Koloquinte

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Dezember 2016
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Die Koloquinte entstammt der Familie der Kürbisgewächse. Die giftige Pflanze dient in einigen Regionen der Erde als Heilmittel.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Koloquinte

Bei der Koloquinte (Citrullus colocynthis) handelt es sich um ein Gewächs, das der Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae) entstammt. Die Pflanze ist auch unter verschiedenen anderen Namen bekannt. Dazu gehören Koloquintenkürbis, Teufelsapfel, Purgiergurke, Wilder Kürbis, Bittergurke oder Ziegenkürbis.

In früheren Zeiten setzten Mediziner wie Hippokrates von Kos (um 460–370 v. Chr.) und Paracelsus (1493-1541) die Koloquinte als Heilpflanze gegen unterschiedliche Beschwerden und Erkrankungen ein. In der heutigen Zeit kommt sie noch immer in der Volksheilkunde von Südwestasien und Nordafrika sowie in der Homöopathie zum Einsatz. Im spanischen Andalusien verwenden sie die Landwirte zudem als Düngemittel.

Ein Problem der Koloquinte stellt die Giftigkeit der Pflanze dar. So eignet sie sich weder zum Essen noch zu einer medizinischen Selbstbehandlung.

2012 kürte der Verein NHV Theophrastus die Koloquinte zur Heilpflanze des Jahres. Auf diese Weise wollte der Verein, der der Förderung der Naturheilkunde dient, der hierzulande vergessenen Pflanze wieder zu mehr Bekanntheit verhelfen. So wurde die Koloquinte bereits in der Antike von den alten Griechen und Römern als Abführmittel verwendet. Zu diesem Zweck höhlten sie einen Koloquintenapfel aus, füllten ihn mit Wein und tranken ihn nach seiner Erwärmung. Aber auch im Orient fand die Koloquinte Anwendung als Mittel gegen Krämpfe und Lähmungen.

Die Koloquinte zählt zu den mehrjährigen Kürbisgewächsen. Die krautige Pflanze ist mit Knollen ausgestattet und gedeiht kletternd oder niederliegend. Ihre Wuchshöhe liegt bei 10 Zentimetern. Die gestielten Blätter der Pflanze können eine Länge sowie eine Breite von 3 bis 9 Zentimetern erreichen. Die Blüten der Koloquinte weisen in der Regel eine gelbe Färbung auf. Die Blütezeit erfolgt zwischen Mai und September. Bei der Frucht der Koloquinte handelt es sich um eine fleischige Panzerbeere, die eine gelbe, weiße oder grüne Färbung annimmt.

Die Frucht ist durchschnittlich 25 bis 70 Zentimeter lang und 25 bis 80 Zentimeter breit. Nur selten erreicht sie eine Länge und Breite von 120 Millimetern. Beheimatet ist die Koloquinte in Südwestasien und Nordafrika. Ferner wächst sie auch in den subtropischen und tropischen Regionen von Südeuropa, Zentralafrika, Indien und Australien. Das Wachstum der Pflanze erfolgt in erster Linie an den Niederungen von Flüssen, an deren Ufern oder an den Rändern von Straßen. Die Koloquinte kann bis zu einer Höhe von 1200 Metern über dem Meeresspiegel gedeihen. Sogar in Halbwüsten, Steppen und Wadis wächst sie.

Wirkung & Anwendung

Auch in der heutigen Zeit kommt die Koloquinte in Afrika, Indien sowie im Mittelmeerraum als Heilpflanze zur Anwendung. Zu diesem Zweck wird den Patienten das getrocknete Fruchtfleisch der Pflanze verabreicht. Das Fruchtfleisch weist Ähnlichkeiten mit der bekannten Wassermelone auf, hat jedoch einen unangenehm bitteren Geschmack.

Ein Problem der Koloquinte stellt die Giftigkeit der Pflanze dar. So eignet sie sich weder zum Essen noch zu einer medizinischen Selbstbehandlung. Toxisch sind die Cucurbitacine, die Bitterstoffe der Koloquinte. Den höchsten Gehalt an Cucurbitacinen haben Koloquinten, die im Süden von Marokko angebaut werden. Durch den Genuss der Pflanze besteht die Gefahr von blutigem Durchfall und Schleimhautreizungen in der Magen-Darm-Region. Sogar ein Delirium sowie ein Kreislaufkollaps sind im Bereich des Möglichen. Schwangeren Frauen droht sogar eine Fehlgeburt.

Weitere denkbare Gefahren für die Gesundheit sind Geschwüre, eine Harnblasenentzündung, eine Entzündung des Bauchfells sowie Nierenblutungen. Solche Fälle treten allerdings nur sehr selten auf, weil das Fruchtfleisch der Koloquinte überaus bitter schmeckt. Aus diesem Grund sehen die meisten Menschen von einem Genuss dieser Pflanze automatisch ab.

Grundsätzlich gilt die Koloquinte aber als sehr wirksames Heilmittel. Um eine positive Wirkung zu erzielen, bedarf es einer fachgerechten Verordnung sowie einer vorschriftsmäßigen Dosierung. Die heilende Wirkung wird durch die Cucurbitacine erreicht, wobei die richtige Dosis von entscheidender Bedeutung ist. Getrocknete und geschälte Früchte lassen sich auch in Alkohol einlegen. Sie dürfen jedoch nur in geringen Dosen eingenommen werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In der Gegenwart wird die Koloquinte kaum noch als Abführmittel oder harntreibendes Mittel verwendet. Allerdings schreibt ihr die Volksmedizin noch weitere positive Eigenschaften zu. So gilt sie als entzündungshemmend, antiallergisch und leberschützend. Außerdem wirkt sie gegen Wurmbefall, Hautausschläge sowie Gallen- und Leberleiden.

Weitere Anwendungsgebiete der Koloquinte sind Bronchitis, Asthma bronchiale, Geschwüre, Blutarmut (Anämie), Dyspepsie, Verstopfung und Gelbsucht (Ikterus). Selbst gegen Schlangenbisse, Rheuma, Wassersucht, Blasenfunktionsstörungen und Tumore soll die Pflanze hilfreich sein. Die wissenschaftlichen Forschungen zur tatsächlichen medizinischen Wirksamkeit der Koloquinte sind jedoch noch nicht abgeschlossen.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Koloquinte ist die Homöopathie. Diese verwendet sie als stark verdünntes Mittel gegen Frauenleiden. So regt die krautige Pflanze in der Gebärmutter sowie in Becken und Darm einen entstauenden Effekt an. Darüber hinaus dient sie zur Behandlung von unangenehmen Regelschmerzen. Dies gilt in erster Linie für Schmerzen, die blitzartig und schneidend auftreten. Ein weiterer möglicher Anwendungsbereich ist das PCO-Syndrom.

Dabei kommt die Koloquinte gemeinsam mit anderen Zystenmitteln zum Einsatz, um dem Voranschreiten der Krankheit entgegenzuwirken. Ferner wird von der Pflanze die Funktion der Eierstöcke angeregt. Nicht sinnvoll ist die Einnahme der Koloquinte bei Durchfall. Frauen müssen zudem während einer Schwangerschaft oder Stillzeit auf das Mittel verzichten. So besteht die Gefahr einer Übertragung der giftigen Stoffe auf die Muttermilch und damit auf das Kind.

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