Kofferdam

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Der Kofferdam ist ein System, welches die Zähne während der Behandlung vor störenden Einflüssen schützt. Mithilfe dieses Systems können einzelne Zähne für die Behandlung isoliert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kofferdam?

Der Kofferdam dient der Abschirmung der zu behandelnden Zähne vor ungewollten Einflüssen wie Speichel oder Bakterien. Des Weiteren schützt er auch den Patienten vor dem Verschlucken und Einatmen von gesundheitsschädlichen Rückständen während der Zahnbehandlung. Dazu zählen Amalgamreste, Krankheitserreger, Kronenreste, Teile der Behandlungswerkzeuge (z. B. Bohrerspitzen) und vieles mehr.

Der behandelnde Zahn soll während der Behandlung möglichst trocken gehalten und bei Wurzelbehandlungen der Wurzelkanal vor eindringenden Bakterien geschützt werden.

Kofferdam stellt ein Spanngummi dar, welches vor die nicht zu behandelnden Zähne gespannt wird, während die zu behandelnden Zähne durch Löcher im Gummi isoliert freigestellt sind. Diese Schutzmethode wurde von dem New Yorker Zahnarzt Sanford Christie Barnum bereits im Jahre 1864 eingeführt. Nach Einführung der Absauganlagen in den Sechziger Jahren des Zwanzigsten Jahrhunderts verlor der Kofferdam zunächst langsam wieder an Bedeutung. Immer mehr Zahnärzte schätzen heute jedoch auch Vorteile von Kofferdam. Nach Einschätzung des DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kiefernheilkunde) sollten wichtige Zahnbehandlungen unter Zuhilfenahme von Kofferdam durchgeführt werden. Eine obligatorische Verpflichtung dazu besteht jedoch nicht.

Formen, Arten & Typen

Der Einsatz von Kofferdam hat sich bei Wurzelkanalbehandlungen, Legen von Kunststoff- oder Goldfüllungen, Entfernung von Amalgamresten, Zahnbleaching oder adhäsiven Füllungen bewährt. Er verhindert unter anderem den Kontakt des Wurzelkanals mit eindringenden Krankheitserregern oder den Kontakt des Zahnfleisches mit den ätzenden Stoffen des Bleachings oder der adhäsiven Füllungen.

Der Kofferdam besteht aus einem Spanngummi aus Latex. Für Allergiker wurde auch ein nicht latexhaltiges Material auf den Markt gebracht. Zur Befestigung des Spanngummis auf den Zähnen dienen die sogenannten Kofferdamklammern. Neben den Kofferdamklammern können alternativ auch Fäden, Wetjets (Zahnseide) oder Interdentalkeile verwendet werden. Als Zubehör sind noch eine Klammerzange und eine Lochzange zum Stanzen von Löchern für die zu behandelnden Zähne notwendig. Des Weiteren ist auch ein Spannrahmen zum Aufspannen des Gummis vor dem Mund enthalten.

Neben dieser Grundausrüstung sind jedoch bereits neuere Entwicklungen auf dem Markt. So gibt es ergonomische Kofferdams mit noppenartigem Design, wo das Markieren der Lochpositionen und das Ausstanzen der Löcher entfallen. Bei manchen Neuentwicklungen sind Kunststoffringe integriert, welche das Befestigen mit Klammern überflüssig macht. Bei anderen Systemen liegt bereits ein perforiertes Spanngummi vor. Diese Weiterentwicklungen der Kofferdam-Systeme sollen deren Akzeptanz erhöhen, welche aufgrund der teils umständlichen Handhabung auch heute noch recht gering ist.

Aufbau & Funktionsweise

Kofferdam stellt ein Spanngummi dar, welches vor die nicht zu behandelnden Zähne gespannt wird, während die zu behandelnden Zähne durch Löcher im Gummi isoliert freigestellt sind.

Die Funktionsweise der Kofferdam-Systeme ist sehr einfach. Da der Zahn beispielsweise bei einer Wurzelbehandlung oder dem Legen einer Kunststofffüllung trocken gehalten werden muss, bietet der Kofferdam einen guten Schutz gegen Feuchtigkeit aus dem Speichel oder dem feuchten Atem. Das ständige Absaugen entfällt. Das Gleiche gilt für das Abschirmen des Zahnes vor Krankheitserregern aus dem Mundraum.

Bei der Behandlung der isoliert freistehenden Zähne kommen oft ätzende Substanzen oder Medikamentenlösungen zum Einsatz, welche durch den Einsatz dieses Systems nicht verschluckt werden können. Ebenso besteht auch keine Gefahr des Verschluckens von Zahnrückständen oder Amalgamresten.

Zu diesem Zweck wird zunächst das Spanngummi mittels des Spannrahmens vor dem Mund aufgespannt. Danach erfolgt das Überstülpen des Gummis auf die nicht zu behandelnden Zähne. Dort wird es mit den Kofferdamklammern befestigt. Aus den vorher ausgestanzten Löchern im Gummi ragen dann die zu behandelnden Zähne oder Zahngruppen heraus. Bei der Behandlung einer Zahnfleischentzündung kann das Zahnfleisch auch vom Zahn mittels Kofferdam isoliert werden.

Der Mund wird mit dem Kofferdam ständig offengehalten. Dabei kann sich der Zahnarzt in aller Ruhe auf die Behandlung der Zähne konzentrieren, während der Patient in Ruhe schlucken kann.

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Krankheiten & Beschwerden

Der Einsatz von Kofferdam hat viele Vorteile. Allerdings gibt es auch Nachteile und Kontraindikationen. Wenn der Kofferdam gespannt ist, muss sich der Zahnarzt nicht mehr um das Absaugen der Zähne kümmern. Außerdem werden für ihn Zahnreste, Bestandteile alter Füllungen oder abgebrochene Teile von Behandlungswerkzeugen leichter sichtbar. Seine Arbeit erleichtert sich außerdem, da der Mund des Patienten während der gesamten Behandlungszeit offenbleibt.

Der Nutzen für den Patienten besteht darin, dass durch die Trockenhaltung des behandelnden Zahnes beispielsweise eine Kunststofffüllung teilweise fester sitzen kann oder die Kontamination des Wurzelkanals bei einer Wurzelbehandlung mit den Bakterien der Mundschleimhaut verhindert wird. So erhöhen sich die Heilungschancen enorm. Auch eine schwere Gingivitis (Zahnfleischentzündung) teilweise kann besser behandelt werden, weil durch die Isolierung des Zahnfleisches vom Zahn der Entzündungsherd sichtbar wird.

Allerdings kann die Druckspannung der Kofferdamklammern zu Druckgeschwüren im Zahnfleisch führen. Auch kann die Verdrängung des Zahnfleisches vom Zahn, zur Behandlung vorher nicht sichtbarer Bereiche, eine Traumatisierung des Zahnfleisches hervorrufen.

Kontraindikationen zum Anlegen eines Kofferdams liegen bei Epilepsie, Allergien, Asthma, Atemwegserkrankungen oder Angsterkrankungen vor.

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