haben.

Die Ergebnisse können vom Normalwert abweichen, wenn sich zum Test zu viel Blut oder Schleim in der Region befunden hat. Auch der durch Sex weitergegebene humanes Papillomavirus ist eine häufige Ursache. Die meisten Fälle von Gebärmutterhalskrebs stehen mit diesem Virus in Verbindung. Bei 9 von 10 Fällen entwickelt sich der Virus aber innerhalb von zwei Jahren vollständig aus dem Körper zurück.

Eine durchschnittliche Kolposkopie dauert ungefähr eine halbe Stunde, kann sich aber auch länger hinziehen. Eine Stunde Zeit sollte man also mit einrechnen. Der Arzt oder eine Schwester wird zu Beginn eine Reihe von Fragen stellen, die sich meist auf Einzelheiten der Periode, der Verhütung und dem allgemeinen Gesundheitszustand beziehen. Anschließend folgt wie bei einer normalen Untersuchung die Einführung des Spekulums. Mit dem Kolposkop wird ein genauer Einblick in den Gebärmutterhals ermöglicht.

Eine Kolposkopie ist die Untersuchung der Rückwand des Gebärmutterhalses. Das primäre Ziel einer Kolposkopie ist die frühe Prävention von Gebärmutterhalskrebs.

Das Kolposkop selbst wird nicht in die Vagina eingeführt. Es ähnelt einem großen Fernglas mit starkem Licht und, in einigen Fällen, einiger Videokamera. Mit einem langen Tupfer wird eine Flüssigkeit aufgetragen, um die abnormalen Zellen identifizieren zu können. Ggf. wird ein kleines Stück Gewebe zur Analyse entfernt. Dies kann unangenehm sein und es erfolgt eine lokale Betäubung. Nach der Kolposkopie kann es noch einige Tage zu Blutungen und der Ausscheidung einer blau-grünen Flüssigkeit komme.

Der maßgebliche Zweck der Kolposkopie ist die Prävention von Gebärmutterhalskrebs. Wenn durch die Kolposkopie abnormale Zellentwicklungen in einem frühen Stadium entdeckt werden, kann durch eine Behandlung eine weitere Fehlentwicklung verhindert werden. An diesem Zeitpunkt existiert noch kein Krebs, doch eine Abnormalität kann, wenn unbehandelt, sich im Laufe der Zeit zu Krebs entwickeln.

Falls die Untersuchung nur eine milde Veränderung feststellt, wird evtl. keinerlei Behandlung durchgeführt und ein nächster Termin zur Kontrolle vereinbart. Falls eine Behandlung nötig ist, beinhaltet diese die Entfernung oder Zerstörung der abnormalen Zellen durch verschiedene Verfahren (Entfernung, Laser, Hitze, Kälte).

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Risiken & Gefahren

Die Kolposkopie ist in der Regel eine sehr sichere Prozedur. Einige Frauen empfinden die Behandlung eventuell als etwas unangenehm. Nur sehr selten treten während der Behandlung Komplikationen auf. Diese beinhalten starkes Bluten oder Infektionen.

Falls sich nach der Kolposkopie starkes Bluten oder unangenehmer Geruch einstellt, sollte der Arzt zügig erneut aufgesucht werden. Risiken und Nebenwirkungen, die durch die Behandlung entstehen können, werden normalerweise auf einem Schreiben ausgeführt, dass die Patientin zur Unterzeichnung erhält.

Eine genaue Lektüre ist erforderlich und eventuelle Gegenfragen bei Unverständnis. Nach der Kolposkopie sollte sich die Patientin an eine Reihe von Regeln halten, um Komplikationen zu vermeiden. Auch diese werden in schriftlicher Form mitgegeben. Sie beinhalten zumeist: Kein Sex für einen bestimmten Zeitraum; keine Tampons; kein schweres Heben; keine Bäder für mindestens 24 Stunden.

Bücher über Gebärmutterhalskrebs

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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