Kolanuss

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. Dezember 2016
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Bei der Kolanuss handelt es sich um den Samen des Kolabaums. Sie enthält unter anderem Koffein und eignet sich für medizinische Anwendungen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Kolanuss

Die Kolanuss bildet den Samen des in den Tropen beheimateten Kolabaums (Cola acuminata), der zur Unterfamilie der Stinkbaumgewächse (Sterculioideae) zählt. Diese ist wiederum Bestandteil der Familie der Malvengewächse (Malvaceae).

Der Kolabaum hat Ähnlichkeit mit der Rosskastanie und erreicht eine Größe von bis zu 20 Metern. Seine Blätter weisen eine Länge von circa 25 Zentimetern auf. Die Blütezeit des Kolabaums hält das ganze Jahr über an, sodass er auch die ganze Zeit über Früchte austragen kann.

Zum Heranreifen der Kolanuss kommt es innerhalb einer Sammelbalgfrucht, die einem Stern ähnelt. In der Frucht sind mitunter bis zu 16 Nüsse enthalten. Die Form der Nuss ist länglich-oval. Sie bringt es auf eine Länge von bis zu 14 Zentimetern und verfügt über eine wellige Oberfläche.

Seinen Ursprung hat der Kolabaum in den Ländern Westafrikas wie Angola, Sierra Leone und Togo. In der heutigen Zeit wird er jedoch in sämtlichen tropischen Regionen von West- und Zentralafrika angebaut. Dabei kommt er vor allem in Nigeria vor.

Wirkung & Anwendung

Die Kolanuss enthält mehrere Inhaltsstoffe. Dazu gehören Koffein, Theobromin, Stärke, Gerbstoffe, Fette, Mineralstoffe und Polyphenole. Für Medizin und Pharmazeutik sind in erster Linie Koffein und Theobromin von Interesse, die zu den Purinalkaloiden zählen und sich auf das Zentralnervensystem (ZNS) auswirken.

Je nachdem, wie hoch das Koffein dosiert wird, beeinflusst es das vegetative Nervensystem, das Nierensystem, die Atmung sowie Herz und Kreislauf. Dagegen wirkt sich Theobromin hauptsächlich auf die Muskulatur des Menschen aus. So sorgt es für die Entspannung der glatten Muskeln, die an den meisten Organen zu finden sind.

Des Weiteren werden die Funktionen der Nieren und des Herzmuskels stimuliert. Weiterhin verfügt das Theobromin über einen leichten entwässernden Effekt. In den Kernen der Kolanuss sind ungefähr 2,5 Prozent Koffein enthalten. Die Samenzubereitungen werden vorwiegend für das Herstellen von Colagetränken genutzt, die wiederum eine anregende Wirkung besitzen.

In früheren Jahren kamen vorwiegend Extrakte von Kolanuss und Colastrauch zur Produktion von Getränken wie Cola zum Einsatz. Später griffen die meisten Produzenten jedoch lieber auf Koffein zurück, da dieses deutlich preiswerter ist. Einige Limonade verfügen jedoch auch heute noch über Extrakte der natürlichen Kolanuss.

Auf dem afrikanischen Kontinent wird die Kolanuss bereits seit Jahrhunderten als beliebtes Genussmittel genutzt. Dabei erfolgt das Aufbrechen der walsnussgroßen Samen, die leicht erdig und bitter schmecken. Nachdem sie in mehrere kleinere Teile zerbrochen wurden, lassen sie sich ungefähr eine Stunde lang kauen.

Anschließend spuckt der Anwender sie wieder aus. Für viele afrikanische Kulturen ist die Kolanuss auch von kultureller Bedeutung. So dient sie oft als Gabe an Gäste und wird als Symbol der Gastfreundschaft betrachtet. Außerdem lässt sich der Genuss der Kolanuss mit dem Rauchen der Friedenspfeife bei den nordamerikanischen Indianern vergleichen.

In der Kolanuss ist die Zusammensetzung des Koffeins anders als im Kaffee, sodass dadurch auch eine andere Wirkungsweise entsteht als bei Kaffeegetränken. Dargereicht wird die Kolanuss in koffeinhaltigen Limonaden. Die Dosierung hängt von dem Koffeingehalt ab. So ist in Colagetränken normalerweise weniger Koffein enthalten als in Kaffee.

Standardisierte Fertigarzneimittel aus den Extrakten der Kolasamen gibt es bisher nicht. Allerdings lassen sich die Kolanüsse zu Pulver zerstampfen und anschließend als Tee aufbrühen oder auf einer Oblate einnehmen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Kolanuss ist auch für die Medizin von Interesse. So weist sie durch ihren hohen Koffeingehalt eine stimulierende Wirkung auf. Während der Genuss von Kaffee nicht selten zu Herzrasen und Nervosität führt, ist dies beim Gebrauch der Kolanuss nicht der Fall.

Die Volksmedizin in Afrika nutzte die Kolasamen auch gegen Müdigkeit, Durst und Hunger. Darüber hinaus sind sie für Menschen geeignet, die sich nach einer längeren Erkrankung in der Phase der Rekonvaleszenz befinden. Die Kolanuss kommt auch in manchen Medikamenten zum Einsatz, um deren Geschmack zu verbessern.

Ebenso lässt sich ein angenehmer Geruch durch sie erzielen. Positiv wirkt sich die Kolanuss außerdem auf die Darmperistaltik sowie die Fettverbrennung aus. Weitere Eigenschaften sind das Stillen von Schmerzen und das Anregen der Herzfrequenz. Auch die Homöopathie nutzt die positiven Effekte der Kolasamen.

So kommen sie dort gegen körperliche und geistige Ermüdung zur Anwendung. Über längere Zeit sollte die Behandlung mit der Kolanuss allerdings nicht erfolgen. Außerdem wird empfohlen, auf eine gemeinsame Darreichung mit Getränken, die Koffein enthalten, zu verzichten.

Grundsätzlich lassen sich durch die Kolanuss Konzentrationsvermögen und Wachheit steigern. Gleiches gilt für das Leistungsvermögen des Körpers. Es liegen auch Berichte über aphrodisierende Effekte der Kolasamen vor. Zurückgeführt wird dies auf die gesteigerte Konzentration von Serotonin und Adrenalin durch das Koffein und Theobromin.

Wird eine Tagessdosis zwischen zwei und sechs Gramm an Kolasamen nicht überschritten, sind keine Komplikationen zu befürchten. Bei manchen Menschen können allerdings im Falle einer Überdosierung unterschiedliche Nebenwirkungen auftreten. Dabei handelt es sich um nervöse Unruhe, größere Reizbarkeit und Einschlafprobleme. Mitunter sind auch Magenbeschwerden im Bereich des Möglichen.




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