Kniescheibe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. November 2016
Startseite » Anatomie » Kniescheibe

Die Funktionalität der Gelenkbewegungen verläuft nicht so einfach, wie es im Alltag meistens scheint. Im Hinblick auf das Kniegelenk griff die Natur auf einen Trick zurück, um die Muskelbewegungen des Oberschenkels zu erleichtern. Von daher richtete sie einen zusätzlichen, sich gleitend bewegenden Knochen ein: die Kniescheibe.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kniescheibe?

Die Kniescheibe ist ein Knochen, der scheibenförmig sowie rundlich dreieckig geformt ist und vor dem Kniegelenk liegt. In der Fachsprache wird sie auch als Patella bezeichnet.

Wird das Kniegelenk gebeugt, so muss die Muskulatur des vorderen Oberschenkels Kraft auf den Unterschenkel ausüben. Dazu benötigt das Kniegelenk eine Art Abstandhalter, dessen Funktion die Kniescheibe übernimmt und somit als Kraftumleitung fungiert.

Da die Kniescheibe in einer Gleitrinne eingelagert ist und damit beweglich ist, sitzt sie auch locker über dem Kniegelenk, d. h. man kann sie von außen her leicht bewegen. Aufgrund dessen ist die Kniescheibe sehr empfindlich und daher besonders anfällig für Verletzungen und Brüche.

Anatomie & Aufbau

Der Ansatz der Kniescheibe befindet sich oben an der Oberschenkelmuskulatur und unten von ihrer Sehne aus am Schienbein.

Da eine Sehne aber immer in Verbindung mit einem Muskel gebracht werden muss, handelt es sich nach der fachlichen Definition bei der Kniescheibensehne nicht um eine Sehne, sondern vielmehr um ein Band, das die Kniescheibe mit dem Schienbein verbindet.

Um eine Bewegung der Knieschiebe bei der Kraftübertragung der Oberschenkelmuskel gewährleisten zu können, ist sie in einer Gleitrinne eingelagert, in der sie beim Beugen und Strecken des Beines hin und her gleiten kann. Auf ihrer hinteren Fläche befindet sich eine Knorpelschicht.

Funktion & Aufgabe

Damit die Kraft der Oberschenkelmuskulatur auf das Schienbein wirken kann, wird ein beweglicher Abstandhalter benötigt, um ein Beugen und Strecken des Beines überhaupt möglich zu machen.

Die Kniescheibe übernimmt diese Funktion und kann in ihrer Gleitrinne ca. 10 cm gleiten. Dabei dient sie als Hebelarm, um den Kraftaufwand zu verringern. Sie ist somit ein physikalischer Kraftumleiter und vergrößert den Abstand des Kraftvektors des vorderen Oberschenkelmuskels vom Rotationszentrum des Kniegelenks.

Weil die Kniescheibe in eine Sehne eingelagert ist und ihr als verlängerter Hebelarm fungiert, wird sie häufig auch als Sesambein bezeichnet. Ferner schützt die Kniescheibe die Sehne, die von der Oberschenkelmuskulatur ausgeht, vor Beschädigungen durch zu hohen Druckbelastungen. Damit die Kniescheibe überhaupt gleiten kann, befinden sich am Kniegelenk zwei Schleimbeutel, um den Druck und die Reibung zwischen Sehne, Muskel, Knochen und Haut zu reduzieren.

Krankheiten & Beschwerden

Eine häufige Beschwerde der Kniescheibe ist die Kniescheibenverrenkung, bei der sie aus ihrer Gleitbahn herausgesprungen ist. Dabei können die Kapselbänder zerrissen werden. Ist die Kniescheibe einmal aus ihrer Gleitbahn herausgesprungen, besteht das Risiko, dass es immer wieder passieren könnte.

Eine weit verbreitete Erkrankung der Kniescheibe ist die Kniescheibenarthrose. Die Ursachen dieser Krankheit sind meistens anlagebedingt, beispielsweise bei einer Fehlstellung der Kniescheibe, einer schlechten Qualität der Knorpel oder bei allgemeinen Beinfehlstellungen (X-Beine, O-Beine).

Läuft die Kniescheibe zu weit außen in der Gleitrinne, spricht man von einer Patallalateralisation, die zu einer asymmetrischen Belastung der Kniescheibe führt. Ursachen können Fehlanlagen der Gleitrinne bzw. der Kniescheibe selbst oder Muskelschwäche sein.

Bei Kindern und Jugendlichen kann es wachstumsbedingt zu einer Überbelastung der Kniescheibe kommen, die im Erwachsenenalter wieder nachlässt und insbesondere beim Treppensteigen zu Beschwerden führen kann.

Zudem kann einer der Schleimbeutel am Kniegelenk wegen einer Hautverletzung entzündet werden, was zu einer Knieinfektion oder sogar zu einer Blutvergiftung führen kann. In diesem Fall muss der betroffene Schleimbeutel entfernt werden. Sportler leiden häufig an einer Überbelastung der Sehne, in der die Kniescheibe eingelegt ist, was zu einer degenerativen Erkrankung der Kniescheibe führen kann.

Wird äußerliche Gewalt auf die Kniescheibe angewendet, kann es zu einem Bruch führen, der z. B. den Folgeschaden mit sich ziehen kann, dass die Kniescheibe leichter aus der Gleitbahn herausspringt, was in der Folge immer wieder passieren könnte.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Bücher über Sportverletzungen & Sportunfälle

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: