Kohlenmonoxidvergiftung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 23. Oktober 2016
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Kohlenmonoxidvergiftung kann unbemerkt erfolgen und ist lebensgefährlich. Das Gas verdrängt den lebenswichtigen Sauerstoff aus dem Blut. Schlecht gewartete Öfen sind die häufigste Ursache für eine Kohlenmonoxidvergiftung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Kohlenmonoxidvergiftung?

Eine Kohlenmonoxidvergiftung ist eine Intoxikation mit dem Gas Kohlenmonoxid oder fachbegrifflich Kohlenstoffmonoxid. Medizinterminologisch ist daher der Begriff Kohlenstoffmonoxidintoxikation festgelegt. Die Vergiftung kann in als akute lebensbedrohliche Krise oder als chronische Vergiftung auftreten, die ohne offensichtliche Symptome verläuft.

Kohlenmonoxid ist ein farbloses Gas ohne Geruch. Die Substanz besteht aus einem Kohlenstoff-Atom, das mit einem Sauerstoff-Atom verbunden ist. Die chemische Bezeichnung ist CO (C: Kohlenstoff, O: Sauerstoff). Das Molekül weist große strukturelle Ähnlichkeit mit dem Sauerstoff auf (O2: 2 Sauerstoff-Atome pro Molekül).

Darauf beruht letztlich auch die toxische Wirkung des Kohlenmonoxids. Das Gas bindet sich statt des Sauerstoffs an physiologisch wichtige Strukturen im Stoffwechsel. Dort wird das lebenswichtige Atemgas verdrängt und es kommt zur Kohlenmonoxidvergiftung.

Ursachen

Kohlenmonoxidvergiftung ist ursächlich bedingt durch eine Blockade des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin), der kaum noch Sauerstoff aufnimmt. Dieses Oxidationsmittel kann nicht mehr oder nur noch unzureichend an die Verbrauchsorte getragen werden.

Folge ist eine Sauerstoffnot in den Organen. Für die Muskelzellen bedeutet Kohlenmonoxid zweifachen Stress: Sie verfügen über ein inneres Transportprotein für Sauerstoff, das dem Hämoglobin ähnliche Myoglobin. In gleicher Wiese wirkt das Kohlenmonoxid auch hier.

Darüber hinaus unterdrückt Kohlenmonoxid in allen Körperzellen die Energiegewinnung („Verbrennung“) ganz unmittelbar. Dies wird als innere Erstickung bezeichnet und ist eine weniger bekannte Ursache der Kohlenmonoxidvergiftung.

Eine erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid in der Atemluft kann mehrere Ursachen haben:

1) Unvollständige Verbrennung: Schlecht ziehende Kohle-, Holz- oder Gasöfen, Auto- und Industrieabgase, Brände

2) Natürliche Konzentrations-Spitzen in Höhlen und Bergwerken

Beide Ursachen führen meist zu Unfällen. Jedoch benutzen manche Menschen Autoabgase im Rahmen eines Selbstmordversuches durch Kohlenmonoxidvergiftung.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Kohlenmonoxidvergiftung äußert sich mit Symptomen wie Übelkeit, Kopfschmerzen sowie einer unregelmäßigen Atmung („Cheyne-Stokes-Atmung“). Typisch ist eine Rosafärbung der Haut. Diese Beschwerden drohen bereits bei einer Konzentration von 0,03% des Gases in der Luft. Dieser Wert kann schon in Großstädten bei hohem Verkehrsaufkommen erreicht werden.

In schwereren Fällen kommt es zu Krämpfen und schließlich zur Bewusstlosigkeit. Der Arzt weist am Blutbild das hämoglobingebundene Kohlenmonoxid direkt nach. Schwere akute und chronische Kohlenmonoxidvergiftungen können zu gravierenden Folgeschäden am Nervensystem und den Muskeln führen.

Bereits eine Konzentration von 1% Kohlenmonoxid in der Umgebungsluft bewirkt den Todeseintritt binnen weniger Minuten. Denn Hämoglobin bindet das Giftgas 200-mal stärker als Sauerstoff und reichert sich daher schnell im Blut an. Deshalb führen schon niedrige Konzentrationen zur Kohlenmonoxidvergiftung.

Behandlung

Kohlenmonoxidvergiftung erfordert eine sofortige Austreibung des toxischen Gases aus dem Blut. Dazu erfährt der Patient eine hyperbare Oxygenierung. Das ist eine künstliche Beatmung mit 100%igem Sauerstoff.

Im einfachsten Fall erfolgt die Gabe über eine Atemmaske, manchmal wird der Patient auch intubiert. Ein Tubus ist ein fixierter Schlauch in der Luftröhre, der spätestens beim Eintritt der Bewusstlosigkeit unumgänglich ist. Überdruckkammern sind eine sehr effektive, schnell wirkende Methode, die leider nicht überall verfügbar sein wird.

Die Patienten müssen ständig überwacht werden, damit der Arzt bei Herz-Kreislauf-Komplikationen umgehend einschreiten kann. Zur Kontrolle gehören auch die Blutwerte, um den Entgiftungs-Status zu klären. Außerdem muss bei einer Übersäuerung des Blutes Bikarbonat (Soda) per Infusion gegeben werden.

Die Nachbehandlung kann eine Rehabilitation erfordern, die auf eine Linderung der Folgeschäden abzielt. Im Falle von Suizidversuchen widmet sich auch der Psychiater dem Patienten nach einer überstandenen Kohlenmonoxidvergiftung.




Vorbeugung

Kohlenmonoxidvergiftung lässt sich mit wenigen Sicherheitsmaßnahmen vorbeugen. Da die häufigste Ursache mangelhafte Verbrennungsöfen in Zimmern sind, sollte hier regelmäßig ein Fachmann die Wartung durchführen. Messungen der MAK-Werte (Maximale Arbeitsplatz-Konzentration) im Betrieb warnen frühzeitig vor drohender Gefährdung.

In manchen Berufen (Straßenbau, Feuerwehr) lässt sich eine Dauerexposition nicht vermeiden. Hier sollten gegebenenfalls Atemschutzmasken getragen werden. Ansonsten empfiehlt sich das Meiden von Orten mit hohem Risiko einer Kohlenmonoxidvergiftung.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

schmetterlinge88 kommentierte am 30.09.2013 um 19:29 Uhr

Hilfe! Ich brauche einen Rat, bezüglich Rehabilitation nach einer Kohlenmonoxidvergiftung.
Ich war 2009 über ca. 3-4 Monate täglich Kohlenmonoxid (Katalytofen) im Keller ausgesetzt. Nach ungefähr drei Monaten wurde ich extrem depressiv mit Bewusstseinstrübungen/Orientierungslosigkeit. Ich war suizidgefärdet obwohl kein Grund vorlag.
Der behandelnde Arzt verschrieb mir Antidepressiva.
Wer gibt mit Rat zu Reha und irreparablen Spätfolgen?
Ich lebe noch, aber wie?

Richard kommentierte am 25.07.2014 um 10:09 Uhr

Ich wohne seit Dezember 2013 in einer Altbauwohnung. Im Bad befindet sich der Gasofen für Warmwasser und die komplette Heizung der Wohnung mittels Heizkörpern.
Am 21.7.2014 kam der Schornsteinfeger zur Messung der Abgase. Messwert=2400 ppm Gehalt unverdünnt. Zudem stellte man Mängel am Ofenrohr fest und am Absperrhahn, durch den Gas austritt. Der Schornsteinfeger brachte ein rotes Warnschild mit "Lebensgefahr" an. Laut Schlotfeger und Monteur erfolgte kein CO Austritt in den Raum.
Mein 24 jähriger Sohn badete zweimal die Woche bei eingeschalteter Heizung sehr lange.
Ich mache mir Sorgen. Mein Sohn ist in den letzten Monaten aggressiver geworden.
Sind das Symptome einer Vergiftung?
Ist eine Untersuchung notwendig?

Holger kommentierte am 18.09.2014 um 23:26 Uhr

Ich habe eine Schlafapnoe und benutze seit zwei Monaten regelmäßig für acht Stunden die Nacht ein Beatmungsgerät. Jetzt wurde festgestellt, dass meine Full Face Maske dafür nicht geeignet ist, weil sie kein Auslassventil hat. Seit circa zwei Wochen habe starken Hustenreiz mit Auswurf und starke Kopfschmerzen.
Könnten diese Symptome von einer Vergiftung kommen? Holger.

Randolf kommentierte am 03.01.2015 um 07:54 Uhr

Ich wurde vom Nachbarn mit Pausen, mit Kohlenmonoxid über den Lüftungsschacht "versorgt". Ich habe es durch Zufall bemerkt. Es war geruchlos. Wie ich mich näher zur Brandschutzklappe begeben habe, wurde mir spontan die Luft entzogen.
Habe die Brandschutzklappe verklebt und sofort die Räumlichkeit verlassen und Frischluftzufuhr getätigt. Dem Ganzen geht ein Nahchbarschaftsstreit voraus.
Ich habe meinen Anwalt beauftragt, die Nachbarn hinzuweisen, die kontinuierlichen Lärmbelästigungen zu unterlassen. Einige Fakten habe ich schon.
Ich hatte vorher eine Arrhythmie. Mein Herz war altersgemäß und gesund, jetzt durch die Kohkenmonoxidvergiftunng, habe ich eine mittelgradige Herzinsuffizienz, die mich als Sportler sehr handikapt. ich hatte nach diesem Vorfall im Bad, zwei extreme Notsituationen, mit Schwindel, Unwohlsein und extremes Herzrasen. In der Klinik mussten mehr Mittel gespritzt werden, bis die Tachykardie wieder normal wurde. Im Krankenhaus war die Sauerstoffsättigung, mit einem Oxymeter festgestellt, normal. Wie mir geläufig ist, wird durch Einfluss von Kohlenmonoxid, die Sättigung nur vorgetäuscht. Durch den Stoffwechsel wird durch Kohlenmonoxid Eisen entzogen, aber die Erythrozyten bzw. das Hämoglobin kann keinen Sauerstoff aufnehmen.

Wie kann man Kohlendioxid nachträglich im Körper noch nachweisen. Kernspintomografie des Gehirns, Haaranalyse, spezielle Laborwerte? Bitte helfen Sie mir.

Heike kommentierte am 30.09.2015 um 07:29 Uhr

Ich war 2005 über Monate täglich in meinem Geschäft, wo ich neun Stunden das Gas einatmete. Ich wurde immer müde und die Augen fielen zu. Bin wie in Trance mit dem Auto nach Hause gefahren. Seitdem habe ich Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme. Wie kann man das noch nachweisen? Ich bin 55 Jahre alt und arbeitslos und benötige so einen Nachweis für die Rente. Geht man zun Neurologen, wird einem nicht geglaubt. Ich dachte doch damals auch nicht, dass es solche Auswirkungen hat. Ich habe bereits einen Demenztest machen lassen und die Hirnströme messen lassen.

Heinz kommentierte am 09.01.2016 um 20:22 Uhr

Hatten Sie alle keinen Kohlenmonoxid Tester/ Warngerät? Diese geräte gibt es für 13,99€ bei Ebay mit ppm Anzeige. Bei Co2 Warngeräten wird es schon schwieriger, da diese Geräte teurer sind.

gabi kommentierte am 06.10.2016 um 12:09 Uhr

Zu welchem Arzt geht man, um eine Kohlenmonoxidvergiftung auszuschließen? Bei Überprüfung meiner Gastherme ergab sich ein Wert von 6000ppm. Ich wohne seit ca. vier Monaten in dieser Wohnung und habe beinahe täglich Kopfschmerzen. Seit ca. zwei Wochen kommt abends eine regelmäßige Übelkeit hinzu. Mein Hausarzt reagierte hilflos auf meine Bedenken.

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